Aus edlen Materialien Schmuckstücke zaubern

Veröffentlicht am 26 Juni 2019 von Verena Arnold
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Die Handwerkskunst von Goldschmieden bringt so wundervolle und einzigartige  Schmuckstücke hervor, dass man versucht ist, wirklich an Zauberei zu glauben. Bei diesem Beruf kommen Kreativität, ein gutes Auge und enormes handwerkliches Geschick, sowie eine ausgeprägte Feinmotorik zusammen. Jedes Schmuckstück, das von einem Goldschmied gefertigt wurde, ist Handarbeit und somit ein Unikat.  

Um mehr über diesen faszinierenden Beruf zu erfahren, haben wir mit Johanna Ressel gesprochen. Vor 26 Jahren in Hamburg Eppendorf geboren, fühlte sie sich aber schon immer naturverbunden und eher dem Landleben zugeneigt. Heute ist sie im idyllischen Krummesse am Kanal, nähe der Hansestadt Lübeck, ansässig.

Nach der Schule absolvierte sie zuerst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Neben der mangelnden Anerkennung fehlte ihr in diesem Beruf auch die Kreativität, weshalb sie nach dem angeschlossenen Jahr Wirtschaftsschule über eine Neuorientierung nachdachte und aus Neugier ein Praktikum machte. Dabei zeigte sich, was ihre wahre Berufung ist und so entschied sie sich für eine zweite Ausbildung.

Die eigentlich dreieinhalbjährige Ausbildung zur Goldschmiedin konnte sie aufgrund ihrer guten Arbeiten um ein halbes Jahr verkürzen. Sie sieht es aber so, dass man niemals ausgelernt hat, denn jeder neue Auftrag ist eine neue Herausforderung und mit jedem Arbeitsschritt lernt sie immer noch etwas Neues hinzu.

Nach der Ausbildung war sie zunächst im Verkauf für ein größeres Unternehmen, einem Juwelier mit Schmuck-Fabrikaten, tätig. Aber auch dabei war sie nicht wirklich glücklich, denn sie sehnte sich nach dem Besonderen, der Persönlichkeit und dem Einzigartigen und hatte den Wunsch, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen. Ihr Freund ermutigte sie dann, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Und so baute sie sich Stück für Stück ihre eigene Marke unter dem Namen Nordstern auf.

Sie arbeitet allein in ihrem kleinen Atelier, wo Kunden sie nach Terminvereinbarung aufsuchen können. Zudem stellt sie ihre Schmuckstücke auf Märkten vor, wobei sie von ihrer Zwillingsschwester, die in einem ähnlichen Bereich tätig ist, oder von ihrem Mann tatkräftig unterstützt wird.

Unsere Interviewpartnerin Johanna Ressel ist eine Goldschmiedin

 

Johanna, wo hast du deine Ausbildung zur Goldschmiedin gemacht und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Wann hast du deine Goldschmiede gegründet und was ist das Markenzeichen deiner Goldschmiede?

Die Lehre begann in einer kleinen Schmiede in Trittau, doch als Monat für Monat verstrich während der Laden umgebaut wurde, entschied ich mich den Betrieb zu wechseln und hatte das Glück in Lübeck zu ende lernen zu dürfen.

Die Gründung meiner Schmiede liegt bald 2 Jahre zurück, im Herbst / Winter 2017.

Das wohl markanteste Schmuckstück ist der Armreif mit dem Nordstern, welcher maßgeblich zur Namensfindung beigetragen hat und gleichzeitig das Gesellenstück ist. In ihm findet man die sehr rar gewordene Kunst des Emaillierens. Ich arbeite grade an einer kleinen Kollektion, so dass demnächst auch ein Ring und danach ein Anhänger in diesem Design erhältlich sein werden.

 

Worin liegt bei deiner Goldschmiede der Schwerpunkt und wie würdest du den Stil deiner Designs beschreiben? Wie lange dauert der Prozess von der Idee bis zum fertigen Schmuckstück und wie lange brauchst du im Durchschnitt für eine Kundenanfertigung?

Eindeutig in der Persönlichkeit. Entweder bringen die gefertigten Stücke meine Ideen und damit verbundene Persönlichkeit zum Ausdruck, gern florale, oft naturalistische Stücke, aber auch durchaus kraftvolle Eyecatcher. Oder ich lerne die Kunden im vertrauten Gespräch etwas besser kennen und so kann ein maß geschmiedetes Unikat entstehen, dessen Wert so viel mehr als nur die Materialien beinhaltet.

Eine befreundete Goldschmiedin sagte zu mir, sie wäre erstaunt, dass ich so fein und klein arbeiten könne. Das war mir bis dato nicht einmal bewusst. Möglicherweise ist auch das ein Aspekt meiner Handschrift. Wobei ich unverblümt zugebe, dass viele Schmuckstücke zart gearbeitet sind, da es eine klare Kostenfrage ist, welche Ideen „auf gut Glück“ umgesetzt werden.

 

Mit welchem Werkzeug arbeitest du am liebsten? Hast du dieses Tool aufgrund der Marke ausgesucht und wenn ja, warum? Welchen deiner Ansprüche an gutes Werkzeuges erfüllt diese spezielle Gerätschaft?

Sehr schwere Frage, da sie doch alle so gebraucht werden und sinnig sind! Aber der erste Gedanke war die vertraute Laubsäge. Es lassen sich wunderbare Motive und Durchbruch-Arbeiten mit Ihr gestalten. Sie ist unentbehrlich für mich. Die Marke ist in diesem Fall nicht relevant und für die Sägeblätter habe ich vermutlich jede erdenkliche Marke schon getestet, in der Hoffnung die beste Qualität ausfindig zu machen, doch ist der Stahl einfach nicht mehr der, der er früher einmal war.

 

Was sind die Dos and Don’ts beim Schmuckkauf bzw. beim Tragen? Kannst du unseren Lesern einige nützliche Ratschläge geben? Worauf sollte man als Schmuckliebhaber achten und woher weiß ich, welcher Schmuckstil am besten zu mir passt?

Selbst Modeschmuck hat seine Daseinsberechtigung, da er preiswert ist und so schmerzlos gegen neuste Trends ersetzt werden kann. Doch für mich gilt dasselbe wie mit Kleidungsstücken: Einmal in das richtige Material und die richtige Qualität investieren und lange einen Wohlfühleffekt haben.

Mir bereitet es einfach keine Freude, wenn der unechte Schmuck so schnell abgetragen, grau und stumpf ist. Schmuck aus Edelmetallen kann schließlich auch jeder Zeit zu neuesten Trends umgewandelt und modernisiert werden.

Es gibt allerdings auch Schmuck aus echtem Gold, der einem Schmied Kopfschmerzen bereitet: Ein Trend geht zu so zarten Schmuckstücken, dass diese geradezu mit Verfallsdatum gebaut sind. Gerade für Ringe gilt: NICHT AM MATERIAL SPAREN.

Dann fallen mir noch die Klassiker ein: Wer kein Profi ist, sollte keine vermeintlich teuren Urlaubskäufe tätigen. Das ist mit die häufigste Enttäuschung, die ich meinen Kunden dann mitteilen muss. Und selbst wenn ich rate auf das Gewicht zu achten, da Gold beispielsweise recht schwer ist, dann habe ich trotzdem eine Story, die aufzeigt, dass es nicht ausreicht. Selbst eingeschweißte Goldbarren können nur Kupfer enthalten. Oder die Brillanten sind leider nur eingeklebte Schmucksteine. Meine damaligen Kollegen haben mir gern das Gold regelrecht unter die Nase gehalten, da man zum Teil riechen kann, ob es sich um Messing handelt.

Für den Schmuckstil allgemein habe ich einen sehr abgedroschenen, aber wirkungsvollen Rat: Hört auf Euer Bauchgefühl und die erste Idee ist meist die richtige! Was gefällt wird auch mit Überzeugung getragen und gewinnt dadurch an Ausstrahlung.

Der Schwerpunkt bei der Goldschmiede besteht in der Persönlichkeit

 

Schmuck macht Freude

Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Daher ist der Beruf der Goldschmiedin oder des Goldschmiedes ein traditioneller Beruf mit Zukunft. Wer über das nötige Geschick verfügt und beruflich gern seine Kreativität ausleben möchte, kann in diesem Beruf seine Erfüllung finden und zugleich Menschen mit den gefertigten Schmuckstücken große Freude bereiten. Vielen Dank an Johanna Ressel für dieses Gespräch und den Einblick in die Goldschmiede-Arbeit.

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