„Ein Bild ohne Rahmen ist wie eine Seele ohne Körper“

Veröffentlicht am 4 Februar 2020 von Verena Arnold
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Vincent van Gogh ist für eine Vielzahl an beeindruckenden Kunstwerken bekannt. Aber können Sie sich seine Sternennacht oder seine Sonnenblumen ohne den passenden Rahmen vorstellen? Es würde ohne Zweifel etwas fehlen. Erst der passende Rahmen rundet ein Gemälde ab – und gibt der Seele einen Körper. Doch die richtige Auswahl ist nicht einfach. Welche Farbe soll gewählt werden? Welches Material? Wie breit soll der Rahmen sein? Wie wird das Bild am besten geschützt und konserviert? Um diese und noch viele weitere Fragen zu beantworten, gibt es professionelle Einrahmer, die mit ihrer Expertise unterstützen können.

Claudia Madlberger ist  geprüfte Facheinrahmerin im Glasereibetrieb ihres Mannes und Schriftführerin im Österreichischen Verband für Bild und Rahmen (ÖVBR). Ihre Ausbildung beruht auf einem HTL-Abschluss im Bereich Möbelbau und Innenausbau sowie der Weiterbildung zum Geprüften Facheinrahmer. Schließlich übernahm sie den Einrahmungsbereich im Betrieb ihrer Schwiegereltern. 

Der ÖVBR ist eine Interessensgemeinschaft zum Thema Bildereinrahmung. Die Mitglieder sind Einrahmer und Lieferanten. Dabei sind KMU’s und Einzelkämpfer ebenso wie größere Betriebe vertreten. Einige Betriebe sind Familienbetriebe, die die Einrahmung als weiteres Standbein betreiben, wie Buchbindereien oder Glasereien. Es gibt aber auch Firmen, die sich nur der Einrahmung widmen. Das Einrahmergewerbe in Österreich ist ein Freies Gewerbe, es ist also keine Ausbildung vorgeschrieben. Deshalb ist der Zugang der Mitglieder sehr unterschiedlich und breit gefächert – Glasermeister, Bildhauer, Buchbinder, Kunsthistoriker und auch jede Menge Quereinsteiger. Vom ÖVBR werden fast jedes Jahr fachspezifische Seminare angeboten, die von Claudia Madlberger und weiteren Mitgliedern angefragt und besucht werden. 

Unsere Interviewpartnerin Claudia Madlberger ist Obfrau im Verband für Bild und Rahmen

 

Seit wann existiert der Österreichische Verband für Bild und Rahmen? Wie lange bist du schon Obfrau im Verband und was gehört zu deinem Aufgabengebiet? Was fasziniert dich an deinem Beruf?

Als ÖVBR besteht der Verband seit 2006, er ist die Weiterführung der Österreichischen Akademie für Facheinrahmer, die 2002 gegründet wurde. Eveline ist seit 2017 unsere Obfrau. Sie ist unsere Repräsentantin nach außen. Eveline war in einer Glaserei beschäftigt und hat dort eingerahmt, bevor sie sich 2010 selbständig machte: „2010 wurde ich in die Selbstständigkeit entlassen. Seither tragen mich meine Tagträume, viele Kundenwünsche, ausgedehnte Vernissagen-Plaudereien, die treuesten Handelsreisenden, alle guten Geister in den Logistikzentren von Zulieferern, Geldinstituten, Kammern, Paketdiensten und der Verband für Bild und Rahmen.“

 

Wofür steht der Österreichische Verband für Bild und Rahmen? Wie viele Mitglieder zählt derzeit der Verband und was gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Verbands? Welche konkreten Ziele strebt er an?

Der ÖVBR steht für ein Netzwerk innerhalb der Branche. Ziel ist es, Fachexpertise und Wissensaustausch anzubieten und Kontakt zwischen Einrahmern und Lieferanten zu sein. Über die Grenzen hinweg arbeiten wir auch mit den Verbänden aus Deutschland und der Schweiz zusammen.
Der Verband zählt derzeit 26 Mitglieder. Eine Großzahl davon engagiert sich im Verband und kommt zu Weiterbildung und Erfahrungsaustausch.
Das Hauptaugenmerk des Verbandes liegt in der Wissensvermittlung und Fortbildung, da es sonst nur wenig Möglichkeiten dafür in der Branche gibt. Das Fachbuch der Einrahmungsstandards wird auch von uns gedruckt und verbreitet.

 

Welche Weiterbildungen bietet der Verband an? Welche Ausbildungsstätten bieten überhaupt eine eigenständige Weiterbildung in diesem künstlerisch-handwerklichen Beruf an? Wie lange dauert die Weiterbildung zum Geprüften Bildeinrahmer und wie hoch sind die Fortbildungskosten?

Die Weiterbildungen werden in der Regel jährlich angeboten, die Themen reichen von konservierender Einrahmung über Papiermontagen zu Methoden der Rahmengestaltung. Auch die kaufmännische Seite wird besprochen, das Verhältnis zwischen den Verbandsmitgliedern ist sehr gut und konstruktiv. Man kann jederzeit telefonisch oder per Mail Hilfe erbitten und Problemstellungen besprechen. Es gibt in Österreich keine eigenen Ausbildungsstätten. Wir haben schon in der Glasfachschule in Kramsach Seminare angeboten und auch bei verschiedenen Lieferanten oder bei Mitgliedern in der Werkstatt, je nach Erfordernissen.
Die Ausbildung zum Geprüften Facheinrahmer wird derzeit nicht angeboten, allerdings sind die stattfindenden Seminare auch Teile dieser Ausbildung. Für die abschließende Prüfung haben wir derzeit kein Prozedere, wir arbeiten aber daran. Die Kosten der Seminar sind unterschiedlich, meist circa 350 Euro. Verbandsmitglieder haben ermäßigte Preise, manche Angebote sind auch nur für Mitglieder nutzbar.

 

Warum ist der Rahmen für ein Bild so wichtig? Welche Gründe sprechen für das Einrahmen und warum ist es wichtig, eine hohe Qualität in der Einrahmung zu sichern? Kannst du uns ein paar hilfreiche Tipps geben, worauf man bei der Einrahmung achten sollte?

Der Rahmen hat mehrere Funktionen. Zum einen ist er ein gestalterisches Element, er soll das Kunstwerk ins rechte Licht rücken und die Vorzüge betonen.
Zum anderen ist er wichtig für die Erfüllung der technischen Anforderungen, er schützt das Bild durch das Glas, trägt die Aufhänger und stellt sicher, dass das Bild lange in seiner Pracht erstrahlt.
Die Qualität der Einrahmung stellt sicher, dass der Zustand des Bildes erhalten bleibt. Jeder kennt die Präsentation eines Posters mit Klebefilm oder Reißzwecken – abgesehen vom optischen Eindruck reißen die Kanten ein oder das Bild bleicht aus.
Der Facheinrahmer bespricht mit dem Kunden den Wert – der durchaus nur persönlich und ideell sein kann – des Bildes und die gewünschte Präsentation, und empfiehlt dann Möglichkeiten und technische Lösungen.
Das Hauptaugenmerk des Einrahmers liegt darin, das Bild in seinem Zustand zu erhalten, die Montagen sind reversibel und die verwendeten Materialien schützen bestmöglich und sind säurefrei.
Beim Einrahmen ist darauf zu achten, dass sorgsam mit dem Bild umgegangen wird. Das richtige Glas ist wichtig für die Vermeidung von Lichtschäden und den ungetrübten Blick auf das Bild.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein Bild zu rahmen. Der Facheinrahmer wird diese aufzeigen und die technisch beste Lösung und Farbkombination für das Bild anbieten.

Der ÖVBR steht für ein Netzwerk innerhalb der Branche

 

Wissensvermittlung und Fortbildung

Darauf fokussiert sich der Österreichische Verband für Bild und Rahmen hauptsächlich. Den Mitglieder werden immer wieder Weiterbildungen oder Seminare angeboten und das Verhältnis zwischen den Fachkräften ist sehr konstruktiv. Bei Fragen kann man jederzeit Unterstützung erbitten und wird professionell beraten. Die Expertise der Mitglieder kommt auch den Kunden zugute. Die Einrahmer besprechen ausführlich die Möglichkeiten, die man hat, um Bilder möglichst gut zu schützen und lange zu erhalten. Zudem werden auch optische Vorstellungen genauestens analysiert und bestmöglich umgesetzt. So erstrahlt das Bild lange in seiner Pracht.

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