Freiheit durch Selbstständigkeit

Veröffentlicht am 8 Juli 2019 von Verena Arnold
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Es werfe den ersten Stein, wer noch niemals einen beruflichen Wechsel in die selbstständige Arbeitsweise in Betracht gezogen hat. Sein eigener Chef zu sein, die Arbeitszeiten, oft auch den Arbeitsplatz, selbst einteilen.

Was nach viel Freiraum klingt, bringt aber auch seine Herausforderungen mit sich. Denn nicht jedem liegt diese unkontrollierte und eigenständige Art des Arbeitens. An vorderster Front steht ausgezeichnete Selbstdisziplin, ansonsten findet man sich ganz schnell am Boden der Tatsachen wieder.

Vor allem die weitverbreitete Freelancer-Tätigkeit ermöglicht zwar sehr viele Freiheiten, schafft man es jedoch nicht, einem strukturierten Arbeitsablauf und einer gewissen Routine zu folgen, wird man feststellen, dass am Ende des Monats kein fixes Gehalt auf einen wartet.

Nadine Jehle, hat den Sprung ins kalte Wasser gewagt und sich vor einiger Zeit selbstständig gemacht. In ihrem Unternehmen Jesana Media – Design & Marketing betreut sie vorrangig klein- und  mittelständische Unternehmen

Studiert hat sie eigentlich Wirtschaftsinformatik, jedoch beschäftigt sie sich – neben dem Webdesign – mittlerweile auch zum größten Teil mit allem, was zum Marketing für Firmen dazugehört.

Unsere Interviewpartnerin und Media-Designer Nadine Jehle

 

Du bezeichnest dich selbst auf deiner Website als Full-Service Freelancer. Was steckt hinter diesem Begriff? Was bedeutet der Begriff Marketing für dich persönlich?

Die Bezeichnung als Full-Service Freelancer bedeutet für mich, dass ich meine Kunden (hauptsächlich klein- und mittelständische Unternehmen) ganzheitlich und über einen längeren Zeitraum begleite.

Das fängt an beim Corporate Design. Gemeinsam mit dem Kunden entwerfe ich ein passendes Unternehmenslogo und wir definieren Farben, Schriftarten und Stilelemente; also das Erscheinungsbild der Firma. Nachdem das Corporate Design steht, geht es meist fließend über ins Webdesign, also die Erstellung der Webseite. Selbstverständlich responsive (optimiert für mobile Endgeräte) und DSGVO konform, möglichst intuitiv und ausgerichtet auf die jeweilige Zielgruppe meines Kunden. Dann ist aber meist lange noch nicht Schluss.

Die meisten Kunden benötigen Geschäftsunterlagen im Corporate Design, Office Vorlagen, Visitenkarten, Unternehmensflyer, Außenwerbung, Bekleidung, Messebedarf und vieles mehr. Langfristig arbeiten wir dann an einer ganzheitlichen Marketing-Strategie, je nach Firma einem Mix aus Online- und Offline-Marketing. Das geht von Zeitungsanzeigen, größeren Kampagnen bis hin zur Erstellung und langfristigen Betreuung der Social Media Kanäle wie Facebook, Instagram oder auch Google My Business. Die Kunden schätzen dabei besonders den direkten und unkomplizierten Kontakt und dass sie nur einen Ansprechpartner für alle Belange haben.

 

Welcher Tätigkeit gehst du hauptberuflich nach?

Meine hauptberufliche Tätigkeit lässt sich mit den drei Begriffen Webdesign, Printdesign und Marketing beschreiben. Dabei unterteilt sich Marketing noch einmal in Online-Marketing (z.B. Social Media, Suchmaschinenoptimierung) und Offline-Marketing.

 

Weshalb ist es deiner Ansicht nach heutzutage für ein Unternehmen wichtig, Zeit und Geld in eine gute Präsenz auf Google und in ein professionelles Social Media Marketing zu investieren? Welche Vorteile ergeben sich für Firmen aus diesen Werbemaßnahmen?

Einfaches Beispiel: Früher hat man das Telefonbuch in die Hand genommen und bei Bedarf nach einem Friseur, Sanitärbetrieb, einer KFZ-Werkstatt oder einem Fotografen gesucht. Heute schaut kaum ein Mensch mehr in das gedruckte Telefonbuch. Wir googeln.

Wer dann in der eigenen Stadt nicht auf Seite 1 gefunden wird oder vielleicht sogar gar keine Webseite hat, wird früher oder später feststellen, dass ihm die jüngere Generation an Kunden – wie sagt man so schön –  „durch die Lappen“ geht. Auch ist es heute wichtig, dass die Seite gut für Mobilgeräte optimiert ist. Die meisten Menschen suchen spontan mit ihrem Smartphone nach Produkten oder Dienstleistungen. Wenn die Webseite dann ewig lädt oder auf dem Handy nur schwer lesbar ist, ist der Kunde genauso schnell wie er gekommen ist auch wieder weg und geht zur Konkurrenz. Das hat auch Google erkannt und rankt solche Seiten mittlerweile schlechter in den Suchergebnissen.

Die Google Präsenz und der Social Media Auftritt sind meiner Meinung nach zwei paar Schuhe und beide super wichtig (je nach Produkt und Dienstleistung).

Beispiel 1: Google | Wenn ein Kunde ein konkretes Bedürfnis oder Problem hat, also ein konkretes Produkt oder eine Dienstleistung sucht, dann ist in diesem Moment die Position der eigenen Webseite bei Google enorm wichtig. Genauso wichtig ist die jeweilige Landingpage auf der der potenzielle Kunde beim ersten Mal landet. Findet der Kunde direkt was er sucht und wird seine Frage beantwortet? Findet er sich auf der Webseite zurecht oder zieht er frustriert wieder ab und sucht bei der Konkurrenz?

Beispiel 2: Social Media | Manche Kunden wissen noch gar nicht was sie suchen und dass sie überhaupt etwas suchen. Je nach Produkt gibt es vielleicht auch nur sehr wenige Menschen, die aktiv auf Google danach suchen. Dann ist Social Media die perfekte Möglichkeit um genau diese Zielgruppe zu erreichen, idealerweise dann, wenn sie zum Beispiel abends auf dem Sofa oder auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn sitzt und gerade Zeit hat. Auch für die Kundenbindung ist Social Media super praktisch. Wer die Unternehmensseite einmal abonniert hat, wird immer wieder daran erinnert, dass es das Unternehmen gibt und der Kunde sieht, was es Neues gibt. Auch als Branding-Instrument um eine Marke zu stärken und eine bestimmte Markenbotschaft zu vermitteln eignet sich Social Media optimal.

 

Mit welchen Programmen arbeitest du, um Unternehmen online zu vermarkten? Welche Hilfsmittel setzt du am liebsten ein und weshalb? Anhand welcher Elemente weckst du die Aufmerksamkeit der Kunden?

Für die Webseite nutze ich fast ausschließlich das Content Management System (CMS) WordPress, das weltweit am meisten im Einsatz ist und unglaublich viele Möglichkeiten und Erweiterungen bietet. Ein weiterer Vorteil ist, dass es für Laien sehr leicht verständlich und intuitiv zu bedienen ist. Meist reicht eine halbe Stunde Schulung des Kunden aus und er kann alle seine Webseiten-Inhalte selbst jederzeit ändern und erweitern.

Auch im Bereich Social Media nutze ich fast ausschließlich die Plattformen selbst; also Facebook, Instagram, Google My Business, Twitter, Pinterest, Xing und LinkedIn. Bis jetzt war ich noch mit keinem Social Media Management und Crossposting Tool so richtig zufrieden – wenn, dann am ehesten noch Buffer. Ergänzend habe ich meist Google Analytics als Analysesoftware und eines der bekannten E-Mail Marketing und Newsletter Tools wie Mailchimp oder CleverReach im Einsatz.

Für die Aufmerksamkeit des Kunden ist meines Erachtens der Wiedererkennungswert ausschlaggebend, also ist ein definiertes Corporate Design wichtige Grundlage für das Marketing. Dabei ist meist das Erste, was ins Auge sticht die Farbe. Ergänzt um ein individuelles und einfach zu merkendes Logo und die jeweiligen Designelemente, die immer wieder verwendet werden. Auch die Typographie, also die verwendeten Schriften können maßgeblich zum Wiedererkennungswert beitragen. Gute Beispiele für bekannte Marken-Farben sind zum Beispiel das Milka-Lila, das Telekom-Magenta, das Post-Gelb oder das o2-Blau. Die Farben ziehen sich dabei einheitlich durch den kompletten Markenauftritt und sorgen so für einen starken Wiedererkennungswert. Oft erkennt man Werbung schon allein an der Farbe und kann sie zuordnen ohne etwas dazu gelesen zu haben.

 

Wie unterscheidet sich das Onlinemarketing von den herkömmlichen Werbemethoden? 

Die für mich größten Vorteile im Online Marketing sind das Targeting (1), die Analysemöglichkeiten (2) und die Skalierbarkeit (3).

  1. Gerade in den sozialen Medien, nehmen wir als Beispiel Facebook, kann man heute eine ganz exakte Zielgruppe definieren. Wenn man zuvor seinen idealen Kunden kennt, ein Persona aufgestellt hat und dieses ganz klar definiert hat, kann man die Online-Werbung zielgerichtet streuen. Also zum Beispiel an Frauen im Alter von 35-50 Jahren mit Interesse Kochen und Basteln im Raum Köln. Das ist dann besonders spannend, wenn man ein Nischenprodukt vermarktet, das nur eine ganz spezielle Zielgruppe interessiert. So lassen sich enorme Kosten durch Streuverluste einsparen. Bei herkömmlicher Werbung, beispielsweise dem Verteilen von Flyern oder teurer Außenwerbung, werden viele Menschen erreicht, die sich für das Produkt oder die Dienstleistung gar nicht interessieren.
  2. Im Online Marketing lässt sich nahezu alles tracken und analysieren. Über welchen Kanal oder welche genaue Marketingmaßnahme kommt der Kunde, zu welcher Uhrzeit kommt der Kunde, aus welcher Region in Deutschland kommen die meisten Kunden, an welcher Stelle im Bestellprozess bricht der Kunde ab und vieles, vieles mehr. Mit Hilfe dieser Analysedaten kann man seine Marketingmaßnahmen nach und nach immer weiter optimieren.
  3. Im Online-Marketing kann man zu Beginn mit wenig Budget testen und sobald man seinen Return On Investment (ROI) herausgefunden hat, also wieviel Kostet eine Marketingmaßnahme und wieviel nehme ich dadurch wiederum ein, kann man genau diese Maßnahme, die gut funktioniert hat, meist recht einfach skalieren.

 

Mit welchen Herausforderungen wird man online konfrontiert? 

Die Herausforderungen im Online-Marketing finde ich persönlich gar nicht so gravierend. Sicherlich gehört die Schnelllebigkeit dazu. Dauernd ändert sich etwas, es kommen neue Kanäle und Funktionalitäten dazu, man muss sich ständig weiterbilden um nicht abgehängt zu werden und sich natürlich dauerhaft die Frage stellen: Wo hält sich die eigene Zielgruppe am meisten auf und wo ist sie am zugänglichsten für meine Werbung. Und da fängt es schon an.

Früher war es reine Werbung, heute in der riesigen Datenflut und den ganzen Informationen, denen wir jeden Tag online ausgesetzt sind, funktioniert reine Werbung gar nicht mehr so, wie sie es vor einigen Jahren noch getan hat. Heute ist es „Content Marketing“ das recht gut funktioniert. Zeige deinem potenziellen Kunden dass du Experte in deinem Bereich bist, biete ihm kostenlose Inhalte und hilf ihm ein Problem zu lösen / sich umfassend zu informieren, baue Vertrauen auf, hebe dich von der Konkurrenz ab und biete einen Mehrwert, der deinem potenziellen Kunden wichtig ist – und dann verkaufe dein Produkt oder deine Dienstleistung.

 

Vermutest du, dass das traditionelle Marketing weiterhin bestehen wird oder werden die Online-Strategien das Offline-Marketing vertreiben? 

Ich denke nicht, dass das Online-Marketing das Offline-Marketing in naher Zukunft vertreiben wird. Vielmehr sind es der richtige Mix aus Online- und Offline, die Präsenz auf allen wichtigen Kanälen und das richtige Gespür für die Zielgruppe, die gutes Marketing ausmachen.

Ein Problem lösen und in der Sprache des Kunden mit ihm sprechen, dort wo er sich gerne aufhält und wohl fühlt.

Die Google Präsenz und der Social Media Auftritt sind nach zwei paar Schuhe und beide super wichtig

 

Maßgeschneiderte Lösungen für jeden Kunden

Da Nadine jahrelang Erfahrung in verschiedensten Positionen in diversen Unternehmen gesammelt hat, kann sie mit ausgezeichneter Expertise und einem breitgefächerten Wissen ein perfekt auf den Kunden zugeschnittenes Gesamtkonzept anbieten.

Danke für deine Zeit und den sehr spannenden Einblick in deine Berufswelt!

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