Goldschmiede-Workshops – der Kreativität freien Lauf lassen

Veröffentlicht am 10 Oktober 2019 von Verena Arnold
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Wer liebt es nicht, zu besonderen Anlässen edlen Schmuck anzulegen? Oder manchmal auch nur, weil einem gerade danach ist und man das kühle Metall auf der Haut spüren will? Viele haben den Wunsch, dass ihre hochwertigen Schmuckstücke Unikate sind oder ganz bestimmten Vorstellungen entsprechen. Viele Goldschmiede können diesen Wunsch erfüllen und Schmuck speziell nach Kundenwunsch anfertigen. Eine andere Option, die seltener angeboten wird, ist, dass man seinen Schmuck im Rahmen eines Workshops selbst herstellt. Dies ist ein ganz besonderes und einzigartiges Erlebnis und man kann danach stolz auf das Ergebnis sein, was man mit seinen eigenen Händen produziert hat.

Silva Pannicke ist 33 Jahre alt und gebürtig aus Sachsen. Sie hat viele Jahre als Kind und Jugendliche in Leipzig gewohnt. Dort gab es Perlenläden, in denen man sich seinen Schmuck selbst zusammenstellen und bauen konnte.Seit 15 Jahren lebt sie in Erfurt und ist seit 10 Jahren leidenschaftliche Goldschmiedin mit eigenem Werkstattatelier in Erfurt. Daneben fotografiert sie sehr gerne, liebt Tiere, geht auf Konzerte und singt im Erfurter Kneipenchor. Sie hat schon immer viel mit den Händen gemacht, gebastelt und war kreativ. Auch ihr Fachabitur schloss sie in der Fachrichtung Gestaltung ab. Nach dem Abitur hat sie lange nicht gewusst, was sie werden will, hat ein Jahr gearbeitet und Praktika gemacht. 

Irgendwann entdeckte sie in der Zeitung den Aufruf der Berufsschule in Arnstadt für die schulische Ausbildung zur Goldschmiedin, bewarb sich und wurde aufgenommen. Nach 3 1/2 Jahre schloss sie die Ausbildung mit dem Gesellenbrief ab und studierte später noch Pädagogik der Kindheit an der FH Erfurt, was sie auch erfolgreich mit dem Bachelor abschließen konnte. Im Anschluss arbeitete sie zwei Jahre in ihrem Studienberuf, aber merkte, dass das Goldschmieden ihre große Leidenschaft ist und bleibt. Auch die Zwänge einer Festanstellung haben sie dazu veranlasst, diesen Schritt zu gehen. 

Sie musste entdecken, dass Festanstellungen im Goldschmiede-Beruf sehr rar sind, da die meisten Goldschmiede alleine arbeiten und selten Angestellte haben. Nachdem sie ein paar Mal Probearbeiten war in verschiedenen Läden, hat sie sich als logische Konsequenz für die Selbstständigkeit entschieden. Jedoch hat sie dies bisher immer nur als Nebentätigkeit durchgeführt, da ihr der nötige Mut fehlte. Denn es ist wichtig als Selbstständige, dass man sich einen Namen macht und bekannt ist bei den Kunden – dies war zu Beginn natürlich noch nicht der Fall. 2012 wurde sie Mutter, weshalb sie sich aus Sicherheitsgründen erst recht nicht traute, ihre Tätigkeit größer auszubauen. Aufgrund dessen kam für sie das Studium wie gerufen. Sie hatte immer auch im Sinn, etwas Soziales machen zu wollen. Während der Studienzeit baute sie ihr Unternehmen aber weiter aus, gab Goldschmiede-Workshops und war auf Kunsthandwerkermärkten zu finden. Sie konnte nebenbei ihren Bekanntheitsgrad unglaublich erweitern und die Goldschmiede-Workshops immer weiter etablieren. Mittlerweile sind ihre Workshops fast jeden Monat ausgebucht. 

Jetzt mit Anfang 30 fühlt Silva Pannicke sich so weit gefestigt, dass sie sich trauen wird, den Schritt in die volle Selbstständigkeit zu wagen. Mit ihrem zweiten Standbein als Kindheitspädagogin weiß sie, dass sie keine Probleme haben würde, einen Job zu finden und diese Sicherheit beruhigt und bestärkt sie bei ihren Plänen. Außerdem ist es nie verkehrt, pädagogische Kenntnisse in den Workshops zu haben. Ab November 2019 wird sie in Vollzeit einen Laden mit eigener Werkstatt eröffnen.

Unsere Interviewpartnerin ist Goldschmiedin Silva Pannicke

 

Silva, wo kommt die Inspiration für deine Unikate her, gibt es etwas, was dich besonders motiviert?

Viele meiner Unikate entstehen einfach spontan am Werkbrett. Ich habe eine Restekiste mit Silber-Blechen und Drähten, die schon angesägt und benutzt wurden und oft spiele ich in dieser Kiste. Wenn mir eine Konstellation gut gefällt, setze ich sie um. Ich mag Schmuck, der alltagstauglich ist und theoretisch nachts nicht abgenommen werden muss. Dabei ist mir auch wichtig, dass man die Handarbeit sieht. Viele meiner Formen ziehe ich aus der Natur und meinem Umfeld. Ich gehe sehr aufmerksam durch die Welt und alles, was mich fasziniert, halte ich mit der Kamera fest, um es später vielleicht für ein Schmuckstück noch nutzen zu können.

 

Wie sind deine idealen Kursteilnehmer?

In erster Linie sollten sie offen für Neues sein, nicht zu perfektionistisch und gut zuhören können. Diese drei Eigenschaften sind schon die halbe Miete. Alles andere kommt und lernt man im Workshop. Es ist faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen an Aufgaben rangehen und es ist zwar eine Herausforderung für mich, immer wieder individuell auf jeden Einzelnen einzugehen, aber ich liebe genau solche Herausforderungen. Jeder kommt ja mit seinem eigenen Paket in meine Werkstatt, eigenen Vorstellungen und Ideen, die sie umsetzen wollen. Es ist immer wieder spannend, was dann am Ende dadurch für ein Schmuckstück entsteht. 

 

Was für Material muss für einen Anfängerkurs bereitgestellt werden? Was für Werkzeug wird benutzt?

Ich empfehle immer, mit Silber zu beginnen, weil da der Geldwert bei Nichtgelingen nicht so hoch ist. Bei Gold bin ich extrem pingelig – da darf man nichts verschwenden. Aber das spreche ich immer vorher mit den Kursteilnehmern ab. Welche Werkzeuge man benutzt, ist ganz unterschiedlich. Meist wird der Laubsägebogen benutzt, Feilen, verschiedene Hämmer, Schmirgelpapier, Pinzetten, Feuer, Mundlötrohr, Messschieber, Ziselier-Punzen, Bretteisen, Aushauer, Feilnagel, Ringriegel, Stahllineal, Zirkel, Draht- und Blechwalze, Zangen, Blechschere, Emailleofen oder Poliermotor. Man benötigt meist sehr viele verschiedene Werkzeuge für ein einziges Schmuckstück, je nachdem was man machen möchte. 

 

Von welchen Tipps profitieren Anfänger und Anfängerinnen am meisten?

Wenn man sich für den Beruf des Goldschmieds entscheidet, sollte man sich bewusst sein, dass man dafür Leidenschaft und die nötige Selbstgeißelung braucht. Es ist kein Beruf, um stupide jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Es braucht viel Eigeninitiative und Selbstmotivation und natürlich nicht ganz zwei linke Hände. Was ich auch wichtig finde, ist, sich einen guten Hintergrund von anderen Goldschmieden aufzubauen. Man weiß nach der Ausbildung noch lange, lange nicht alles und so kann man bei Problemen auch immer mal die anderen fragen, wie sie an die Sache rangehen würden. Ich habe auch schon in der Ausbildung angefangen und mir meine Werkzeuge nach und nach gekauft, um zu vermeiden, mit einem Mal große Geldsummen ausgeben zu müssen, da vor allem die Werkzeuge in der Anschaffung sehr teuer sind. 

Viele der Unikate entstehen einfach spontan am Werkbrett

 

Gut zuhören können sowie offen für Neues und nicht zu perfektionistisch sein 

Das sind die drei wichtigsten Eigenschaften, um einen Goldschmiede-Workshop erfolgreich besuchen zu können. Anfängern werden noch keine zu teuren Materialien zur Verfügung gestellt, um sich erst einmal auszuprobieren und das Handwerk kennenlernen zu können. Wer geduldig an die Sache rangeht und sich an der Arbeit mit verschiedensten Werkzeugen versucht, wird am Ende ein einzigartiges Ergebnis vor sich liegen haben und auf ein spannendes Erlebnis zurückblicken können. Seinen Schmuck selbst herstellen zu können, ist etwas ganz Besonderes und man geht zufrieden und glücklich nach Hause.

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