Cinemagraphie – eine neue Kunstform?

Veröffentlicht am 12 Juni 2019 von Verena Arnold
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Es ist kein Video und es ist auch kein Foto – es ist ein Cinemagraph. So heißen die kurzen Mini-Szenen, bei denen der Fokus auf einen einzelnen bewegten Bildausschnitt gelenkt wird. Der Rest des Motivs wird eingefroren und das Ganze dann als GIF in einer Endlosschleife abgespeichert. Gerade durch die Endlosschleife entstehen Sequenzen, die dafür sorgen, dass man länger als gewöhnlich auf das Bild sieht.  

Der 48-jährige Sebastian Matthias stammt aus Bad Schwalbach und ist in Taunusstein aufgewachsen, also ein waschechter hessischer Bub. Nachdem Sebastian lange Zeit als Kamera-Assistent und Assistent für freie Produktionen gearbeitet hatte, ging er 1999 in London auf die Filmschule. 2002 investierte Sebastian in eine Steadicam, das ist eine Kamera-Stabilisierungsystem für frei bewegliche Kameraleinstellungen, und er wurde Steadicam-Operator.

2006 begann Sebastian Matthias ein Studium als Medien-Designer in Mainz. Danach konzentrierte er sich mehr und mehr auf die Fotografie, gab Workshops und nahm Fotoaufträge an.  2016 fand er ein eigenes Studio in Wiesbaden, von dem aus er seitdem arbeitet. Seine Schwerpunkte liegen in der Werbefotografie, der Porträtfotografie und der Businessfotografie. Sensibel geht Sebastian dabei stets auf die Besonderheiten seiner Kunden ein.

Unser Interviewpartner und Cinemagraph-Artist Sebastian Matthias

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Sebastian, was verbirgt sich hinter deinem Titel Cinemagraph-Artist? Welchen Aufgaben gehst du nach? Auf welche Motive fokussierst du dich in der Werbe- und Businessfotografie und was erfüllt dich an deinem Beruf besonders?

Als Cinemagraph-Artist macht man Cinemagraphs und Kunst. Das trifft es ganz gut, weil jedes Cinemagraph ein Kunstwerk ist.

Als Werbe-und Businessfotograf finde ich es vor allem spannend, Menschen,Unternehmen und Produkte kennenzulernen.

Die möchte ich dann so fotografieren, dass ich die Bilder selbst toll finde und der Kunde auch. Ich bin da nicht auf eine Branche spezialisiert. Das schönste Kompliment ist für mich immer, wenn der Kunde die Bilder gut findet.

 

Wie würdest du deinen Fotostil grundsätzlich beschreiben? Wie setzt du die Personen vor deiner Kamera am besten in Szene? Was macht für dich einen guten Fotografen in der Werbe -und Businessfotografie aus?

Ich glaube, daß es den grundsätzlichen Stil nicht gibt. Jedes Konzept erfordert eine für die jeweilige Person oder das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Herangehensweise. Mal passt eher Farbe, mal Schwarz-Weiss. Manchmal passen Indoor-Aufnahmen besser, manchmal Outdoor. Macht ein High-Key Look  Sinn, oder vielleicht Low-Key ?

Das hängt immer davon ab, was zum Kunden oder zum Unternehmen passt. Und genau das macht meiner Meinung nach auch einen guten Business- oder Werbefotografen aus : Sich auf den Kunden oder das Produkt einlassen zu können, ohne eine eingefahrene immer gleiche Bildästhetik zu liefern. Es bedarf eines uneingeschränkten kreativen Interesses für neue Herangehensweisen, gepaart mit dem technischem KnowHow die gewünschten Ergebnisse liefern zu können.

 

Mit welchen Utensilien arbeitest du in der Werbe -und Businessfotografie? Welche Gegenstände bindest du in deine Shootings mit ein? Welche Kamera verwendest du? Auf welche Funktionen legst du bei einer Kamera besonders Wert? Mit welchen Programmen bearbeitest du deine Bilder im Anschluss an das Shooting?

Weil gutes Licht für gute Bilder essentiell ist, arbeite ich natürlich mit Blitzen und Lichtformern unterschiedlichster Art. Das können einfache Softboxen sein, Sriptlights, Beautydish oder auch Schirme.

Oft arbeite ich auch mit „bounce“ (reflektiertem Licht), weil ich damit sehr weich leuchten kann oder gezielt Reflexe in spiegelnde Oberflächen zeichnen kann. Deswegen sind bei mir auch immer Styros + Reflektoren mit am Start. Auch Licht wegnehmen ist oft wichtig.

„Grip“, also alles was man zum Befestigen und Einstellen der Utensilien braucht, habe ich immer genug dabei.Wichtig ist natürlich auch ein guter externer Belichtungsmesser, um jede einzelne Lampe / Blitz einmessen zu können. Meine Hauptkamera ist eine Canon 5D Mark 4 mit unterschiedlichsten Optiken. Oft arbeite ich über Adapter mit Objektiven einer Mittelformatkamera, weil ich dann durch den größeren Bildkreis nur den „Sweet Spot“ der Optik nutze und trotz des Verlängerungsfaktors die Tiefenschärfe einer weitwinkligeren Optik nutzen kann.Eine „gute Kamera“ hat meiner Meinung nach neben einer guten Auflösung möglichst wenig SchnickSchnack und digitale Assistenten. Leider gibt es diese Kameras nur noch selten.

Ich bearbeite meine Bilder anschließend fast ausschließlich in Photoshop und Lightroom. Selten nutze ich auch Programme wie MagicBullet.

 

Was sind Cinemagraphs? Wo werden die Bilder in der Regel eingesetzt und von welchen Unternehmen werden die Cinemagraphs genutzt und warum? Wie entstehen die Lebenden Bilder?

Cinemagraphs entwickeln sich immer mehr zu einem Hauptarbeitsfeld für mich. Ich beschäftige mich schon seit einigen Jahren mit der Erstellung von Cinemagraphs und perfektioniere sie immer weiter. Bei Cinemagraphs handelt es sich um eine Mischung von Video und Film. Cinemagraphs sind Photos, in denen sich nur ein Teil des Bildes bewegt. Die Fotos scheinen zu leben. Cinemagraphs werden deshalb auch als „living pictures“ oder „living photos“ bezeichnet. Eine wunderbare Möglichkeit, in einem Bild eine Geschichte zu erzählen.

Dem Betrachter eines Cinemagraphs ist es dabei fast unmöglich wegzuschauen, weil er eigentlich ein Foto erwartet und sich dann aber im Foto etwas bewegt.

Eingesetzt werden sie überall dort, wo man möglichst schnell viel Aufmerksamkeit erreichen möchte. Also auf Webseiten, bei Facebook, Instagram, als Werbebanner/PopUps im Netz, auf Werbedisplays und auf Messen. Sowohl die Verweildauer als auch die Klickraten sind bei Cinemagraphs um ein Vielfaches höher als bei klassischen Fotos.

Auch in Installationen oder Verkaufsflächen in Geschäften/Schaufenstern sind sie ein echter Hingucker. Anders als bei Gifs ist die Auflösung sehr hoch, die Datenmenge aber klein.

Inzwischen nutzen immer mehr Firmen Cinemagraphs (zB. DeutscheBahn, Lufthansa, MCDonalds ).

Für die Herstellung eines Cinemagraphs nutze ich meist unterschiedliche Programme. Das hängt immer vom jeweiligen Einsatzgebiet ab. Hauptsächlich zu nennen ist hier Photoshop, aber oft brauche ich zusätzlich Premiere, Davinci, MagicBullet und ähnliche.

Die Vorgehensweise ist bei jedem Cinemagraph unterschiedlich, weil Bewegungsrichtungen, Geschwindigkeiten und gewünschter Look immer unterschiedlich sind.

 

Der moderne Werbefotograf beherrscht diverse Techniken

In einer Zeit, wo die Smartphones bessere Fotos machen, als es vor noch nicht allzu langer Zeit teure Kameras vermochten, ist der Berufsfotograf gut beraten, wenn er sich einige zusätzliche Fertigkeiten aneignet. Neben dem Fotografieren ist Video eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber auch die Beherrschung der einschlägigen Bildbearbeitungsprogramme und die rasche Adaption von neuesten Digitaltechniken. So zum Beispiel die Cinemagraphie, in der Foto und Video in der Verschmelzung eine neue Kunstform bilden, die von der Werbung gerade im Internet gern genutzt wird.

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