Großer Regenschirm für’s Arbeitsrecht

Veröffentlicht am 12 Februar 2020 von Verena Arnold
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Mandanten erwarten heutzutage zu Recht ein hohes fachliches Know-how von ihrem Anwalt. Zudem wollen sie nach Möglichkeit alle Rechtsfragen „aus einer Hand“ regeln lassen. Alexander Hobohm, Inhaber einer mittelständischen Anwaltskanzlei in Rheinhessen, verfolgt mit seinen Kollegen das Ziel, Privatleuten, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen eine umfassende rechtliche Beratung und Vertretung zu bieten.

Nach dem Abitur studierte Alexander Hobohm Jura an den Universitäten in Göttingen und Mainz. Die Anwaltskanzlei Hobohm wurde 1959 von seinem Vater Martin in Alzey gegründet. Zu den Mandanten, die damals betreut wurden, gehörte unter anderem der ehemalige Eigentümer der Massa-Märkte, Karl-Heinz Kipp. Mit der Faber-Gruppe hat die Kanzlei heute neben vielen anderen Unternehmen einen Mandanten, der weltweit über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Der Hauptsitz der Kanzlei befindet sich immer noch in Alzey. Mittlerweile gibt es jedoch mehrere Zweigstellen in Frankfurt, Mainz, Kirchheimbolanden und Osthofen. Das Team besteht derzeit aus rund 20 Kolleginnen und Kollegen und befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs.

Unser Interviewpartner Alexander Hobohm, Inhaber einer mittelständischen Anwaltskanzlei

 

Herr Hobohm, wie groß ist Ihre Anwaltskanzlei? Wie ist es zur Gründung der Kanzlei gekommen? Welche Fachgebiete deckt Ihre Anwaltskanzlei zurzeit ab? Gibt es noch Rechtsgebiete, die Sie mit Ihren Partnern weiterentwickeln wollen?

Die Kanzlei wurde schon im Jahre 1959 gegründet. Wir feierten daher im letzten Jahr unser 60-jähriges Bestehen. Mein Vater ist damals nach Alzey gezogen und hat rasch die Idee gehabt, sich selbständig zu machen. Er hat damit den Grundstein für den heutigen Erfolg gelegt. Die Kanzlei versucht als „Full-Service-Kanzlei“ ein „Rundum-sorglos-Angebot“ für Privatleute und Unternehmen anzubieten. Dies setzt natürlich eine gewisse Größe voraus. Mit einem Team aus 20 Mitarbeitern, davon 9 Anwälte, gehören wir zu einer der führenden Kanzleien in Rheinhessen. Für alle gängigen Gebiete haben wir einen eigenen spezialisierten Anwalt. Auch uns gelingt es aber nicht, alles abzudecken. Daher arbeiten wir mit Kooperations-Kanzleien zusammen, sodass wir Mandanten nicht im Regen stehen lassen müssen. In den letzten Jahren wurden Mandate für Unternehmen bei uns immer wichtiger. Insbesondere im Wirtschaftsrecht konnten wir bereits sehr gut wachsen. Diesen Kurs wollen wir weiter verfolgen.

 

Wo liegt Ihr Schwerpunkt im Bereich des Arbeitsrechts? Was genau regelt das Arbeitsrecht und womit befasst sich ein Fachanwalt für Arbeitsrecht? In welchen Bereichen geraten Arbeitnehmer und Arbeitgeber am häufigsten in Konflikt miteinander?

Das Arbeitsrecht regelt im Grunde das ganze Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmerschutz spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle. Im Arbeitsrecht geraten Arbeitgeber und -nehmer am häufigsten im Zusammenhang mit Kündigungen aneinander. Dies ist auch nachvollziehbar. Eine Kündigung ist für einen der Betroffenen immer besonders schmerzhaft. Entweder verliert der Arbeitnehmer seine Existenzgrundlage oder der Arbeitgeber einen vielleicht langjährigen, treuen und erfolgreichen Mitarbeiter. Das kann für beide Parteien doch sehr emotional sein. Selbstverständlich kann man sich aber noch über ganz andere Dinge streiten. So beschäftigen uns auch immer wieder Fragen rund um Zeugnisse, Versetzungen, Abmahnungen, Weisungsrechte des Arbeitgebers und so weiter.

 

Lassen sich die meisten Streitfragen aus dem Arbeitsrecht außergerichtlich klären oder führt der normale Weg zum Arbeitsgericht? Wie läuft das Verfahren überhaupt vor dem Arbeitsgericht ab?

Das Arbeitsrecht zeichnet sich dadurch aus, dass Konflikte möglichst schnell einer Klärung zugeführt werden müssen. Normalerweise kann man sich im Zivilrecht lange überlegen, ob man gegen jemand gerichtlich vorgehen möchte. Im Arbeitsrecht muss man gegen eine Kündigung jedoch innerhalb von drei Wochen eine sogenannte Kündigungsschutzklage erheben. Andernfalls wird die Kündigung wirksam. Das Arbeitsgericht setzt dann einen möglichst zeitnahen Gütetermin an, an dem die Parteien versuchen, sich gütlich zu einigen. Hierdurch wird relativ schnell Klarheit geschaffen. Im Bereich der Kündigungen spielt sich daher fast alles gerichtlich ab. In den meisten Fällen kann man im Gütetermin aber doch eine Einigung erzielen. Auch für andere Streitigkeiten sind im Arbeits- oder Tarifvertrag teilweise Ausschlussfristen geregelt.

 

Was sind die häufigsten Kündigungsgründe in der Praxis seitens des Arbeitgebers und was sind Ihrer Meinung nach die gefährlichsten Stolperfallen, auf die ein Arbeitnehmer aufpassen sollte, damit es nicht zu einer fristlosen Kündigung kommt? Können Sie unseren Lesern praxisnahe Ratschläge mit auf den Weg geben, damit das Thema Arbeitsrecht im Berufsalltag keine dominante Rolle spielt?

Dies hängt im Wesentlichen stark von der Größe des Arbeitgebers ab. In sogenannten Kleinbetrieben kann man einen Arbeitnehmer relativ leicht kündigen. Die Schwelle liegt je nach Einstellungszeitpunkt bei über fünf oder über zehn Arbeitnehmern. Der Grund darf nur nicht treuwidrig sein. Die tatsächlichen Gründe sind meist Unzufriedenheit mit der Arbeitsleistung oder ein schlichter Wegfall des Bedarfs. Das ist bei großen Arbeitgebern oft nicht anders. Hier können jedoch nur sogenannte betriebs-, personen- oder verhaltensbedingte Gründe eine Kündigung rechtfertigen. Der Arbeitnehmerschutz ist im Bereich der personen- oder betriebsbedingten Kündigungsgründe relativ hoch. Bei individuellem Fehlverhalten ist das Arbeitsrecht aber gnadenlos. Gerade ein unzulässiger Umgang mit der Arbeitszeit, also Arbeitszeitbetrug, oder falsche Fahrtkostenabrechnungen können verheerende Folgen haben. Ein Arbeitnehmer ist sich oft gar nicht bewusst, dass auch der Diebstahl von Papier, Stiften oder ein kleinerer Arztbesuch während der Arbeitszeit schlimme Folgen haben kann. Das sollte man sich als Arbeitnehmer stets bewusst machen. Man sollte daran denken, dass ein Arbeitgeber, der einen Mitarbeiter „loswerden“ möchte, auch gern mal im Nachgang die zurückliegenden Fahrtkostenabrechnungen überprüft.

Die Kanzlei wurde schon im Jahre 1959 gegründet

 

Eine Frage des Einstellungszeitpunkts

Ein unzulässiger Umgang mit der Arbeitszeit oder falsche Fahrtkostenabrechnungen können verheerende Folgen haben. Das sollten sich Arbeitnehmer stets bewusst machen. Im Falle einer Kündigung muss man innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage erheben, damit das Arbeitsgericht einen möglichst zeitnahen Gütetermin ansetzen kann. Fachanwalt Alexander Hobohm und seine Kollegen kümmern sich mit ihrem Full-Service um Privatleute, aber auch um Unternehmen. Dabei geht es häufig um Kündigungen, aber auch um Zeugnisse, Versetzungen, Abmahnungen oder Weisungsrechte des Arbeitgebers. 

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