Capoeira – ein brasilianischer Nationalsport 

Veröffentlicht am 2 September 2019 von Verena Arnold
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Kampfsportarten üben immer eine besondere Faszination aus und sind zumeist kulturell fest verankert. Durch sie drücken Menschen und ganze Völker ihre Tradition und ihr Können aus, zeigen nicht nur ihre Kraft und Ausdauer, sondern auch ihre Eleganz und Lebensfreude. Für viele ist es daher zu einer Lebensweise geworden, die nicht zuletzt ganze Nationen prägen kann. 

Mauricio Ferreira da Luz kann sich als einer von diesen Menschen zählen, die sich von einer ganz besonderen Kampfsportart begeistern lassen hat: Capoeira. Als gebürtiger Brasilianer möchte er seine Kultur in Deutschland weitervermitteln. Capoeira ist ein Nationalsport und begleitet Mauricio seit seinem achten Lebensjahr. Und mit bereits 21 Jahren konnte er sich einen Lebenstraum erfüllen: Seine Leidenschaft beruflich verwirklichen und in der Capoeira Community groß anerkannt werden. In der Capoeirawelt ist er als Mestre Dedé bekannt. So hat er nicht nur seine Technik perfektioniert, sondern auch in mehr als 32 Ländern die unterschiedlichsten Kulturen kennengelernt, bis der 2003 nach Frankreich und 2005 mit seiner Frau Heike Raatz nach Stuttgart zog. Er hat die Gruppe Arte Nacional Capoeira, der er als Mestre vorsteht, im Jahr 2000 in São Paulo gegründet. In Deutschland kooperiert diese mit dem Verein brasilianischer Kulturen Stuttgart e V. 

Und was ist Mestre Dedés größtes Anliegen? Die Kampfkunst Capoeira an alle, besonders an den sozial Schwachen, weiterzugeben und dabei Respekt, Toleranz und Würde zu vermitteln. 

Unser Interviewpartner Mauricio Ferreira da Luz ist Capoeira Lehrer

 

Wie hast du zum Capoeira gefunden? In welchem Alter hast du deine ersten Schritte gelernt? 

Ich habe Capoeira-Kunst als Kind mit 8 Jahren begonnen, damals als Spiel … Es hat mich so begeistert, dass ich sehr viel trainiert habe.

 

Wie schwer ist es, diesen Sport zu meistern? Welche Fähigkeiten muss man beherrschen, um Capoeira anderen beizubringen? Welche Ausbildungen hast du gemacht?

Es zu trainieren, ist nicht so schwer, aber es wirklich zu meistern, ist hart. Man muss immer auf dem Laufenden bleiben und sich immer weiter entwickeln, nicht nur körperlich in den Bewegungen, sondern auch beim Musik machen. Man sollte reisen und sich weiterbilden, auf Workshops unterrichten, aber auch Workshops selbst organisieren, um seine Arbeit voranzubringen.

Auch muss man auf sich aufpassen und in Form bleiben, sowohl körperlich, aber auch geistig und soziale Kontakte pflegen.

Ich trainiere täglich meine Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit, und achte auf meine Ernährung, auf Erholung und Schlaf.

Vor allem ist es wichtig, seine Arbeit zu lieben, verantwortungsvoll und eine gute Führungsperson zu sein; die Schüler, den Sport und die Kunst zu respektieren. Außerdem sollte man diszipliniert sein und ganz wichtig in Deutschland: pünktlich.  

 

Oft benutzt du das Berimbau. Welchen Zweck erfüllt dieses Instrument im Rahmen des Capoeira?

Eigentlich jeden Tag: Zum einen zum Üben, aber auch weil der Klang mich entspannt und ich in einem Flow komme. Berimbau zu spielen, weckt in mir viele Ideen und gibt mir Inspiration.

Für mich ist es ein magisches und fast heiliges Instrument.

In der Capoeira gibt das Berimbau den Rhythmus vor, in dem gespielt wird. Man sagt, es kommandiert/dirigiert die Roda. Es bestimmt die Stimmung der Teilnehmer der Roda. Ohne Berimbau keine Capoeira Roda und kein echtes Spiel.

 

Mit Kampfsportarten verbindet man vor allem Disziplin. Welche Fähigkeiten außer Disziplin lernt man beim Capoeira noch und wie wirken sich diese positiv auf andere Lebensbereiche aus?

Die Capoeira ist sehr ganzheitlich: Man hat Sport, aber auch echten Kampf, Tanz und Spiel, aber auch Integration mit Menschen. Für viele ist es auch eine Therapie.

Ich habe dadurch mein Selbstvertrauen und meine Aufmerksamkeit entwickelt; natürlich auch Gleichgewicht, Beweglichkeit, Reaktionsvermögen usw. 

Es hat mir Respekt und Anerkennung in der Gesellschaft verschafft. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Brasilien, Asien und USA.

Ich habe mich zu einem Lehrer und Botschafter für die Capoeira-Kultur entwickelt, die Spaß und Selbstvertrauen vermittelt.

Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Kämpfern aus anderen Kampfkünsten zu messen und habe ihren Respekt gewonnen. Es ist mir gelungen zu zeigen, dass die Capoeira auch echter Kampfsport ist und ich kann sagen, dass ich mich dadurch auch in realen Gefahrensituationen verteidigen kann.

Ich habe durch die Capoeira eine Familie und Freunde gefunden. 

Für mich bietet sie nicht zuletzt die Grundlage, meine Angehörigen in Brasilien auch finanziell zu unterstützen.

Man hat Sport, aber auch echten Kampf, Tanz und Spiel

 

“Wir wollen Völker zusammenbringen” 

Mestre Dedé hat viele Kulturen kennengelernt und möchte mit  Capoeira, die auch sehr ganzheitlich aufzufassen ist, etwas Verbindendes herstellen. Diese Kampfkunst aber wirklich zu beherrschen, bedeutet hartes Training: Nicht nur körperlich, sondern auch geistig soll man sich dabei immer weiterentwickeln dies ist besonders in der Funktion als Lehrer und Vorbild für die Schüler sehr wichtig. Das Berimbauspielen ist noch einmal eine besondere Kunst: Musik ist bei Capoeira eine wichtige Komponente, sorgt für Rhythmus, unterstreicht das Spielerische und die Lebensfreude. 

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