Aus Liebe zur Gestaltung

Veröffentlicht am 15 Juli 2019 von Verena Arnold
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Wer sich für einen kreativen Beruf entscheidet, tut dies in der Regel, weil er Freude am Gestalten hat. So auch Goldschmiede und Schmuckdesigner. Immer wieder neue Schmuckstücke zu kreieren und anzufertigen fordert die Kreativität ebenso immer wieder heraus wie das handwerkliche Geschick. Daher spricht man beim Beruf des Goldschmiedes auch von einem Kunsthandwerk.

Um mehr über diesen Beruf zu erfahren, haben wir mit Robyn Chamberlain aus Leipzig gesprochen. Vor 30 Jahren in Calgary, Kanada, geboren und aufgewachsen, hatte sie schon immer eine Leidenschaft für Kunst und Kunsthandwerk. Ihr ganzes Leben lang wollte sie sich künstlerisch ausdrücken und war immer neugierig auf neue Techniken. Als sie das  Schmuckdesign entdeckte, wusste sie sofort, dass dies der berufliche Weg war, den sie beschreiten wollte.

So hat sie einen Bachelor of Fine Arts mit Schwerpunkt Schmuckdesign an der Nova Scotia College of Art and Design University in Halifax an der Ostküste Kanadas absolviert und im Jahr 2011 abgeschlossen. Neben dem Studium hat sie zudem an einem Webkurs teilgenommen und nach dem Studium dann ein Praktikum bei einer Weberin in British Columbia an der Westküste Kanadas gemacht

Im Jahr 2012 kam sie dann nach Deutschland, lebte zuerst im Schwarzwald, wo ihr Mann studierte und sie ihr erstes kleines Atelier führte, während sie Deutsch lernte. Sie hat ihre Werke  hauptsächlich auf hochwertigen Kunsthandwerksmärkten und online verkauft. Danach ging sie für 2 Jahre nach Dresden, wo sie ihr Geschäft erweiterte und dann im Januar 2018 nach Leipzig, wo sie dann auch den Sprung wagte, zum Atelier ein eigenes Ladengeschäft vor Ort zu eröffnen. Sie wollte hier in direkten Kontakt mit ihren Kundinnen und Kunden treten. Ihren Laden in Lindenau, Leipzig hat sie im Oktober 2018 eröffnet. Alle ihre Produkte, sowohl die Schmuckstücke wie auch die Webarbeiten, werden von ihr allein in Handarbeit in ihrem Ladenatelier hergestellt.

Unsere Interviewpartnerin und Schmuckdesigner Robyn Chamberlain

 

Robyn, du bist Goldschmiedin und Handweberin. Bei beiden Berufen handelt es sich um sehr traditionelle Tätigkeiten. Wie bist du darauf gekommen, Goldschmiedin zu werden und wo hast du deine Erfahrungen als Handweberin gesammelt?

Ich hatte schon immer eine Vorliebe für Kunsthandwerk und dieses Interesse bedeutete, dass ich immer etwas Kreatives machte, wie Zeichnen, Malen, und Stricken (um nur einige zu nennen). Aber ich habe mich immer auf detailorientierte Projekte konzentriert. In meinem letzten Jahr am Gymnasium nahm ich an einem Schmuck- und Metallschmiedekurs teil und habe da meine Leidenschaft gefunden. Ich genoss die Herausforderung, Stücke dieses scheinbar unnachgiebigen Materials zu formen und zusammenzufügen.

Während dem Goldschmiedestudium habe ich als Zusatzfach einen Webkurs absolviert. Darin habe ich mehr über den Webprozess und Textilien erfahren. Die Erfahrung habe ich nach meinem Abschluss mit einem Praktikum ergänzt.

 

Welche Schmuckstücke stellst du als Goldschmiedin her? Wie würdest du den Stil der Schmuckstücke beschreiben? Welche besonderen Materialien verwendest du und was inspiriert dich zum Design des Schmucks?

Ich stelle Ringe, Ohrringe und Halsketten her. Mein Stil hat sich in den letzten Jahren geändert und ist minimaler und raffinierter geworden. Ich fabriziere Stücke, die einfach und angenehm zu tragen sind. Alltagsstücke, welche die Träger*in von morgens bis abends durch den Tag begleiten können.

Seit Anfang 2019 habe ich mich bemüht, mit ethisch verantwortlichen Materialien zu arbeiten. Ich verwende recyceltes Silber und plane, ab diesem Jahr nur mit ethisch konfliktfreien Gold und Edelsteinen zu arbeiten.

Ich spiele sehr gerne mit Farben. Ein Großteil meiner Arbeit involviert auch Emaille, einem Glaspulver, dass in einem speziellen Ofen geschmolzen wird, um einzigartige Schmuckelemente zu schaffen.

 

Welche Werkzeuge verwendest du als Goldschmiedin und Handweberin? Auf welche Elemente kannst du in deinem Arbeitsalltag keinesfalls verzichten? Wo sind die Gerätschaften erhältlich?

In meiner Schmuckarbeit habe ich meine Juweliersäge und Schmuckzangen immer griffbereit, um zarte Metallstücke zu schneiden und zu formen. Um alle Teile zusammenzufügen, brauche ich meinen Propan-Lötbrenner; um alles fertig zu stellen und zum Leuchten zu bringen, gute Polierwerkzeuge.

Das Weben erfordert im Vergleich zu Schmuckarbeiten nur sehr wenige Werkzeuge. Hier benötige ich nur meinen Webstuhl, ein paar Schiffchen und ein Maßband (und viel Geduld).

Ungeheuer wichtig für beide Prozesse sind die Materialien. Es ist ein langwieriger Prozess, gute Bezugsquellen für qualitativ hochwertige und ethische Materialien zu finden. In den letzten Jahren habe ich es aber geschafft, ein gutes Netzwerk innerhalb Deutschland und der EU aufzubauen.

 

Welche Accessoires webst du? Was ist das Besondere an den Waren vom Webstuhl? Wissen Kunden nach deiner Erfahrung die Handwerkskunst heutzutage noch zu schätzen oder kaufen die meisten lieber Waren von der Stange?

Ich webe fast ausschließlich Schals. Wahrscheinlich, weil sie ein vielseitiges Accessoire sind, wie Schmuck. Ich liebe es, Menschen zu helfen, sich auszudrücken.

Die prekäre Massenproduktion wird immer mehr entlarvt und ich sehe ein Wiederaufleben des Interesses für handgefertigte Produkte. Die Handfertigung mit ethischen Materialien schafft eine tiefe Bindung zwischen mir und meinen Kunden und Kundinnen.

Robyn stellt Ringe, Ohrringe und Halsketten her

 

Verantwortung, wie sie nur im Handwerk möglich ist

Handgefertigte Stücke haben nicht nur die Vorteile besonderer Qualität, und, dass sie Unikate sind und etwas Persönliches haben. Kunsthandwerker haben zudem die Möglichkeit mit Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen, da sie nicht auf Masse produzieren und so ihren Teil dazu beitragen können, dass die Umwelt geschont und die Würde der Menschen in der Rohstoffgewinnung gewahrt wird. Werte, die unbedingt wieder mehr Beachtung finden sollten. Ein Grund mehr das Kunsthandwerk zu fördern. Wir bedanken uns bei Robyn Chamberlain für ihre Zeit und den Einblick in ihre Arbeit.

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