Faszination Goldschmiedekunst

Veröffentlicht am 9 September 2019 von Verena Arnold
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin

Kaum ein Mensch kann sich der Schönheit von Schmuck entziehen und viele Menschen fragen sich, wie man aus kaltem Metall so wunderbare Dinge erschaffen kann. So ist der Beruf des Goldschmiedes Handwerk und Kunst zugleich und es braucht zudem noch viel Einfühlungsvermögen, wenn persönliche Schmuckstücke erstellt werden sollen. Einen kleinen Einblick in diese Kunst kann man in Goldschmiedekursen erhalten.

Darüber haben wir mit Michael Krumpholz aus Wiesbaden gesprochen. 1959 geboren, wuchs er mit der Goldschmiedekunst auf und absolvierte die klassische Goldschmiedelehre bei seinem Vater, die er 1979 mit der bestandenen Gesellenprüfung abschloss. Von 1978 bis 1979 durchlief er parallel die Ausbildung zum Gemmologen in Idar Oberstein. Anschließend war er dann einige Jahre als Geselle tätig.

1984 ging er dann auf die Zeichenakademie Hanau, Fachschule für Goldschmiede, die er als staatlich geprüften Gestalter abschloss. 1986 bestand er auch die Meisterprüfung, machte sich selbstständig und verkaufte ein Jahr lang über internationale Fachmessen und über Ausstellungen in Galerien im In- und Ausland seine Werke.

1987 bis 1991 hat er dann auch noch ein Studium für Design auf der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim absolviert, mit dem Abschluss zum Dipl. Designer FH für Schmuck und Gerät, worauf er 1991 sein erstes Ladengeschäft in Wiesbaden gründete.

In den 90er Jahren engagierte er sich im „Hessischen Verband für Kunsthandwerk“, war 2 Jahre  lang Geschäftsführer und hat in der Zeit Messen und Ausstellungen organisiert. Von 1992 bis 1997 war er zudem Lehrbeauftragter in Wiesbaden und seit 1997 ist er in der Meisterprüfungskommission der HWK Wiesbaden

1998 erfolgte der Umzug seines Geschäftes in die Fußgängerzone Wiesbaden, 2005 wieder der Umzug in größere Räume in Wiesbaden, wo er zur Zeit 3 Mitarbeiterinnen und einen Auszubildenden beschäftigt. Dank seiner zuverlässigen Mitarbeiter war es möglich, dass er sich 2016 mit seiner Familie ein Sabbatjahr nehmen konnte und mit Frau und Kindern  1 Jahr um die Welt reisen.

Unser Interviewpartner und Goldschmied Michael Krumpholz

 

Michael, jedes Schmuckstück ist ein kleines Kunstwerk. Was ist Ihre Inspiration für jedes Schmuckstück?

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, um ein Schmuckstück herzustellen. Ich kann einen ausgearbeiteten Entwurf haben, der gezeichnet, oder über ein CAD System entworfen wurde, den ich nur noch in Metall umsetze.

Oder ich habe einen Edelstein oder Steine die mich Inspirieren, da entsteht das Schmuckstück oft während des Werkvorganges, Entscheidungen werden dabei kurzfristig getroffen und wieder verworfen, die Wirkung geprüft, geändert oder weiter daran gearbeitet.

Es gibt auch die Umsetzung von Kundenvorstellungen, die wir dann gemeinsam beraten und die Ideen sinnvoll umsetzen.

 

Gibt es ein besonderes Design, das für Ihr Schmuckhaus charakteristisch ist?

Ja. Ich habe im Jahre 1986 meine Meisterprüfung gemacht und in meinem Meisterstück ein Element mit einem kleinkariertem Muster eingesetzt. Dieses Element habe ich dann weiterentwickelt zu der Serie “ kleinkariert“, so wie jahrelang meine Firma dies auch als Namen trug. Diese Unikatserie, Ringe mit verschiedenen Mustern, hat mir die Möglichkeit gegeben schnell selbstständig und unabhängig zu sein und meine Firma aufzubauen.

Das Ringdesign hatte ich mit einem „Gebrauchsmusterschutz“ versehen. Firmen hatten dieses Design zeitweise mit Lizenz übernommen. Damals arbeitete ich noch überwiegend für Galerien und Goldschmiede. Ich hatte Ausstellungen in New York, Tokio, Lissabon, Paris, München, Frankfurt, Chicago und Amsterdam.

 

Um Schmuck zu produzieren, braucht man bestimmtes Werkzeug. Um welches Werkzeug handelt es sich bei Ihnen?

Das kann lange dauern. Als Goldschmied braucht man eine gewisse Grundausrüstung aus Werkzeugen. Das sogenannte Tischwerkzeug: Sägen, verschiedene Feilen und Zangen, Lötgerät und Zubehör, Winkel, Zirkel, Anreißwerkzeug, Bohrmotor, verschiedene Riegel, Messinstrumente und einiges mehr.

Um aber professionell arbeiten zu können gehören noch einige Maschinen dazu. In meiner Firma arbeiten wir zurzeit zu fünft. Wir sind sehr gut ausgestattet und haben Werkzeuge und Maschinen, die es schon seit 100 Jahren gibt und noch genauso funktionieren, aber auch modernste Geräte wie ein Laserschweißgerät.

 

Können Sie uns etwas mehr über Ihre Kurse erzählen?

Wir haben zwei unterschiedliche Kurssysteme.

Einmal den allgemeinen Goldschmiedekurs, der über 4 Abende a´3 Stunden geht und an dem max. 6 Personen teilnehmen können. Hier werden zunächst Grundzüge der Goldschmiederei behandelt. In den weiteren Tagen machen wir im allgemeinen Sepiaguss, das erzielt schnell gute Ergebnisse. Diese Ringe werden dann oft noch mit Fassung und Stein versehen, so dass am Ende für Jeden ein tolles Schmuckstück entsteht. Viele unserer Kursteilnehmer sind schon seit Jahren dabei und machen den 10. Kurs oder mehr – hier entstehen schon kleine Kunstwerke.

Trauringkurse sind individuelle Kurse. An diesen Tagen ist immer nur ein Paar bei uns in der Werkstatt und wird den ganzen Tag betreut.  Vom länglichen Gussstück über walzen, schmieden, ziehen, biegen, (schweißen) richten, schleifen, drehen bis zum Gravieren wird das Brautpaar bis auf eine kleine Ausnahme alles selber herstellen. Mit Erfolgsgarantie. Dafür sorgen wir. 

Als Goldschmied braucht man eine gewisse Grundausrüstung aus Werkzeugen

 

Persönlicher und individueller geht es nicht

Wer nicht einfach nur ein besonderes Schmuckstück haben möchte, sondern eins, dass absolut persönlich und individuell ist, macht es am besten selbst. Dies ist im Rahmen von Goldschmiedekursen tatsächlich möglich. Natürlich genügen diese Kurse nicht, um anschließend als Goldschmied zu arbeiten, aber wenn man zum Beispiel die eigenen Trauringe selbst herstellen kann, ist dies mit Sicherheit ein absolut besonderes Erlebnis. Unser Dank geht an Michael Krumpholz für dieses Gespräch und den Einblick in seine Arbeit.

Artikel teilen:
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin
Veröffentlicht am von Verena Arnold
Gepostet unter: Kunsthandwerke, Ohne Kategorie
TAG:
Ähnliche Artikel:

Laveco e.U.

Reinigungsarbeiten in Bockfließ
geschrieben von Gert O. am 26. November
Ermin Kabaklija und seine Lebensgefährtin haben wirklich tolle Arbeit geleistet. Bei mir wurde letzte Woche die Fas...

Darja Vepritzky Personal Nutrition Training

Ernährungsberater in Brunn am Gebirge
geschrieben von Ekaterina T. am 14. Dezember
Wenn man zu einer Ernährungsberatung geht, dann hofft man auf Verständniss für die eigene Problematik und die Vermi...

DJ Hernandez

DJ in Mutters
geschrieben von Elvedina Z. am 7. März
Sehr gut gewählte Musikauswahl und sorgt für eine gute Stimmung über die gesamte Dauer des Abends. Jederzeit wieder...

TamaraP

Übersetzungen in Leopoldsdorf
geschrieben von Matea T. am 7. Februar
Sie arbeitet detailliert und genau und alles wird innerhalb der Frist geliefert. Eine sehr positive Person und dahe...

Andreas Burgstaller

Fotografie-Dienstleistungen in Wien
geschrieben von Anna S. am 15. Februar
Herr Burgstaller hat von allen Bürokollegen und Kolleginnen Portraitfotos für unser Intranet gemacht und bestens di...

Lacotec e.U

Malerarbeiten in Oberhaag
scritto da Antonio M il 19/11/2017
Ausmalen Altbauwohnung Zimmer, Küche, Kabinett ca. 97. Kompetent, zuverlässig, rasch und ordentlich; Auftrag zur v...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie es funktioniert

Auftrag einstellen
1

Auftrag einstellen

In nur wenigen Klicks angeben, was du benötigst.
Angebote vergleichen
2

Angebote vergleichen

In wenigen Stunden erhältst du bis zu 5 individuelle Angebote.
Such deinen Pro aus
3

Such deinen Pro aus

Nachdem du deine Angebote erhalten hast und die Anbieter verglichen hast, kannst du einfach den überzeugendsten Pro aussuchen.