Jedes Kind soll schwimmen können

Veröffentlicht am 13 September 2019 von Verena Arnold
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Eines der tragischsten Ereignisse, das leider immer wieder vorkommt, ist, dass ein Kind im Freibad oder See ertrinkt, weil es nicht schwimmen konnte. Kindern bereitet es sehr viel Vergnügen, an heißen Sommertagen im Wasser zu plantschen – doch ab einer gewissen Tiefe wird der Spaß schnell gefährlich. Aus diesem Grund ist es essentiell, dass Kinder bereits in jungen Jahren das Schwimmen lernen, um sich sicher im Wasser bewegen zu können. Eltern fehlt dafür oft die richtige Strategie und das Wissen, um den Nachwuchs selbst zu unterrichten. Daher werden glücklicherweise zahlreiche Schwimmkurse angeboten, in denen professionelle Schwimmlehrer die Kleinen unterrichten und ihnen die nötigen Techniken spielerisch beibringen. 

Sandra Nemetschek ist 44 Jahre alt und von Beruf Apothekerin. Sie ist am südlichsten Ende von Mannheim – direkt an der Grenze zu Brühl – geboren und lebt dort. Das Gebiet des heutigen Mannheimer Stadtteil Rheinau-Süd, in dem sie lebt, gehörte ganz früher sogar zu Brühl, wo heute ihr Schwimmverein ansässig ist. Sie war schon als Kind in diesem Verein und hat dort Wettkampfsport betrieben, nach dem Abitur aber aufgehört. Als ihr Sohn 2008 schwimmen konnte und einen Verein suchte, sind sie wieder Mitglied geworden.

Sandra Nemetschek wurde angesprochen, ob sie nicht bei den Masters – der “Seniorenklasse”, die aber im Schwimmsport ab 20 beginnt – trainieren und schwimmen wollte. Das hat sie dann auch gemacht und als 2012 der bisherige Vorstand nicht mehr weitermachen wollte und der Verein ohne Vorstand aufgelöst worden wäre, haben sie und ihr Trainingskollege Klaus Renkert sich zusammengetan und das Amt übernommen. Genau wie sie ist auch ihr Vorstandskollege Klaus Renkert studierter Apotheker.

Der Schwimmverein wurde bereits vor 40 Jahren gegründet und ist ein kleiner Verein mit circa 250 Mitgliedern. Er wird komplett ehrenamtlich geführt und neben den beiden Hauptvorständen haben sie noch sieben weitere Mitglieder im erweiterten Vorstand. Dazu kommen 18 Trainerinnen und Trainer. Für Sandra Nemetschek ist es eine gesellschaftliche Verpflichtung, dass Kinder – egal welcher Herkunft und finanzieller Situation – schwimmen lernen und Sport machen können.

Der Verein bietet Nichtschwimmerkurse ab vier Jahre an. Sie haben eigens Gruppen für Flüchtlingskinder eingerichtet, da diese oft nicht schwimmen können und deutlich älter sind als die Kinder in den Nichtschwimmerkursen. Diese sind in der Regel vier bis sechs Jahre alt, während die Flüchtlingskinder zwischen acht und 14 Jahre alt sind. Unter sich haben sie viel Freude und oft schnellen Erfolg, was die Trainer sehr freut. Sie wollen etwas dagegen unternehmen, dass immer noch viele Kinder ertrinken und für alle Sportbegeisterten eine bezahlbare Trainingsmöglichkeit anbieten – das ist ihre Vision und Berufung. Dafür sind sie gerne ehrenamtlich tätig, auch wenn das manchmal neben dem Beruf und der eigenen Familie eine Herausforderung darstellt. 

Unsere Interviewpartnerin ist Schwimmlehrerin Sandra Nemetschek

 

Wie begann Ihre Karriere als Schwimmlehrer? Braucht man eine spezielle Ausbildung, um als Schwimmlehrer zu arbeiten?

Ich selbst arbeite nicht als Schwimmlehrer oder Trainer, sondern bin Vorstand. Nichtsdestotrotz mache ich regelmäßig alle zwei Jahre mit unseren Trainern den Erste-Hilfe-Kurs mit und organisiere diesen Kurs eigens nur für unsere Übungsleiter. Außerdem erneuere ich immer wieder das DLRG Silber-Abzeichen. Unsere jüngsten Trainer können ab 15 Jahren in unserer Kooperation Schule-Verein den Schülermentor machen und in der kooperierenden Schule die Schwimm-AG unterstützen sowie als Hilfstrainer unsere Nichtschwimmerkurse im Verein. Die nächse Stufe ist dann der Grundlehrgang, also der “niedrigste” Trainerschein. Diese gehen dann in der Qualifikation immer höher – es kommt der C-Trainer, dann B- und als höchstes A-Trainer. 

 

In welchem Alter sollten Kinder schwimmen lernen? Wie alt sind die jüngsten Kinder in Ihren Gruppen? Wie schwierig ist das Unterrichten der Kinder?

Wir empfehlen ein Mindestalter von vier Jahren. Schwimmen ist eine komplexe Bewegung, die vorher meist noch nicht richtig erlernt werden kann – es sei denn, ein Kind ist motorisch sehr weit entwickelt. Die Kinder sind bei uns in der Regel im Vorschulalter. Unsere Gruppen sind nie größer als zehn Kinder und haben normalerweise drei Trainer pro Gruppe. Seit zwei Jahren unterrichten wir das Swim-Stars Konzept, was sich sehr bewährt hat. Davor gab es immer das klassische Seepferdchen. Da aber gerade die jüngeren Kinder das in zehn Gruppenstunden meist noch nicht schaffen, bietet das Konzept ein Abzeichen und damit Motivation für Zwischenerfolge. Das gefällt uns gut.

 

Welche Methoden verwenden Sie für Schwimmkurse am liebsten und warum? In welchen Schritten lernen Kinder das Schwimmen am besten? Wie unterscheidet sich der Schwimmunterricht bei Kindern und Erwachsenen?

Wie schon erwähnt unterrichten wir das Swim-Stars Konzept. Dabei wird nicht mehr wie früher Brustschwimmen erlernt. Denn das ist die von der Bewegung her komplexeste Stilart. Es wird spielerisch und mit viel Freude ans Element Wasser herangegangen – das nimmt Ängste und fördert die Motivation. Bei Erwachsenen ist das anders. Wir bieten allerdings im Moment nur Kurse für Erwachsene zum Erlernen der Kraul- und Rückentechnik an und keine Nichtschwimmerkurse für Erwachsene. Erwachsene Nichtschwimmer haben oft große Angst. Dafür ist bei uns niemand ausreichend ausgebildet und auch die Nachfrage war bisher nur ein einziges Mal, ob wir sowas anbieten.

 

Wie lange dauert ein Schwimmkurs? Wann und wie muss man sich für einen Kurs anmelden? Wie teuer ist ein Schwimmkurs?

Eine Kurseinheit besteht aus zehnmal 45 Minuten und kostet 80 Euro. Anmelden kann man sich über unsere Homepage oder E-Mail

 

Spielerisch ans Element Wasser herangehen

Schwimmen lernen stellt für kleine Kinder oft eine Herausforderung dar. Es macht zwar Spaß, im Wasser zu plantschen und zu spielen, doch für das Erlernen konkreter Schwimmtechniken fehlt oft die Motivation. Beim Swim-Stars Konzept wird das Thema spielerisch angegangen und darauf geachtet, dass die Kinder durch Zwischenerfolge motiviert werden. Eine besondere Herausforderung stellen Flüchtlingskinder dar, die meist schon etwas älter sind, aber noch nicht schwimmen können. Eine bewährte Taktik ist es, diese als separate Gruppe zusammenzufassen und ihnen so unter sich die Techniken beizubringen. So wird das Ziel verfolgt, dass kein Kind ertrinken muss, weil es nicht schwimmen kann. 

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