Eine bewegte berufliche Laufbahn, die in die Kinderschuhe zurückführte

Veröffentlicht am 22 April 2019 von Verena Arnold
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Manchmal wird einem durch das Elternhaus ein Berufsweg nahegelegt. Doch, dass es auf eine Weise geschieht, wie Christina Marx schlussendlich zur Fotografie fand, kommt – vorsichtig gesagt – bestimmt nicht allzu häufig vor. Aus der Unternehmungslust der Mutter ergab sich die Liebe zur Fotografie. Heute ist Christina freiberufliche Fotografin. Dabei geht sie vor allem gerne auf Reisen. Doch wie war ihre letzte Reise? Wohin ging es? Wohin zieht es sie besonders? Des Weiteren gibt Christina Seminare für fortgeschrittene Fotografen. Doch ab wann ist ein Fotograf, in ihren Augen, fortgeschritten? Welche Inhalte behandeln ihre Seminare? Und auf welches Equipment kann sie als Fotografin auf keinen Fall verzichten? Diesen und weiteren Fragen stellte sie sich uns in einem kurzen Interview.

Wie erwähnt spielte die Unternehmungslust ihrer Mutter eine prägende Rolle in Christinas Berufsfindung. Zusammen bereisten sie schon früh die Welt und bestiegen dabei Vulkane, zelteten zwischen Grizzlys oder besuchten nordamerikanische Ureinwohner. Immer dabei: ihre Kamera. So ist das Fotografieren von Kindesbeinen an, also seit nunmehr 50 Jahren, Bestandteil ihres Lebens. Auch heute behält sie das Reisen als ihre größte Leidenschaft. Einsame Gegenden mit einer intakten Natur und archaischen Landschaften üben dabei eine besondere Magie über sie aus – zu ihren Lieblingsreisezielen zählen daher Vulkane und Wüsten, zu ihren Lieblingstieren die Großkatzen und Bären, die sie dort mit ihrer Kamera einfängt.

Seit 25 Jahren lebt die studierte Kulturanthopologin und Ethnologin, die ebenfalls diplomierte Sozialpädagogin ist, nun in der Region Vogelsberg, dem größten erloschenen Vulkangebiet Europas. Dort ist sie im Tourismus tätig, arbeitet als freie Fotografin und gibt Fotokurse. Dabei arbeitet sie ausschließlich alleine, wodurch sich der Vorteil ergibt, dass sie ihre Arbeit und Zeit frei einteilen kann. Da sie viel in der Natur unterwegs ist, ist dies von elementarer Bedeutung für ihre Arbeit. Dabei übernachtet sie meistens in ihrem umgebauten Caddy, wenn sie wieder tagelang auf Fototour ist. Zuvor war sie als 10 Jahre lang als freiberufliche Sozialpädagogin aktiv, bevor sie als Regionalmanagerin in die Tourismusbranche einstieg.

Unser Interviewpartnerin Christina Marx ast eine berühmte Fotografin

 

Christina, häufig verbindest du deine Reisen mit faszinierenden Fotografien. Kannst du uns mehr zu deiner letzten Reise erzählen und uns einen Einblick zu den Motiven geben, die dich im jeweiligen Land erwartet haben?

In den letzten Jahren hat es mich immer wieder in den hohen Norden gezogen. Angefangen hat es damit, dass ich die Polarlichter fotografieren wollte, und dann war ich sozusagen vom „Arktischen Virus“ befallen. Das magische Licht der tiefstehenden Sonne in der kalten Jahreszeit, Wale, die in den Fjorden die Heringe jagen, eisige Stürme, nachts die Polarlichter … und Menschenleere, dramatische Landschaften. Nirgends kann man sich selbst intensiver spüren, als inmitten solcher Natur. Ganz dicht ran kommt man auch, wenn man mit einem kleinen Segelboot unterwegs ist. In Spitzbergen konnte ich Eisbären und Walrösser aus nächster Nähe beobachten, in Grönland gehörte das Segeln zwischen turmhohen Eisbergen zu den Reisehöhepunkten. Island habe ich schon häufiger bereist, hier war der absolute Höhepunkt, als ich mit einem kleinen Hubschrauber über einen feuerspeienden Vulkan flog. Ich fotografiere auf diesen Reisen sehr intensiv, da ich aus meinen Bildern Multimedia-Vorträge erstelle, die ich öffentlich zeige.

 

Du bietest unter anderem Fotoseminare für fortgeschrittene Fotografen. Ab wann bezeichnest du einen Fotografen als fortgeschritten? Welche Fotokenntnisse sollten vorhanden sein? Welche Themen werden im Seminar behandelt?

„Fortgeschritten“ bedeutet für mich lediglich, das der Teilnehmer mit den Fotografischen Grundbegriffen vertraut sein muss, wie z. B. Zeit, Blende, ISO, denn die möchte ich nicht noch einmal erklären. Ein Fortgeschrittenenkurs ist für alle diejenigen interessant, die sich – unabhängig davon, ob sie nur einen Anfängerkurs absolviert haben oder jahrelange Fotopraxis besitzen – noch nicht mit diesem Spezialthema befasst haben. Es reicht z. B. bei der Nachtfotografie nicht, die Technik der Kamera zu beherrschen – das macht den kleinsten Teil des Kurses aus, sondern man muss Lernen mit schwachem Licht unter unterschiedlichen Bedingungen umzugehen. Dafür braucht es vor allem Motivkenntnisse, denn die blaue Stunde in der Großstadt, der Sternenhimmel im Vogelsberg, ein Feuerwerk oder auch Blitze oder Polarlichter sind Lichtphänomene, denen man sich ganz unterschiedlich nähern muss.

Die Kameraeinstellungen sind je nach Situation und Licht völlig unterschiedlich

 

Welches Utensil verwendest du neben deiner Kamera am liebsten für deine Schnappschüsse und warum?

Schnappschüsse mache ich eigentlich nur im privaten Kreis :-), ansonsten gestalte ich auch meine schnellen Fotos immer durch die voreingestellten Parameter und den Bildausschnitt, den ich wähle.

Ich habe einen ganzen Sack voller Objektive, Filter, Stative und auch verschiedener Kameras, die ich für unterschiedliche Zwecke nutze. Alle anderen Utensilien, die ich verwende, bastel ich mir selber aus Verpackungsabfällen, Haushalts- oder Baumarktzubehör. Bei der Nachtfotografie binde ich z. B. einen neonfarbenen Schnürsenkel ans Stativ. Damit kann ich 1. den Kameratragegurt festbinden, damit er nicht im Wind flattert und 2. sehe ich ihn und falle im Dunkeln nicht über das Stativ. Gleichen Zweck erfüllt eine weisse Tüte, auf die man die schwarzen Objektive legen kann.

Bei der Makrofotografie nutze ich z. B. gerne alte CDs oder Alufolie, um Licht auf meine Objekte zu werfen.

 

Häufig sind auf deinen Bildern Landschaften oder Tiere abgebildet. Worauf sollte man beim Fotografieren dieser Motive achten? Gibt es, abhängig vom Motiv, unterschiedliche Fototechniken oder Einstellungen der Kamera?

Die Kameraeinstellungen sind je nach Situation und Licht völlig unterschiedlich. Bei Tieren, die sich bewegen, muss ich mir als erstes überlegen, welches wohl die minimalste Zeit ist, die ich brauche, um z. B. ein galoppierendes Pferd noch scharf abzubilden. Dafür muss ich dann, je nach Licht, die Blende und auch die ISO anpassen. Bei der Landschaft ist die Zeit zweitrangig. Da kann ich die Blende nutzen, um zu bestimmen, welche Bereiche im Bild scharf werden sollen oder eben nicht. Auch die Autofokuseinstellungen müssen ganz unterschiedlich dazu eingestellt werden. Was aber bei allen Arten von Bildern gilt: Man sollte sich im Vorhinein überlegen, welche Elemente mit ins Bild sollen und welche nicht, denn immer gilt die Regel: Nicht die Kamera macht das Bild, sondern das Auge des Fotografen!

Christina bietet Fotoseminare für fortgeschrittene Fotografen

 

Früh gelernt ist wie angeboren

Die Fotografie ist für Christina Marx wohl so natürlich wie das Laufen. Kein Wundern, da sie mit ihr schon im frühen Kindesalter erste Erfahrungen machte. Im Berufsleben entschied Christina sich jedoch erst für einen anderen Weg, fand aber, durch diverse Berufe, die sie schließlich in den Tourismus führten, zurück zur Fotografie. Und auch die Abenteuerlust ist geblieben: Auf Segelbooten Eisbären zu beobachten ist für sie noch immer eins der großartigsten Erlebnisse, die sich Christina, die seit nun 50 Jahren mit der Kamera bestens vertraut ist, vorstellen kann. Das Wissen und die Erfahrungen, die sie in diesen Jahren sammeln durfte, gibt sie mit Freude auch an ihre Kursteilnehmer weiter.

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