Ein Fotokaufmann, der lieber fotografiert

Veröffentlicht am 5 August 2019 von Verena Arnold
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Michael Stange, 1951 in Osnabrück geboren, wurde die Fotografie sozusagen in die Wiege gelegt. Denn im gleichen Jahr, als er das Licht der Welt erblickte, gründete sein Vater sein eigenes Fotogeschäft namens Photo Stange in Osnabrück. Das Unternehmen Photo Stange verkaufte Kameras, hatte ein Schwarz-Weiß-Labor und später auch ein Farblabor. Mitte der 60er-Jahre kam laut Michael Stange das Studio für Portrait- und Hochzeitsaufnahmen hinzu.

In den 80er-Jahren war es dann soweit: Michael Stange übernahm die Firma von seinem Vater. Dort arbeitete er auch viele Jahre. Doch bald merkte er, dass er sich nicht nur dafür interessierte, Kameras zu verkaufen und Fotos zu entwickeln – nein, er wollte selbst Fotograf werden. Also verkaufte Michael Stange das Geschäft in Jahr 2015 kurzerhand.

Der Fotokaufmann bildete sich zum Fotografen aus. Und heute hat Michael Stange sein eigenes Fotostudio, das sich in Osnabrück befindet. Mehr zu ihm erfährt man unter www.michaelstange.de. 

Unser Interviewpartner Michael Stange ist Fotograf von Beruf

 

Michael, du hast erst relativ spät damit begonnen, dich professionell mit der Fotografie zu beschäftigen. Kannst du uns mehr zu deinem bisherigen Werdegang erzählen? Womit hast du dich vor deiner Tätigkeit als Fotograf befasst? Welche Bereiche in der Fotografie bereiten dir besonders Freude?

Alles Begann mit meiner Einschulung. An diesem Tag bekam ich meine erste Kamera. Später fotografierte ich in meinem Kellerstudio Freunde und Freundinnen und deren Freunde und Freundinnen. Als jugendlicher gründete ich zusammen mit einem Freund eine Filmgruppe, kauften Equipment wie die 16mm Arri-Kamera, Schneidetisch, Lampen etc. Das alles kostete viel Geld, auch die Filme und ihre Entwicklung. Wir finanzierten unser Hobby mit Filmen für die Stadt sogenannte Stadtreports. Auch für das Fernsehen stellten wir Beiträge her, wenn die kein eigenes Team schicken wollten. Später brachte eine Freundin, die in Süddeutschland Maschenwarendesign studierte, immer diverse Modezeitungen wie die Vogue, Elle etc. auf ihrer Zugfahrt in den Norden mit, die wegen des Gewichtes dann immer bei mir blieben. Mich begeisterten die darin gezeigten Modefotos.

In unserem Geschäft absolvierte ich dann eine Ausbildung zum Fotokaufmann. Als in unserem Studio eine Fotografin aufgrund von Heimweh kündigte und die verbleibende Fotografin nun deutlich mehr Arbeit hatte, übernahm ich die Workshops der heimgereisten Fotografin für fotobegeisterte Amateure. Da ich keinen wirtschaftlichen Druck hatte, wie viele andere Fotografen, die damals in den Jahren 2003 und 2004 eher klassisch fotografierten, konnte ich meine Ideen und Inspirationen, die ich aus den Modezeitungen hatte, so richtig ausleben. Das kam bei den Modellen, die wir für die Workshops gebucht hatten, gut an. Bald durfte ich deren Freundinnen auch fotografieren. Ein Hobby wurde da zur Leidenschaft und diese wiederum zu meinem Beruf. Es folgten Nominierungen, Preise und Auszeichnungen.

Meine Lieblingsgebiete in der Fotografie sind Einzel- und Paarportraits, wobei die Einzelaufnahmen auch Porträts von Geschäftsleuten und Künstlern sein können sowie natürlich von Hochzeiten. Mein Spezialgebiet sind Hochzeitsportraits. Die nehme ich möglichst an besonderen Orten auf, zu denen die Paare eine besonders emotionale Beziehung haben. So kommt es, dass ich sehr oft mit Hochzeitspaaren ins europäische Ausland fliege und dort die Fotos schieße. Das ist meistens günstiger, als man sich das im ersten Moment so vorstellt.

 

Als Fotograf fertigst du viele Bilder in der sogenannten fine art photography an. Was versteht man unter diesem Begriff? Wie hebt sich dieser Bereich in der Fotografie von anderen ab? Wozu werden Bilder der fine art photography häufig verwendet?

Tja, das ist eine Frage, die sicherlich viele Antworten zulässt. Für mich ist diese Art der Fotografie ein ästhetisches Bild mit einem reduzierten, aber auf den Punkt gesetztem Licht. Vielleicht könnte man es auch mit künstlerischer Fotografie übersetzen. Es ist sehr schwer für mich, dafür eine exakte Definition zu finden, denn die Grenzen sind auch nicht scharf umrissen. Sehr häufig sind Bilder der fine art photography in den Farben Schwarz-Weiß gehalten.

Der Unterschied zu herkömmlichen Bildern liegt größtenteils in der Lichtführung und der Gestaltung des Bildes. Ein solches Bild ist genauso als Wandbild und – je nach Beruf – auch als Businessbild oder Autoren- und Künstlerbild geeignet.

 

Du hast viele Jahre lang Kameras verkauft und kennst deshalb viele verschiedenen Kameramodelle und -hersteller. Mit welcher Kamera arbeitest du heute als Fotograf? Welche Funktionen sind dir bei deiner Kamera besonders wichtig?

Diese Frage gefällt mir eigentlich gar nicht. Viele Hersteller bauen gute Kameras und ein Bild entsteht nicht in der Kamera, sondern im Kopf des Fotografen. Vor Jahren hatte ich einmal diese Frage beantwortet und bekam als Antwort: «Naja, kein Wunder – mit so einer Kamera». Daraufhin beschloss ich eine Aktion zu machen: das iShooting, bei dem ich die Bilder mit meinem iPhone aufnahm. Es hat viel Spaß gemacht und es entstanden dadurch Einladungskarten für eine Hochzeit und sogar ein CD-Cover.

Wichtige Funktionen einer Kamera sind an die Aufgabe gekoppelt. Bei einer Hochzeit verwende ich in der Kirche gerne eine Kamera, die völlig lautlos arbeitet. Bei einem Outdoorshooting in normaler Umgebung ist das eher unwichtig. Manchmal muss die Kamera schnell sein oder auch bei sehr geringem Licht noch gute Ergebnisse liefern. Für riesige Bilder benötigt man eine große Pixelauflösung, wenn das Bild jedoch nur für ein Social-Media-Account genutzt wird, wäre das wie mit Kanonen auf Spatzen schießen.

 

Hochzeiten gelten als einer deiner Schwerpunkte. Du fertigst sowohl Hochzeitsreportagen an als auch gesonderte Aufnahmen des Brautpaares. Wie beschreibst du deinen Stil für die Aufnahmen? Welche Momente versuchst du mit deiner Kamera einzufangen? Auf welche Details achtest du vorwiegend?

Bei Hochzeitsreportagen versuche ich den Tag durch gefühlvolle Bilder festzuhalten und möglichst viele emotionale Momente zu fotografieren. Ein Blick, Händchenhalten, ein Kuss oder eine liebevolle Berührung sind Dinge, auf die ich achte, damit ich sie bildlich in die Reportage einbinden kann. Dabei sind natürlich auch Details am Kleid, dem Schmuck, die Schuhe etc. genauso wichtig wie die Details bei der Dekoration der unterschiedlichen Locations. Für diesen Anlass ist es schön, auf eine Ausrüstung mit lautloser Kamera, die auch noch möglichst in Verbindung mit lichtstarken Objektiven, in einer eher dunklen Kirche gute Ergebnisse liefert, zugreifen zu können. Die Liste der Dinge, die ich versuche mit der Kamera einzufangen, ist sehr, sehr lang und man könnte es am besten damit beschreiben, indem man einfach «alles» sagt.

Wie oben bereits erwähnt, versuche ich in Vorgesprächen herauszufinden, an welchen Orten das Paar sehr schöne emotionale Momente durchlebt hat. Das kann das erste romantische Wochenende sein, der erste Urlaub, der Ort beim Hochzeitsantrag oder die kommende Hochzeitsreise. Sieht man sich die Paaraufnahmen nach zehn oder 20 Jahren an, wird außer die Freude über einzigartige Hochzeitsbilder auch die Emotion des damaligen Momentes wieder wach. Es wird dem Paar noch viel Freude bereiten, sich diese Bilder anzuschauen. Preislich ist das Reisen in Deutschland und Europa sehr günstig und mal ehrlich: Was bleibt nach der Hochzeitsfeier außer den Fotos übrig? Das Essen ist verdaut, die Blumen verwelkt, der DJ oder die Band spielen woanders und der tolle Brautwagen fährt mit einem anderen Brautpaar.

Bei den Paaraufnahmen gibt es unterschiedliche Anforderungen. Es werden in erster Linie Bilder für Eltern, Familie, Trauzeugen etc. benötigt – auch auf der Dankeskarte sollte ein schönes Bild des Paares sein. Bei diesen Bildern sollte sich der Betrachter angesprochen fühlen. Und dann gibt es noch die Bilder, die nur für das Brautpaar sind. Das sind Bilder, bei denen sich das Brautpaar mit sich selbst befasst und nicht in die Kamera lächeln soll. Für Bilder in diesem Stil habe ich bereits Preise und Auszeichnungen bekommen – und vielleicht ist das mein Stil? 

Alles Begann mit meiner Einschulung

 

Mehrfach ausgezeichnet

Als Fotograf arbeitet Michael Stange allein. Der 67-Jährige holt sich aber bei Bedarf Assistenten, Visagisten oder/und Hairstylisten hinzu. Obwohl Michael Stange erst spät zur professionellen Fotografie kam, hat er sich in diesem Bereich schnell einen Namen gemacht. Seine Bilder erhielten nämlich internationale Auszeichnungen und Preise. Es gab sogar eine Ausstellung mit seinen Bildern. Seine Schwerpunkte sind: Hochzeiten, Paaraufnahmen, Einzelportraits und Personality Fotografie.

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