Besonderheit Produktfotografie

Veröffentlicht am 7 Oktober 2019 von Verena Arnold
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Fast jeder Fotograf hat ein Spezialgebiet. Eine Besonderheit stellt dabei die Produktfotografie dar. Wer glaubt, dass dieser Bereich einfacher ist als die Fotografie von Lebewesen oder Motiven in der Natur, wird schnell feststellen, dass dies nicht so ist. Einem Produkt kann man eben nicht sagen, wie es sich ideal positionieren soll. Und in der Produktfotografie kann man auch nicht natürliche Lichtspiele nutzen, sondern muss alles im Voraus genau planen.

Um mehr darüber zu erfahren, haben wir mit Jörg Rohde-Heise gesprochen. Vor 60 Jahren in Solingen geboren, lebt und arbeitet er bis heute dort. Dass er eine künstlerische Ader hat, wurde schon früh offensichtlich, denn seit dem 15. Lebensjahr hat er sich der Malerei verschrieben. Später kam dann die Begeisterung für Film und Fotografie dazu.

So war es der logische Schritt, sich auch beruflich in die gestalterische Richtung zu orientieren. So studierte er an der Uni Wuppertal zuerst Produkt-Design und hat danach das Industrial-Design Studium mit den Schwerpunkten Fotografie und Computeranimation abgeschlossen.

Insgesamt hat er viel in Kunst, besonders in Ölmalerei, Performances und Film gemacht und mit 18 Jahren seine erste Spiegelreflex, eine Icarex von Zeiss Icon erworben, die er sich durch  Jobs neben dem Abi finanziert hat. Sein Vorbild war seine Tante, die sehr an Mode und Kultur interessiert war und auf ihren Reisen fotografierte und der Familie dann tolle Fotografien mitbrachte.

Im Studium hatte Jörg Rohde-Heise bis zuletzt Fotografie als Hauptfach, danach hat er kurz in einer Agentur gearbeitet und schnell gemerkt ,dass er seine Freiheit braucht. Das war 1997 und da fing gerade der Boom mit den Webseiten an. In der Agentur machte man immer den gleichen Job. Webdesign war etwas Neues und so konnte er selbst kreativ die Gestaltung steuern. Da er davon überzeugt ist, dass man nie auslernt und dies auch als spannend empfindet, hat er sich bis heute immer wieder weitergebildet und so sich und sein Angebot entsprechend weiterentwickelt.

Trotz seines inzwischen umfassenden Angebotes arbeitet er zu 90% allein. Er ist aber durch ein bestens funktionierendes Netzwerk seit etwa 20 Jahren mit anderen Freiberuflern verbunden, mit denen er bei größeren Projekten zusammenarbeitet. 

Unser Interviewpartner Jörg Rohde-Heise ist ein Produktfotografer

 

Jörg, du bist Dienstleister für mediale Kommunikation, Webdesign und Werbung. Was bedeutet das genau? Welche Dienstleistungen bietest du an und wie viel Zeit widmest du der Produktfotografie? An welche Kundengruppen richtet sich dein vielfältiges Angebot?

Ich arbeite Projektorientiert an neuen Werken, habe aber auch eine Stammkundschaft, die ich komplett versorge, da sich die Firmen meist keine eigene Designabteilung leisten wollen.   Da heutzutage alles digital gemacht wird, kann ich vom Entwurf eines Logos über eine CI usw. den Print-Bereich abdecken und vervollständige das dann mit Internet-Präsentationen. Dazu gehört visuell in erster Linie Fotografie, aber auch bewegte Bilder, sei es Animation oder Film.

Bei Messepräsentationen kommt sehr viel Fotografie und Film zu Einsatz. Bei Imagefilmen ist auch ein Texter/Sprecher mit an Bord. Die reine Produktfotografie macht wohl ca. 30 % meiner Arbeit aus. Ich gestalte Präsentationen für den Mittelstand und ab und zu auch für kleine Unternehmen oder Künstler.

 

Welche Art von Produktfotos erstellst du und wie läuft so ein Auftrag für Produktfotografie bei dir ab? Wie groß ist der Arbeitsaufwand dabei? Wie lange dauert normalerweise die Auftragsbearbeitung nach Erhalt der Ware?

Unternehmen entwickeln  stetig neue Produkte, die es zu präsentieren gilt.

Produktfotografie teilt sich auf in 1. Sachfotografie, hier liegt die Aufgabe in der möglichst naturgetreuen Wiedergabe der Produkte z.B. für Kataloge oder Broschüren, sowie Webseiten. Meisten wird mit dem Kunden vorher die Perspektive abgesprochen, ob die Produkte freigestellt werden sollen, etc. Danach beginnt der Aufbau im Studio, wobei der größte Anteil das Ausleuchten ist und was keiner denken würde, das Säubern der Gegenstände. Der Kamerasensor sieht noch kleinste Staubkörnchen, die bei Photoshop in der 100 % Ansicht dann Schreien. 

Wer sauber macht, hat dafür hinterher weniger zu  Retuschieren. In der Sachfotografie werden Gegenstände gleicher Haptik und ähnlicher Größe meist in der gleichen Lichteinstellung fotografiert. So habe ich für ca. 100 Produktbilder inkl. Retusche 3 Werktage gebraucht. Das entspricht ca. 22 Stunden.

Wenn der Kunde im Auftrage sich klar ist, geht das so zügig von statten. Oft wird auch erst zur Probe verschiedene Perspektiven  fotografiert, die dann nach der Entscheidung der Geschäftsführung erst weiter fotografiert werden können.

  1. Ich nenne es Objektfotografie, hier kommt es nicht auf Farbechtheit an, sondern  es wird vielleicht die Titelseite einer Broschüre oder ein Eyecatcher auf der Website, oder die Messepräsentation.

Dabei gilt es eine Neue Ansicht eines noch so einfachen Produktes zu finden, jedes Objekt hat seine Schokoladenseite! Da kann ein Foto schon mal 4-6 Stunden dauern je nach Oberfläche und Ästhetik. Die Zeit ist absolut wichtig für das Einfühlen in das Objekt, gut dass ich damals im Studium mit der Großformatkamera (9/12 und 18/24) lernen konnte, wenn ich heute manchmal sehe, wie Leute mit ihrer Kamera wie mit dem Maschinengewehr rattern, graust es mich. Die Film „Platte“ war teuer, das heißt ich brauche vor dem finalen Schuss absolute Kontrolle über die Belichtung , Blende und Zeit. Wir haben oft nach Stunden des Ausleuchten maximal eine Reihe dreier Belichtungen fotografiert, das wars. Damit hatten wir das Ergebnis im Kasten.

 

Welches Utensil verwendest du fürs Fotografieren am liebsten und warum?

Ich habe mittlerweile Dauerlicht Tageslichtwannen, die ich in der Form verändern kann und damit das meiste Licht gut simulieren kann. Wir sind seit Geburt der Menschheit  nur eine Sonne gewöhnt und empfinden Licht und Schatten natürlicher, wenn das Studiolicht ähnlich simuliert ist, sei es noch so konzeptionell. Das zweite Utensil ist Photoshop – dort kann ich so entwickeln wie früher im Labor, kann meine eigene Note finden.

 

Wovon hängt die Qualität deiner Produktfotos hauptsächlich ab? Wie kann eine Farbechtheit insbesondere bei Fashion Artikel, Accessoires und Schuhe erzielt werden? Wie werden die Produkte dargestellt und welche Darstellungsart eignet sich zu welcher Produktkategorie?

Die Qualität hat mit Zeit zu tun – jeder Auftrag, der im Budget auf ein Minimum eingegrenzt ist, kann keinerlei Qualität bieten. Die Marke der Kameras dafür ist egal, es wird überall nur mit Wasser gekocht. Farbechtheit geht bei mir nur übers Raw Format mit Graukarte und hinterher beim Entwickeln mit meinen Augen. Bevor ich durch den Sucher blicke, schaue ich immer erst mit meinen Augen. Ich wechsele meinen Standpunkt, mache eine Pause und schaue danach mit neuem Blick auf das Geschehnis. Darstellungsarten sind immer frei, natürlich orientieren sich die meisten Menschen an Trends, aber gerade erst der Bruch mit alten Sehgewohnheiten hat immer neue Trends hervorgebracht.

Die Qualität hat mit Zeit zu tun

 

Fotografie ist ausbaufähig

Viele Fotografen bieten inzwischen einen Service, der über die reine Fotografie hinaus geht. Besonders gut lässt sich das natürlich in der Produktfotografie verwirklichen, da es hier besonders um Gestaltung geht. So bietet sich an, sich durch Zusatzausbildungen die Möglichkeit zu schaffen, seinen Kunden zum Beispiel im Bereich Produktpräsentation einen Rundum-Service zu bieten. Vielen Dank an Jörg Rohde-Heise für dieses Gespräch und den Einblick in seine Arbeit.

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