Die Gemeinsamkeit der Klassiker

Veröffentlicht am 18 September 2019 von Verena Arnold
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Moby Dick, 1984, Harry Potter, der kleine Prinz, Früchte des Zorns – diese klassischen Romane haben alle eines gemeinsam. Nicht, dass man sie gelesen haben sollte (was auf jeden Fall trotzdem zutrifft), sondern dass sie alle von einem Lektor liebevoll korrekturgelesen, stilistisch angepasst und verbessert wurden. Denn hinter jedem großen Autor steckt – auch wenn sie das nicht gerne zugeben – ein genauso großer und talentierter Lektor. 

Janina Klinck hat alles, was einen guten Lektor ausmacht: das Studium, die Praktika, das Auge und vor Allem die Leidenschaft. Schon als Kind war vor ihr kein Buch sicher, was sie gemeinsam mit ihrem kulturellen Interesse und ihrer Sprachaffinität schon früh in Richtung Medien gelenkt hat. Heute hat sich Janina ihren Traum erfüllt, gemeinsam mit Autoren, Verlagen und Studenten arbeitet sie daran, die literarischen Werke ihrer Mitmenschen zu perfektionieren. 

Es mag schwer sein, ein fertiggestelltes Manuskript in fremde, kritische Hände zu geben, doch wie die vielen zufriedenen Kunden auf Janinas Seite belegen, so ist es eine Entscheidung, die man keinesfalls bereuen wird! 

Unsere Interviewpartnerin ist Lektorin Janina Klinck

Seit wann lebst du nun schon deine Passion für die Literatur aus? Warum hast du dich für diesen speziellen Berufszweig entschieden?

Ich liebe die Literatur, seit ich denken kann. Als Kind konnte ich all meine Lieblingsbücher mitsprechen und habe so getan, als könnte ich lesen. Als ich dann lesen konnte, war kein Buch mehr vor mir sicher. Der Wunsch, auch beruflich in die Buchbranche zu gehen, war daher nicht so abwegig, dafür aber auch nicht so selbstverständlich, denn Jobs sind in dieser Branche heiß begehrt. Im Endeffekt habe ich nach Beendigung meiner Praktika einfach alles auf eine Karte gesetzt und mein Glück versucht, als Freie Lektorin in der Verlagsbranche Fuß zu fassen – und zu meinem Glück hat das tatsächlich geklappt. 

 

Welche Tipps könntest du Autoren geben, die gerade eine Schreibblockade haben und keine Ideen mehr zu Papier bringen können? Was können sie dagegen tun?

Bei Schreibblockaden gibt es natürlich kein Standardrezept. Den einen hilft es, sich mit einem neuen Projekt zu beschäftigen, anderen hilft ein sehr gründlich skizzierter Plan des Plots, noch bevor sie mit dem Schreiben beginnen. Tatsächlich kann ich jedem Autor empfehlen, auch schon während des Schreibprozesses (s)einen Lektor miteinzubeziehen. Die meisten von uns haben ein Literaturstudium absolviert und Erfahrung damit, Plots dramaturgisch dicht aufzubauen und vielseitige Charaktere zu entwickeln. Steckt man fest, kann eine objektive und zugleich professionelle Sichtweise dabei helfen, die Schreibblockade zu überwinden. 

 

Wie löst du am besten Problemstellungen deiner Kunden? Welche spezielle Technik hast du für dich selbst entwickelt, um kreative Einfälle zu fördern?

Ich würde die im Lektorat anfallenden Fragen zunächst einmal nicht als „Probleme“ bezeichnen. Es geht in einem Lektorat nicht darum, dass das, was der Autor geschrieben hat, falsch ist oder ein Problem darstellt. Es geht vielmehr darum, den Text des Autors in dramaturgischer, stilistischer und sprachlicher Hinsicht für den Buchmarkt zu optimieren. Dafür gebe ich ihm Anregungen, wie man eine Szene, einen Charakter, eine Beschreibung usw. alternativ darstellen könnte, um mehr Spannung aufzubauen, den Protagonisten authentischer wirken zu lassen oder eine dichtere Atmosphäre zu erschaffen. Aber das sind alles nur Alternativvorschläge. Am Ende hat der Autor natürlich immer die Freiheit, meine Optimierungsvorschläge abzulehnen oder zu verändern.

 

Warum lohnt es sich, wenn man einen Profi engagiert, der die Korrektur des eigenen Werkes übernimmt? Warum sollte man diese Arbeit lieber nicht ganz alleine durchführen?

Für die Korrektur – also das Korrektorat – lohnt es sich, einen Profi zurate zu ziehen, weil er den Duden wie seine Westentasche kennt. Viel wichtiger aber ist es in meinen Augen, während des Lektorats mit einem Profi zusammenzuarbeiten, weil man als Autor seiner eigenen Geschichte nicht mehr objektiv ist. Man fühlt jedes Wort, liebt jeden Charakterzug seines Protagonisten, jedes Detail der Handlung. Nicht umsonst sprechen wir intern von Buchbabys. Kritik daran tut weh, ja, aber alle meine Autoren sind am Ende unserer Zusammenarbeit glücklich darüber, sich für das professionelle Lektorat entschieden zu haben. Warum das dann aber nicht die Mutti oder die beste Freundin übernehmen können, die ja viel günstiger sind als ein professionelles Lektorat? Zum einen weil Mutti und die beste Freundin ihre Kritik meist durch einen Filter schicken, der die Kritik schmälert, leichter verdaulich macht, auch mal Fünfe gerade sein lässt, wodurch nicht das gesamte Potenzial eines Manuskripts ausgeschöpft werden kann; zum anderen weil sie in der Regel nicht über das Know-how eines Literaturwissenschaftlers verfügen. Es lohnt sich also immer, in ein Lektorat zu investieren, wenn man sich als Autor auf den großen weiten Buchmarkt wagt und plant, dort Fuß zu fassen.

 

Wenn man den Überblick verliert… 

Wer es schon einmal probiert hat, weiß, wie herausfordernd es sein kann, ein eigenes Buch zu schreiben. Von dem roten Faden, der sich durch das Werk ziehen sollte, bis zu kleinen Logikfehlern oder stilistischen Fehltritten muss auf alles geachtet werden – da kann der Überblick schnell verloren gehen. Hier greift Janina ein: durch ihren geschulten, objektiven Blick erkennt sie bisher ungekannte Möglichkeiten, sein Werk noch weiter zu verbessern. Vielen Dank an Janina für ein grammatisch korrektes, stilistisch perfektes Interview!

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