ART – die Kunst der Achtsamkeit

Veröffentlicht am 6 März 2020 von Verena Arnold
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Achtsamkeit – ein so wichtiges Konzept, das in der heutigen Zeit allerdings oft in Vergessenheit gerät. Achtsamkeit bedeutet, bewusst im Hier und Jetzt zu leben. Die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zu lenken, anstatt sich in Überlegungen oder Erinnerungen zu verlieren. Dies ist besonders wichtig, wenn man die Belastungen betrachtet, denen wir tagtäglich begegnen. Nicht nur im Beruf kann es stressig sein, auch unser privater Alltag stellt uns nicht selten vor Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, dass man sich eine Pause nehmen kann, um zurück zu sich selbst und innerer Gelassenheit zu finden. 

Christian Stocker ist 50 Jahre alt und kommt ursprünglich aus der Nähe von Heidelberg. Er studierte in Wiesbaden und Sydney, arbeitete in Amsterdam und Wiesbaden und landete dann – der Liebe wegen – in Frankfurt. Dort wohnt er schon seit fast 20 Jahren. Vom Grundberuf ist er Diplom-Kommunikationsdesigner und studierte an der FH Wiesbaden am Fachbereich Innenarchitektur und Gestaltung, wo er 1997 seinen Abschluss machte. Die FH heißt inzwischen „Hochschule RheinMain“ und der Fachbereich „Design Informatik Medien“.

Nach seinem Studium arbeitete er über 12 Jahre in verschiedenen Bereichen der Kreativbranche im In- und Ausland. Begonnen hat er im Bereich Corporate Design, dann Neue Medien, Dialog Marketing, Text und Konzeption und zuletzt war er Creative Director in einer Marketing Agentur. Bei aller Freude und Begeisterung für seinen Job erlebte er aber auch immer wieder eine Menge Stress und Hektik. Zeitkritische Projekte, Deadlines, Überstunden, Arbeit am Wochenende – der „normale“ Wahnsinn in dieser Branche. Eines Abends – es war mal wieder spät geworden im Büro – fragte er sich, ob es das wirklich ist, was er die nächsten Jahre machen möchte. Diese Frage konnte er spontan mit „Nein“ beantworten. 

Im Jahr 2009 machte er sich dann selbständig, zunächst als Kommunikationsdesigner, wo er in einem Netzwerk tätig war. Seine Ein-Mann-Firma nannte er „Palast der Möglichkeiten“. Doch hatte er in den Jahren zuvor parallel zu seiner Arbeit in Agenturen bereits ganz andere Bereiche erkundet und studiert. Hypnosystemisches Coaching, Gewaltfreie Kommunikation, MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction und MBCL – Mindfulness-Based Compassionate Living weckten sein Interesse und er verspürte den Wunsch, auch dem nun mehr Raum zu geben. In einem zehntägigen Schweigeretreat kam ihm dann die Idee zu „hausamfluss“, seinem zweiten beruflichen Standbein. Dort vereint er viele Aktivitäten rund um die Themen Achtsamkeit, Mitgefühl, Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung und arbeitet alleine als Trainer und Coach.

Unser Interviewpartner und Coach Christian Stocker

 

Was bedeutet der Name ART? Warum sind dir diese Begriffe in deiner Tätigkeit wichtig?

ART ist die Abkürzung für „Achtsamkeitsbasiertes Resilienz-Training“, was auch ein Projekt von „hausamfluss“ ist. Das Akronym ART habe ich gewählt, weil Resilienz für mich eine Kunst ist. Oder besser gesagt, weil man verschiedene Künste kultivieren kann, um diese innere Stärke und Flexibilität zu trainieren.

Konkret meine ich damit:
Achtsamkeit – die Kunst, im Hier und Jetzt zu sein
Akzeptanz – die Kunst, das anzunehmen, was ist
Lösungsorientierung – die Kunst, neue Wege zu gehen
Optimismus – die Kunst, das Beste zu erwarten
Selbstwirksamkeit erleben – die Kunst, die Opferrolle zu verlassen
Verantwortung übernehmen – die Kunst der bewussten Selbstregulation
Beziehung gestalten – die Kunst, in Verbindung zu sein
Langzeitperspektive einnehmen – die Kunst, den Blick auf den Horizont zu richten

Und jeder Mensch kann sich in diesen Künsten üben, ganz gleich, wie die persönliche Vorerfahrung oder der Hintergrund sind. Wir alle können lernen, ursprüngliche Ressourcen nach einer Belastung wiederzugewinnen oder aus widrigen Lebensumständen gestärkt und mit größeren Ressourcen als zuvor herauskommen. Wir alle sind Künstler und Künstlerinnen!

 

Welche Tätigkeiten umfasst das achtsamkeitsbasierte Resilienz-Training? Mit welchen Zielen wird es ausgeübt?

ART ist ein Intensiv-Programm mit vielen praktischen Übungen und besteht aus acht Modulen. Es findet einmal wöchentlich circa 2,5 Stunden oder als Kompaktseminar an zwei Tagen statt.
Wir üben beispielsweise verschiedene formale Meditationspraktiken und erkunden Inhalte und Erkenntnisse aus der aktuellen Resilienz- und Stressforschung, der kognitiven Psychologie sowie der Kommunikationswissenschaften. Bestandteil des Trainings ist auch das regelmäßige Üben zu Hause und im Alltag für circa 20 Minuten pro Tag.
Im Training gibt es die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen und selbstverständlich schauen wir auch, wie der Transfer der Inhalte in den privaten und beruflichen Alltag gelingen kann.

Im Resilienztraining ART lernen die Teilnehmenden …
… oben zu schwimmen, sogar bei „hoher See“
… hinzufallen, aufzustehen und weiter zu wachsen
… die eigene Balance zu finden und zu bewahren
… im Einklang mit sich selbst Wandel aktiv zu gestalten
… reflektiert, wach und präsent zu leben

Mehr dazu findet sich auch auf meiner Webseite www.art.jetzt

 

Mit welchen Werkzeugen arbeitest du im Achtsamkeitstraining? Wie helfen sie dir, den gewünschten Effekt zu erzielen?

Im Training steht erfahrungsbasiertes Lernen durch praktische Übungen und Selbstreflexion im Vordergrund, theoretische Modelle und persönlicher Austausch gehören natürlich auch dazu.
Während es im MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) eher um das Thema „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ geht, lernen Kursteilnehmende im ART (Achtsamkeitsbasiertes Resilienz-Training) wie bereits weiter oben beschrieben ein größeres Spektrum an Inhalten und Methoden kennen.

Ich mag den Begriff „Werkzeuge“ – viele sagen auch „Tools“ – nicht so gerne. In erster Linie geht es in diesem Training nämlich nicht um neue Bohrer, sondern eher um unsere alte Bohrmaschine, um mal bei der Werkzeug-Metapher zu bleiben. Jeder, der schon einmal versucht hat, einen Bohrer von Hand in die Wand zu drehen, wird bestätigen, dass dies mühsam bis unmöglich ist. Man braucht die Power der Bohrmaschine dafür! Im übertragenen Sinne meine ich damit, dass eine alte Fähigkeit erst dann veränderbar und eine neue Fähigkeit erst dann sinnvoll einsetzbar ist, wenn ich verstehe, welche körperlichen und geistigen Prozesse im Vorfeld ablaufen und sie antreiben. Im Achtsamkeitstraining können wir lernen, den Blick auch mal nach innen zu lenken, um das Gehäuse und die inneren Bauteile der Bohrmaschine zu ergründen. Dabei üben wir auch, eine neutral-freundliche Haltung zu kultivieren, die uns dabei helfen kann, all dies in uns zu erkennen und das Licht der Bewusstheit auch mal in Bereiche zu lenken, die sonst im Dunkeln – also unbewusst – lagen. Wenn wir eigene Muster erkannt und bearbeitet haben, können wir danach gezielt neue Fähigkeiten ausprobieren. 

 

In welchen Lebenssituationen ist ein Achtsamkeitstraining von großem Nutzen? Wie beeinflusst es die Stimmung des Kursteilnehmers?

Offen gesagt fällt mir eigentlich kaum ein Mensch ein, dem ein solches Training nicht nutzen könnte! Wenn es einem derzeit gut geht, kann das Training dazu beitragen, dass dies weiterhin so bleibt. Wer bereits Krisen und Probleme erlebt hat, kann durch Achtsamkeit wieder mehr in die eigene Kraft und Balance zurückfinden.
Teilnehmende berichten oft von höherer mentaler und körperlicher Präsenz, mehr (Arbeits-)Zufriedenheit, wirksamerer Kommunikation und besserer Gesundheit. Weitere positiven Veränderungen, die häufig genannt werden sind eine effektivere Bewältigung von Stresssituationen, die gesteigerte Fähigkeit zur Entspannung, die Zunahme von Selbstvertrauen und Selbstannahme sowie Lebensfreude und Vitalität.
Bei einer akuten schweren Depression oder bei psychotischen Patientinnen und Patienten würde ich natürlich raten, zunächst psychologische und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ein Achtsamkeitstraining wie ART aber auch dann als unterstützend erlebt werden. 

ART ist ein Intensiv-Programm mit vielen praktischen Übungen

 

Erfahrungsbasiertes Lernen durch praktische Übungen und Selbstreflexion

Christian Stocker möchte den Menschen mit seinem Programm ART zu mehr Achtsamkeit und damit zu mehr Kraft und Balance verhelfen. Die acht Module werden entweder wöchentlich behandelt oder im Rahmen eines zweitägigen Kompaktseminars. Ziel ist es zu lernen, den Blick nach innen zu lenken und unsere eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu erkennen. Neben der Sitzungen sollte man die erlernten Meditationspraktiken und Techniken auch täglich zuhause üben, um Schritt für Schritt zu mehr Lebensfreude und Vitalität gelangen zu können. ART ist für jeden geeignet – man kann auch davon profitieren, wenn man aktuelle keine Probleme zu bewältigen hat.

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