Feuershow und Feuerspucker sorgen für faszinierende Unterhaltung

Veröffentlicht am 31 März 2020 von Verena Arnold
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin

Feuer hat eine ganz besondere Faszination und so sind Künstler, wie Feuerspucker schon sehr lange Teil von Unterhaltungsprogrammen.  Durch die Möglichkeiten der modernen Technik gehört heute zu einer guten Feuershow aber deutlich mehr als nur Feuerspucken oder Feuerschlucken. Meist wird so eine Show auch von Musik und anderen Show-Elementen begleitet.

Wir wollten mehr über Feuerkünstler erfahren und haben mit Matti Wellpott und Chris Oliver Bürger von der Feuershow Fafnir gesprochen. Matti ist in Niedersachsen aufgewachsen und war von klein auf von Artistik und mit ihr verwandten Künsten gefesselt. Früh war klar, dass für ihn Karriere und Materielles nicht im Vordergrund stehen und dass er eine künstlerische Tätigkeit anstrebt und daher nach der Schule auch keine klassische Berufsausbildung absolviert hat. Für ihn war immer wichtig, Menschen zu begeistern und zu inspirieren.

Während einer ausgiebigen Rucksackreise auf der anderen Seite der Welt lernte er den Zirkus kennen und mit ihm frei denkende Menschen die sich gerne bewegten und übten. Mit ihnen begann sein Start im Reich der bewegenden Künste. Jonglage, Akrobatik und Balance sind nicht nur Zirkusskills, sondern vielmehr Ratgeber im Leben und sehr hilfreich um die eigene, ganz persönliche Entwicklung anzutreiben.

Der 26-jährige Chris Oliver Bürger, der in Guben geboren wurde und der in der Wetterau aufgewachsen ist, ging einen ganz anderen Weg. Nach dem Abitur studierte er in Tharandt Forstwissenschaften bis zum Bachelorabschluss. Im zweiten Semester gründete er ein Gewerbe als Baumpfleger, Forstdienstleister und Wanderführer, da er zu seinem sehr theoretischen Studium Praxiserfahrung sammeln wollte. Als Baumpfleger und Wanderführer ist er noch immer tätig, da die Feuershows fast ausschließlich Wochenendaufträge sind und man, bei allem Ehrgeiz, nicht den ganzen Tag trainieren kann.

Zu der Zeit, in der er sein Gewerbe aufbaute, hatte er auch schon die Idee für die Feuershow Fafnir, die er zunächst allein aufbaute. Der Name ist an den Lindwurm oder Drache aus der Sage der Nibelungen angelehnt. Er habe ihn gewählt, da er damals vorhatte ausschließlich auf historischen Festen aufzutreten. Dafür brauchte er etwas Kurzes, Prägnantes, das sich jeder leicht merken kann. Außerdem hat er die Darstellung damals immer zusammen mit einer abgewandelten Form eben jener Sage der Nibelungen vorgeführt. Er wollte das Publikum mit einer Art Feuer-Theater für die Minuten der Aufführung in eine andere Welt entführen.

Als Matti dazu kam, haben sie dieses Konzept aufgegeben und sich ganz auf technisch und choreographisch ausgereifte Auftritte mit ein paar großen Feuereffekten konzentriert. Nur der Name ist vom ursprünglichen Konzept erhalten geblieben, sowie der Gauklername „Dyl Veitstanz“. Heute sind Chris und Matti ein festes Team mit einem Dunstkreis aus einigen Hobby-Feuerspielern, die hin und wieder als Ersatz einspringen oder bei großen Auftritten noch mehr Abwechslung mit ins Programm bringen. Die Verwaltungsaufgaben teilen sie sich. Chris kümmert mich meistens um das Geschäftliche, wie das Stellen von Rechnungen, Organisation mit den Auftraggebern, Kalkulation der Preise und so weiter, während Matti oft die Auftragsakquise übernimmt. 

Unsere Interviewpartner Matti Wellpott und Chris Oliver Bürger sind Feuerkünstler

 

Matti, du und Chris teilt eure Leidenschaft für künstlerische Spiele und auch das Spiel mit dem Feuer. Ihr tretet nun auch bereits seit drei Jahren gemeinsam auf. Was zeichnet euch als Duo besonders aus? Welche Aufgaben während der Shows übernimmst du, welche Aufgaben sind eher Matti zugeteilt und warum?

Um ehrlich zu sein, mussten wir eine Weile überlegen, was uns besonders auszeichnet und von anderen unterscheidet, da es ja sehr viele Feuershowgruppen gibt. Doch da liegt auch schon der Unterschied. Wir sehen uns mehr als ein Feuerartistik- und Feuertheater-Duo, denn als ein Feuershow-Duo. Trotz der Choreographien, Flammenfontänen, brennenden Herzen und was das Arsenal noch so hergibt, stand für uns immer im Vordergrund an unseren Tools auch wirklich gut zu sein. Was uns also ausmacht, ist dass wir sowohl das breite Publikum mit einer schönen und effektvollen Performance begeistern wollen als auch Kollegen mit einem hohen Können an unseren „Werkzeugen“ überzeugen wollen.

Dennoch haben wir natürlich unsere ganz individuellen Vorlieben und können nicht alle Tools gleich gut spielen. So ist Matti ein hervorragender Jongleur, während mein Solo immer eine Performance mit Poi ist. Daraus und wie wir eine Show konzipiert haben, ergeben sich währenddessen auch immer unterschiedliche Aufgaben für jeden von uns. Generell gilt immer, dass man die Tools nicht ausbrennen lässt, sondern sie vorher löscht, so dass jeder von uns zu bestimmten Zeitpunkten während eines Auftritts mit Entgegennehmen, Löschen oder Zureichen von Tools beschäftigt ist.

Unmittelbar vor und nach einem Auftritt sind die Aufteilungen dagegen klarer. Ich kümmere mich immer um den Auf- und Abbau sämtlicher Technik, den Soundcheck und was sonst noch in Richtung Organisation anfällt, während Matti sich auf den Auf- und Abbau der Tools konzentriert. Das hat sich daraus ergeben, dass die Technik von mir stammt und ich mich auch meist um den Schnitt der Audiodateien kümmere. Tränken tuen wir gemeinsam.

 

Arbeitet ihr mit den Shows hauptsächlich für Geschäftskunden, das heißt, tretet ihr viel auf Firmenevents und Clubs und mittelalterlicher Märkten auf? Oder buchen euch auch private Kunden für Hochzeits- und Geburtstagsfeiern? Was ist eure Hauptzielgruppe und warum?

In den letzten zwei Jahren haben wir beinahe alle Aufträge angenommen, Einschulungen, Jugendweihen, Firmenevents, Märkte, Geburtstage, Hochzeiten – einfach alles. Die historischen Märkte hatten dabei einen mengenmäßigen Anteil von etwa einem Drittel. Das hat dazu geführt, dass wir zum Teil wahnsinnigen Stress mit der Vorbereitung so unterschiedlicher Veranstaltungen und keine wirkliche Zielgruppe hatten. Deswegen haben wir uns Anfang 2019 dazu entschieden die Privatauftritte von den Märkten zu trennen, indem wir eine zweites Duo namens „Restless Fire“ ins Leben gerufen haben. Im Endeffekt sind das natürlich immer noch wir, allerdings können wir so mit dem Design unserer Websites, den Flyern und unserem Auftreten ganz klare Zielgruppen anvisieren. Feuershow Fafnir für die historischen Märkte und Restless Fire für Geburtstage, Hochzeiten und ähnliches. Außerdem haben wir seitdem die Marktauftritte etwas zurückgefahren.

 

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Utensilien für eine Feuershow, damit sie zum einen gut beim Publikum ankommt aber zum anderen auch die Sicherheit des Publikums und von dir gewahrt wird?

Auch wenn es bei einer Feuershow hauptsächlich um das Visuelle geht, so haben wir doch die Erfahrung gemacht, dass das Ganze mit der passenden Musik in einer guten Soundqualität steht und fällt. Außerdem sind meiner Meinung nach Eyecatcher zu Beginn und am Ende der Vorführung extrem wichtig, um sich zum einen Aufmerksamkeit zu verschaffen und um sich einen dauerhaften Platz im Gedächtnis der Menschen zu sichern. Eyecatcher können simple Tools sein, die sehr große Flammen erzeugen oder auch einfach etwas ganz Ausgefallenes. Zum Beispiel eröffnen wir unsere Marktauftritte immer mit einem Jagdhornsignal, das Matti spielt.

Essenziell für einfach jede Feuershow ist eine Löschdecke, um zum einen die Tools sicher löschen zu können oder auch sich selbst, falls doch Mal etwas Feuer fangen sollte, sowie schwer entflammbare Kleidung.

 

Du bietest unter anderem auch Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene an. Wie sieht der Ablauf eines Workshops aus? Wie viele Personen können daran teilnehmen? Würdest du sagen, dass ein Workshop unbedingt notwendig ist, wenn man mit Feuershows beginnen möchte? Wie lange dauert im Durchschnitt einer deiner Workshops?

Meine Workshops bestehen, wie ein klassisches Training, aus einer Aufwärmphase, der Trainings- bzw. Lernphase und einem Schlussteil, währenddem die Teilnehmer noch einmal alles frei wiederholen können und ich die Zeit habe, auf jeden Einzelnen einzugehen.

Das jeweilige Thema wird immer ca. eine Woche vorher per e-Mail-Verteiler bekanntgegeben. Die Workshops sind für 1 1/2 Stunden konzipiert und dauern auch meistens nicht länger als maximal 2 Stunden. Mehr als 15 Teilnehmer sollten es nicht werden, wenn ich der einzige Workshopleiter bin, da ich mir andernfalls nicht die Zeit für jeden Einzelnen nehmen kann, wie es mein Anspruch ist.

Ich denke nicht, dass es zwingend nötig ist, einen Workshop zu besuchen oder andere Feuerkünstler zu kennen, um damit zu beginnen. Da ich in allen Bereichen ein ausgemachter Autodidakt bin, habe ich mir beinahe alles über YouTube-Tutorials und das Lesen von Forenbeiträgen beigebracht. Die ersten Gespräche mit Kollegen kamen erst lange nachdem ich bereits meine ersten Auftritte gegeben hatte.

Rückblickend muss ich allerdings sagen, dass das Lehrgeld so sehr viel höher war, als es mit dem Besuch von Workshops geworden wäre. Wie in allen Lebensbereichen ist allerdings auch hier extrem wichtig, die Grenzen des eigenen Könnens zu kennen und sich nicht zu überschätzen. Bevor ich mein erstes Feuertool angezündet habe, habe ich ein halbes Jahr 2 bis 3 Stunden pro Tag ohne Feuer trainiert. 

 

Man sollte genau wissen, was man tut

Auch wenn man nicht vorhat, eine eigene Feuershow aufzubauen, sondern es nur aus Begeisterung für diese Kunst selbst probieren möchte, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Feuer ein hohes Gefahrenpotenzial hat. Man sollte also sehr genau wissen, was man tut und am besten zuerst lernen, wie man die Sicherheit gewährleistet. Erst wenn dies zuverlässig funktioniert, ist es Zeit mit den Übungen anzufangen. Wir bedanken uns bei Chris und Matti für dieses Gespräch und den Blick in die Welt von Feuerkünstlern.

Artikel teilen:
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin
Veröffentlicht am von Verena Arnold
Gepostet unter: Events, Ohne Kategorie
TAG:
Ähnliche Artikel:

Laveco e.U.

Reinigungsarbeiten in Bockfließ
geschrieben von Gert O. am 26. November
Ermin Kabaklija und seine Lebensgefährtin haben wirklich tolle Arbeit geleistet. Bei mir wurde letzte Woche die Fas...

Darja Vepritzky Personal Nutrition Training

Ernährungsberater in Brunn am Gebirge
geschrieben von Ekaterina T. am 14. Dezember
Wenn man zu einer Ernährungsberatung geht, dann hofft man auf Verständniss für die eigene Problematik und die Vermi...

DJ Hernandez

DJ in Mutters
geschrieben von Elvedina Z. am 7. März
Sehr gut gewählte Musikauswahl und sorgt für eine gute Stimmung über die gesamte Dauer des Abends. Jederzeit wieder...

TamaraP

Übersetzungen in Leopoldsdorf
geschrieben von Matea T. am 7. Februar
Sie arbeitet detailliert und genau und alles wird innerhalb der Frist geliefert. Eine sehr positive Person und dahe...

Andreas Burgstaller

Fotografie-Dienstleistungen in Wien
geschrieben von Anna S. am 15. Februar
Herr Burgstaller hat von allen Bürokollegen und Kolleginnen Portraitfotos für unser Intranet gemacht und bestens di...

Lacotec e.U

Malerarbeiten in Oberhaag
scritto da Antonio M il 19/11/2017
Ausmalen Altbauwohnung Zimmer, Küche, Kabinett ca. 97. Kompetent, zuverlässig, rasch und ordentlich; Auftrag zur v...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie es funktioniert

Auftrag einstellen
1

Auftrag einstellen

In nur wenigen Klicks angeben, was du benötigst.
Angebote vergleichen
2

Angebote vergleichen

In wenigen Stunden erhältst du bis zu 5 individuelle Angebote.
Such deinen Pro aus
3

Such deinen Pro aus

Nachdem du deine Angebote erhalten hast und die Anbieter verglichen hast, kannst du einfach den überzeugendsten Pro aussuchen.