Ein Tauchkurs ist der Anfang

Veröffentlicht am 20 März 2020 von Verena Arnold
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Der Anfang auf dem Weg in die faszinierende Unterwasserwelt. Selbst wenn man im Urlaub erstmal nur Schnorcheln möchte, ist es ratsam zuerst dies nicht ohne Anleitung zu versuchen, damit man dieses Erlebnis wirklich genießen kann. Wer richtig tauchen möchte, kommt im Interesse der eigenen Sicherheit um einen Tauchkurs nicht herum.

Für mehr Informationen zu diesem Thema haben wir mit Martin Flietel gesprochen. Der 40-jährige Tauchlehrer ist nicht nur in Rostock geboren, sondern mit Leib und Seele Rostocker und plant deshalb auch, dort zu bleiben. Er sieht sich allerdings nicht als den, seiner Meinung nach, typischen Mecklenburger Brubbelkopp, was aber wohl mit seinem Werdegang zu tun hat.

Im Alter von 13 Jahren träumte er davon, Animateur zu werden. Da er nicht sicher war, ob sich dieser Berufswunsch realisieren lassen würde, entschied er sich für eine Ausbildung als Fliesenleger, hat dann aber nicht in diesem Beruf gearbeitet, sondern den Entschluss gefasst seinem Traum vom Animateur nachzugehen, auch um aus seinem Umfeld rauszukommen.

So nutzte er die Möglichkeit, in Rostock die einjährige Umschulung zum Zertifizierten Freizeitmanager und Gestalter zu machen, die ihn in den letzten 3 Monaten für den praktischen Teil ins Ausland führte. Er durfte zu Robinson in die Türkei, was er als die beste Schule seines Lebens empfand. Bis auf einige kleine Unterbrechung in der Schweiz und in Spanien blieb er dort fast 7 Jahre. Bei dieser Tätigkeit hat er entdeckt, dass er wirklich gut mit Menschen umgehen kann.

Zum Tauchen kam er dann aber in einem Heimaturlaub in Rostock. Dort hat er einen  Schnuppertauchen gemacht und wurde als Naturtalent bezeichnet. Das erinnert ihn an seinen Vater, der ebenfalls tauchte, an seine Liebe zum Meer und allem was in ihm ist und an die damalige TV Serie „Der Mann aus Atlantis“ mit Patrick Duffy und „Der weiße Hai“. Das zusammen mit seiner Freude am Umgang mit Menschen war die perfekte Kombination für ihn und brachte ihn auf einen neuen Weg.

Er absolvierte die notwendigen Ausbildungen, sammelte Erfahrungen als Tauchlehrer im Ausland und übernahm dann später die Tauchschule in Rostock und entwickelte diese weiter. Seine Idee dahinter war ein Zentrum für Taucher. Eine Tauchschule für alle, die es lernen wollen und sich weiterbilden möchten, ein Tauchshop, eine vollwertige Werkstatt für Tauchequipment aller Art, ein Verleih, eine Füllstation und ein Treffpunkt für Taucher die sich regelmäßig bei wirklich coolen und interessanten Abenden mit Vorträgen austauschen und sich inspirieren lassen. Und dies ist ihm  tatsächlich gelungen. Er vergleicht diese Entwicklung mit dem Getriebe seiner Harley. Die Zahnräder greifen ineinander.

Trotz dem umfassenden Service betreibt er die Tauchschule allein und wird lediglich von einem kleinen Team von Freiwilligen, die Spaß am Ausbilden haben, unterstützt, sowie von zwei Mitarbeitern, die ihm regelmäßig im Laden helfen. 

Unser Interviewpartner Martin Flietel ist Tauchlehrer

 

Martin, was hat dich dazu bewogen, eine Tauchsportschule zu gründen? Bist du schon lange im Tauchschulbetrieb tätig? Worin unterscheidest du dich von deiner Konkurrenz? Wodurch zeichnet sich dein Team aus?

Ich liebe es einfach. Aber ich habe die Tauchschule nicht gegründet. Die besteht schon seit 1992. Bevor ich diese 2017 übernommen habe, habe ich als Tauchlehrer in Ägypten gearbeitet, war dann irgendwann Basisleiter hier in Rostock in der Hohen Düne. Und schließlich gab es dann das Angebot vom Vorbesitzer, der auch ein Kumpel von mir ist, den Laden mit allem zu übernehmen. Das war die beste Entscheidung meines Lebens.

Was mich von meiner Konkurrenz unterscheidet, ist, dass ich für all das brenne und nicht nebenbei mache, sondern mit Leib und Seele. Ich gehe mit einem Grinsen zur Arbeit und komme genauso wieder nach hause. Es ist einfach meine Leidenschaft, Leuten das Tauchen und das Meer näherzubringen, sie aus Erfahrung ausführlich zu beraten und ebenfalls in Brand zu setzen. Dazu kommt noch, dass ich aktiv am Schutz mitwirken kann.

Und genauso arbeitet mein Team. Es sind unterschiedliche Charaktere, die somit unterschiedlichen Schülern die Möglichkeit bieten, ihren perfekten Ausbilder zu finden.

Unsere Gruppen bestehen aus maximal 4 Leuten im Pool und maximal 3 Leuten im Freiwasser. Das macht die Sache sehr persönlich und vor allem effektiv. Wir kennen alle die Namen unserer Schüler und man tauscht sich aus. Niemand geht unter in einer großen Gruppe. Braucht jemand länger für etwas, bekommt er quasi Privatunterricht. Natürlich ohne Aufpreis. Unsere Schüler geben das Tempo vor.

Ich denke, das ist der größte Unterschied zu anderen.

 

Welche Taucherleistungen bietet das Blue-Life-Center und welche Ausbildungsmöglichkeiten hat man in der Tauchsportschule Rostock? Wie sieht denn dein komplettes Kursangebot aus? Wie lange dauert ein Tauchkurs normalerweise und wo finden die Tauchgänge überhaupt statt?

Vom Schnorchelkurs übers Schnuppertauchen bis hin zum Tauchlehrer Assistenten ist alles dabei. Es gibt wirklich viele Spezialkurse zu machen. Zumindest die, die hier vor Ort möglich sind. Ein normaler Tauchkurs beinhaltet 4 Pooltauchgänge, in denen man alle Übungen unter “Laborbedingungen lernt und festigt” und 4 Freiwassertauchgänge, bei denen man alles unter realen Umständen wiederholt.

Heutzutage lernen die Schüler die Tauchtheorie über eine App wie in der Fahrschule.

Allerdings lass ich es mir nicht nehmen, den Schülern bei der Kursanmeldung einen kleine Reise durch die wichtigsten Abschnitte der Tauchtheorie zu geben. Danach wollen die meisten sofort ins Wasser.

Da die Pooltauchgänge an unsere Hallenzeiten gebunden sind, denke ich, dass wenn man Zeit hat, es ungefähr 5 Wochen dauert. Wir basteln die Termine um unsere Schüler herum, da die meisten berufstätig sind.

 

Welche Tauchausrüstung und welches Equipment kann man in deinem Tauchshop erwerben? Was gehört überhaupt zur Grundausstattung eines Tauchers und welche Ausrüstung benötige ich als Einsteiger und Anfänger? Muss ich gleich von Anfang an eine eigene Tauchausrüstung anschaffen oder kann ich die gesamte Tauchausrüstung bei dir ausleihen?

Bei mir kann man, ähnlich wie bei den Kursen, alles vom Urlaubsschnorchlerequipment bis zur äußerst professionellen Tauchausrüstung erwerben. Auch alle Preissegmente sind vertreten.

Zur Grundausstattung eines Tauchers gehören das ABC-System (Maske, Flosse, Schnorchel), das Isolationssystem (alles, was uns warm hält), das Tariersystem (Jacke und Blei), das Luftliefersystem (Atemregler und Flasche) und das Informationssystem (Tauchcomputer, Kompass usw.).

Welche Ausrüstung man braucht, um zu tauchen, ist wie beim Fahrradkauf: nur der Rahmen bringt nicht wirklich was. Es funktioniert nur komplett. Allerdings kommt es darauf an, wo man taucht. Ist es nur im Urlaub, sollten zumindest Atemregler, Tauchcomputer und die ABC-Ausrüstung vorhanden sein. Da machen dann Flasche und Blei wenig Sinn. Da für viele Leute aber Hygiene eine große Rolle spielt, nehmen auch viele ihre eigenen Anzüge mit. Wie du siehst, geht es eigentlich nur komplett.

Eine eigene Ausrüstung ist aber kein Kriterium, um bei uns einen Kurs zu beginnen. Was man möchte, kristallisiert sich dann erst raus. Natürlich haben wir einen ordentlichen Fundus an Leihausrüstung.

 

Wie viele Zertifizierungs- und Anerkennungsstufen gibt es beim Tauchen? Wie viele unterschiedliche Levels gibt es eigentlich und wie lange dauert es, bis man die erste Anerkennungsstufe erreicht hat? Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?

Das hängt ein wenig von der Tauchorganisation ab. Wir bilden nach SSI aus, einer der größten auf der Welt.

Es gibt im non professionellen Bereich 32 verschiedene Kurse, inklusive Spezialkurse. Es beginnt mit dem Try Scuba Diver und endet mit dem Masterdiver, den man durch eine bestimmt Anzahl von Tauchgängen und Spezialkursen erreichen kann. Danach wirds dann professionell und man kann versuchen, damit Geld zu verdienen. Was die meisten Hobbytaucher erreichen wollen, ist der AOWD (Advanced Open Water Diver). Der beinhaltet 4 abgeschlossene Spezialkurse nach Wahl und 24 geloggte Tauchgänge. Es ist wirklich für alle Interessen was dabei.

Dazu wird auch die Anzahl der geloggten Tauchgänge anerkannt. Da man jeden seiner Tauchgänge logt und das heutzutage ganz bequem in einer App, bekommt man diese Anerkennungen automatisch.

Die erste Anerkennung bekommt man als SpecialtyDiver. 12 Tauchgänge und 2 Spezialkurse, z. B. Navigation und Nachttauchen. Die erste Anerkennung für eine bestimmte Anzahl an Tauchgängen gibt es 100 Stück als CenturyDiver bis hin zu 5000 Stück als PlatinumDiver.

Die Grundvoraussetzung für alles ist das Go vom Arzt, welches man durch eine regelmäßige Tauchtauglichkeit erhält.

Ansonsten gibt es zu jedem Kurs eine Theorieprüfung und einen praktischen Teil. Ist aber alles kein Hexenwerk, da es sich ja um ein Hobby handelt.

 

Gute Vorbereitung ist wichtig

Und zwar ebenso wichtig wie die passende Ausrüstung. Tauchen ist ein besonderer Sport, da er neben den tollen Erlebnissen unter Wasser auch mit einigen unterschiedlichen Gefahren verbunden ist. Daher ist es so wichtig, nicht unvorbereitet oder mangelhaft ausgerüstet ins Wasser zu gehen. Alles, was wichtig ist, um diesen schönen Sport richtig genießen zu können, kann man in einer Tauchschule lernen. Wir danken Martin Flietel für seine Zeit und dieses informative Gespräch.

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