Gemeinsam im Flow fliegen 

Veröffentlicht am 15 April 2020 von Verena Arnold
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Beim Yoga denkt man als erstes daran, wie man verschiedene Übungen auf einer Matte durchführt und dabei ganz zu sich selbst findet. Doch Yoga muss man nicht immer alleine praktizieren, wie das AcroYoga eindrucksvoll beweist. Zu zweit oder zu dritt lernt man hierbei fliegen! Die Partnerakrobatik ist eines der drei Elemente des AcroYoga und bezeichnet dynamische Figuren und Sequenzen, die sich durch Kreativität, Neugierde und das Zusammenwirken von Flieger und Base auszeichnen. Im akrobatischen Fliegen geht es um Balance, Koordination, Körperspannung, Vertrauen, Mut und Freude am Experimentieren. Nachdem man mit einer einfachen Figur wie dem „Bird“ angefangen hat, bieten sich einem unendliche Möglichkeiten, diese Welt weiter zu erkunden.

Sara Flottmann ist 25 Jahre alt und stammt aus Hannover. Sie wohnt nun seit drei Jahren in Hamburg und unterrichtet seit zwei Jahren AcroYoga. Als Kind machte sie Ballett und Kunstturnen – was für AcroYoga sehr hilfreich war. Sie reist gern, was sich super mit AcroYoga Festivals verbinden lässt, und genießt die Wärme und Offenheit der AcroYoga Community. Sie studierte International Management an der Hochschule Osnabrück und arbeitete danach ein Jahr lang in zwei verschiedenen Firmen im Bereich Vertrieb. Der Job in einem international aufgestellten Unternehmen passte gut zu ihrem Studium. Sie merkte aber schnell, dass sie das Ganze nicht erfüllte. Sich fünf Tage die Woche mit etwas zu beschäftigen, wofür man am Ende sein Gehalt bekommt, was man dann in den zwei Tagen Wochenende ausgeben kann? Das war nichts für sie und hat sie nicht glücklich gemacht. 

Parallel begann sie mit AcroYoga als Hobby und entdeckte schnell ihre Leidenschaft darin. Heute unterrichtet sie zusammen mit Jannik, der auch zugleich ihr Trainingspartner ist. Zusammen gaben sie zunächst erste Workshops im Park und erkannten schnell, dass sie gut waren in dem, was sie taten und es sie unglaublich erfüllte. Zu sehen, wie die Menschen strahlen, wenn sie ihre ersten „Flugversuche“ starten, ist etwas ganz Besonderes. Also kündigte sie ihren Job und machte im August 2018 eine Ausbildung bei „Partner Acrobatics“ in Spanien. Seitdem arbeitet sie Teilzeit in einem Hostel und verbringt den Rest der Zeit damit, Kurse zu planen, zu geben, neue Ideen in Konzepte zu fassen und die Gemeinschaft der AcroYoga Community zu genießen. Und plötzlich fühlt sich ihre Arbeit nicht mehr wie „Arbeit“ an. 

Unsere Interviewpartner Sara und Jannik sind AcroYoga Trainer

 

Sara und Jannik, gemeinsam gebt ihr AcroYoga-Kurse in Hamburg. Seit wann betreibt ihr AcroYoga? Was ist für euch das besondere an der Yogaform? Welchen Einfluss hat AcroYoga auf euren Körper und Geist?

Jannik begann im Sommer 2016 mit AcroYoga. Er war mit seiner Slackline im Park und traf auf eine Gruppe AcroYogis, von denen er die Grundlagen lernte. Jannik und ich lernten uns im Winter 2017 kennen, als ich zu einem offenen Training in eine Halle kam. Ab dem Tag trainierten wir gefühlt acht Tage die Woche und machten schnelle Fortschritte. Seit dem Sommer 2018 unterrichten wir als “Feel The Flow” AcroYoga in Hamburg und in anderen deutschen Städten aber auch auf internationalen Festivals.
Der größte Unterschied von AcroYoga zu fast allen anderen Yogaarten ist die Tatsache, dass es zu zweit oder zu dritt mit dem Spotter praktiziert wird. Man ist also nicht nur bei sich und auf seiner eigenen Matte, sondern man fokussiert sich auf die Verbindung, die zwischen einem selbst und seinem AcroYoga Partner besteht. Man kann durch AcroYoga, wie bei Yoga auch, sein Körperbewusstsein sehr gut schulen, aber es hilft einem auch sehr dabei zu lernen, wie man mit anderen Menschen kommuniziert. Sieht man den Fehler eher bei anderen? Wie kommuniziert man, dass man sich bei etwas noch nicht sicher fühlt und jemanden zur Hilfe da haben möchte? Jannik und ich haben definitiv weitaus mehr als nur akrobatische Figuren im AcroYoga gelernt.
Acro Yoga sieht oft sehr statisch und, wie der Name schon sagt, akrobatisch aus. Einzelne Posen und einstudierte Abläufe, die meist einen festen Namen haben. Für uns ist AcroYoga weitaus mehr als das! Wenn wir zusammen fliegen, entsteht ein Flow – eine Bewegung, die nie zu enden scheint, eine Bewegung die sich an die nächste reiht. Ganz ohne Worte wissen unsere Körper, wie sie weiterfließen können.
Manchmal überlegen wir uns, dass wir etwas Bestimmtes üben wollen, doch uns fällt auf dem Weg zu der Übung so viel ein, dass wir manchmal am Ende des Tages feststellen, dass wir die Übung nie versucht haben. Das Gefühl, in diesem Flow zu sein, zu spüren, wie die Körper miteinander harmonieren, alles um sich herum zu vergessen, zu fliegen, nur im Moment zu sein, hat uns auch zu unserem Namen inspiriert. Es war uns nicht möglich, dieses Gefühl in Worte zu fassen, man muss es spüren, um es zu verstehen. Wir möchten am liebsten jeden Menschen dort draußen auf unsere Art fliegen lassen. Schon allein der erste „Bird“ (Flieger) zaubert den meisten Menschen ein riesengroßes Strahlen ins Gesicht.

 

Wie läuft eine AcroYoga-Stunde in der Regel ab? Kann man als Einzelperson daran teilnehmen oder sollte man einen Partner mitbringen? Kann man als Anfänger jederzeit einsteigen?

Es gibt verschiedene Angebote beim AcroYoga. Zum Schnuppern eignen sich besonders gut einmalige Einsteiger Workshops, bei denen man meist die ersten drei Grundfiguren lernt. Es gibt auch mehrteilige Reihen, bei denen eine feste Gruppe über drei bis acht Wochen die Basics erlernt. Wir finden diese Variante sehr empfehlenswert, um einzusteigen. Es gibt auch offene Klassen, die allerdings für blutige Anfänger meist nicht so sinnvoll sind, da man nicht so viel aus der Stunde mitnehmen kann, wenn einem die Grundlagen fehlen.
Eine AcroYoga Stunde kann von Lehrer zu Lehrer anders gestaltet sein. Wir starten in der Regel mit einem gemeinsamen Warm-Up, bei dem wir alle Körperteile aufwärmen, mobilisieren, dehnen und stärken, die wir in der Stunde brauchen werden. Dann folgen bei einem Einsteigerkurs verschiedene Figuren, die wir zuerst zeigen und erklären und die dann in Gruppen von drei Leuten geübt werden. Wir als Lehrer geben Tipps, sind für Fragen da und lassen den ein oder anderen selber fliegen, um das spezielle Problem genauer erklären zu können. Da wir in Gruppen von drei Personen üben, muss niemand einen Partner mitbringen. Es wird immer mal wieder durchgetauscht, damit man sich mit verschiedenen AcroYogis ausprobieren kann. Meist kombinieren wir die erlernten Figuren zu einem Flow, also eine Sequenz, in der die Figuren aneinandergereiht sind. Am Ende der Stunde gibt es ein Release, wie Partner Stretching, eine kurze angeleitete Thaimassage, oder eine kleine Runde „Therapeutisches Fliegen“. Janniks Favorit ist allerdings die „Schüttelmeditation“ – Augen zu, Musik an und alles abschütteln!

 

Welche Ausstattung benötigt man zum AcroYoga? Was gehört zu eurer persönlichen Grundausstattung? Worauf könnt ihr keinesfalls verzichten?

Tatsächlich braucht man nur einen Partner und einen Spotter, also jemanden, der aufpasst, dass man nicht blöd hinfällt, und eine Matte, die etwas dicker ist als eine normale Yogamatte. Am besten ist der Boden noch eben, denn sonst ist das mit dem Balancegefühl etwas schwierig.
Das ist meiner Meinung nach auch das Schöne am AcroYoga. Man kann es überall machen, es muss nicht mal ruhig sein wie beim Yoga, sondern kann auch im Park oder am Strand zwischen spielenden Kindern stattfinden.

 

Welche Klassen und regelmäßigen Kurse veranstaltet ihr? Welche Tipps gebt ihr denjenigen, die zum ersten Mal an einem Kurse teilnehmen?

Wir geben eine regelmäßige Klasse im Center of Gravity – die „Monkey Royale Class“, welches das höchste Level im Zentrum darstellt. Außerdem geben wir 3-5 wöchige Einsteiger Reihen. Über diese informiert ihr euch am Besten auf unserer Website. Zudem gibt es viele AcroYoga- oder Musikfestivals, auf denen wir Workshops geben. Auch Privatunterricht machen wir gern für unsere Teilnehmer möglich.
Wenn ihr das erste Mal an einem Kurs teilnehmt, seid offen, mutig und selbstbewusst. Niemand ist zu unsportlich, zu groß oder zu schwer zum fliegen. Wie oft wir das hören…  Sogar Janniks Oma musste schon eine Runde mit ihm fliegen, genauso auch mein 100kg schwerer Hostelchef.
Das häufigste Feedback, das wir nach einem Einsteiger-Workshop bekommen ist: „Als ihr das vorgemacht habt, habe ich niemals erwartet, dass wir das in unserer ersten Stunde schon hinkriegen können! Aber es hat geklappt!“

Tatsächlich braucht man nur einen Partner und einen Spotter

 

Feel the flow!

AcroYoga ist eine ganz besondere Yogaform und unterscheidet sich stark von anderen Stilen. Man übt zu zweit oder zu dritt Figuren, bei denen man lernt zu fliegen! Dabei kann jeder teilnehmen – niemand ist zu unsportlich, groß oder schwer zum Fliegen. In Einsteigerkursen lernt man die ersten Grundlagen, die man kennen muss, um die Figuren zu meistern. Zu diesen Einheiten kann man auch problemlos alleine kommen. Die Teilnehmer werden in Dreiergruppen eingeteilt und mit der Zeit durchgetauscht, damit die Yogis immer mit jemand anderem trainieren können. Der große Vorteil am AcroYoga ist zudem, dass man es überall praktizieren kann. Außer einer Matte und einem ebenen Untergrund benötigt man nichts.

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