Kampfkunst mit Herz

Veröffentlicht am 22 Juli 2019 von Verena Arnold
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Die Tradition des Aikidos hat die Wurzeln in Japan, wo es im 20.Jahrhundert von Ueshiba Morihei erschaffen wurde.

Im europäischen Raum galt es lange Zeit noch als sehr exotische und eher unbekannte Form der asiatischen Kampfkünste, dies hat sich allerdings im Laufe der letzten Jahre drastisch geändert und es gibt nun schon sehr viele sogenannte Dojos. So werden die Trainingsstätten für Aikido genannt.

Den Namen hat die Kampfkunst von drei einzelnen Begriffen erhalten. Ai, das ist die Harmonie, Ki – wird die Lebensenergie genannt und Do, das ist der Lebensweg.

Dies ist auch das Anliegen des Aikido, Menschen zu helfen mit Hilfe ihrer eigenen Kraft den Weg hin zu einem harmonischen Leben zu finden.

Karl Ruben hat selbst jahrelang Aikido trainiert und wurde damals von seinem Meister gebeten einige Stunden abzuhalten. Das animierte ihn dazu sein eigenes Dojo zu eröffnen, was er nun schon seit 2013 unter dem Namen Kokoro Aikido leitet.

Unser Interviewpartner Karl Ruben trainiert Aikido

 

Mit der Eröffnung deines Kokoro Aikido in Berlin hast du dir einen persönlichen Traum erfüllt. Welche Ausbildungen und Kurse musstest du absolvieren, um in der Lage zu sein, ein eigenes Dojo zu führen? Seit wann und wie häufig trainierst du Aikido?

Ich habe im Alter von 13 Jahren vor 20 Jahren mit Aikido angefangen. Ursprünglich im Kindertraining wollte ich schnell mehr und habe bald angefangen, das Training für Erwachsene auch zu besuchen. Mit 16 Jahren habe ich ein Austauschjahr in dendie USA gemacht und dort in einem lokalen anderen Dojo trainiert, welches mir die Augen für die Vielfalt im Aikido eröffnete. Seit meiner Rückkehr besuche ich regelmäßig Lehrgänge internationaler Lehrer in Deutschland und Europa. Eine Reise nach Tokyo an das Weltzentrum für Aikido hat meinen Horizont nochmal erweitert. Inzwischen unterrichte ich an fünf Tagen in der Woche.

 

Was steckt hinter dem Begriff Kokoro? Weshalb wurde die Bezeichnung für das Aikido Dojo in Berlin gewählt? Welche Ziele verfolgt das Dojo? Unter werlchem Motto finden die Kurse und Workshops im Kokoro Aikido statt?

Kokoro ist das japanische Wort für Herz. Die Bedeutung des Begriffs ist sowohl die des anatomischen Organs als auch der rechten inneren Einstellung, der Geisteshaltung. Insofern ist das Kokoro nicht weit entfernt vom deutschen Herzen.

In den japanischen Kampfkünsten, die unter dem Begriff Budo vereint werden, spielt Kokoro eine wichtige Rolle. Eine alte japanische Mundart besagt: Ohne Kokoro ist Budo nichts als eine leere Hülle.

Gemeint ist, dass Budo immer mit voller Hingabe, mit Passion und von ganzem Herzen betrieben werden sollte. Dann verwirklicht sich das Ideal, dass jeder nach Höherem streben kann. Jemand, der untalentiert ist, aber mit vollem Herzen übt, wird jemandem mit großem Talent, der nur mit halbem Interesse bei der Sache ist, im Budo immer voraus sein. Nicht zwangsläufig um akrobatische Fähigkeiten oder andere scheinbar augenscheinliche Maßstäbe, aber um ein tiefes und inneres Verständnis des Weges aller Kampfkünstler: des Budo.

Unser Ziel ist deswegen, mehr Begeisterung für diesen eigentlichen Geist des Aikido zu wecken! Es geht darum, die Glut der Faszination an den Kampfkünsten zu schüren und ein Feuer der Hingabe unter die Übenden zu bringen! Denn wenn wir schon im täglichen Leben immer wieder vom Trott des Alltags übermannt werden, dann können wir wenigstens beim Üben versuchen, ein Stückchen Wahrheit in der Bewegung erkennen zu lernen.

 

Welche Utensilien verwendet man, um die Sportart Aikido auszuüben? Werden im Erwachsenentraining Waffen wie Stöcke zum Kampf verwendet? 

Das Aikido Training ist hauptsächlich unbewaffnet, allerdings lernt man traditionell den Umgang mit dem japanischen Holzschwert und Holzstock. Diese schulen den Fokus, schärfen die Wahrnehmung von Abstand und Timing und verdeutlichen die Herkunft der Kampfkunst. Japanische Schwertkämpfer haben schon jahrhundertelang waffenlose Techniken geübt, um sich im Notfall verteidigen zu können. Inzwischen sind die Waffentechniken als Wurzel der Aikido-Bewegungen eine hilfreiche Erweiterung des täglichen Trainings, auch und gerade weil es zum Glück keine direkte Anwendung im realen Leben gibt.

 

Weshalb eignet sich eine Sportart wie Aikido nach deiner Ansicht besonders für Kinder? Wie laufen die Kinderkurse im Kokoro Aikido ab und was lernen die Kinder durch regelmäßiges Training? Ab welchem Alter kann man am Training teilnehmen?

Aikido ist eine recht anspruchsvolle Kampfkunst, da sie einen starken idealistischen Anspruch hat: Nicht zu kämpfen. Für viele Kinder ist das anfangs nicht einfach. Allerdings lernen sie schnell, nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern miteinander zu kooperieren. Das ist eine unglaublich wertvolle Botschaft in unserer von Vergleichen und Wettkampf getriebenen Gesellschaft. Kinder lernen bei uns im Training zunächst einmal wieder, sich zu bewegen. Spielerisch nähern wir uns den Grundbewegungen der Kampfkunst an und vermitteln Stück für Stück Koordination, Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Da wir in der Regel ab dem Schulalter mit dem Training beginnen, sind viele Kids bereits zu sehr an das stundenlange Sitzen gewöhnt und haben einen unkontrollierten Bewegungsdrang, der leider nicht mehr mit einem natürlichen Körpergefühl einher geht. Diese Lücke schließen wir dadurch, dass die Kinder miteinander trainieren und so am eigenen Körper den Unterschied zwischen wirrem Krafteinsatz oder lascher Unkonzentriertheit und einer klaren und kontrollierten Bewegung spüren können.

Mit der Eröffnung deines Kokoro Aikido in Berlin hat Karl sich einen persönlichen Traum erfüllt

 

Mit körperlichem Training zu mentaler Stärke

Kampfkünste wie das Aikido erinnern uns daran wie viel man durch bewussten Einsatz der eigenen Geisteskraft alles bewirken kann.

Nicht nur tut man seiner körperlichen Gesundheit etwas Gutes durch das Training, es verbessert auch seinen seelischen Zustand ins positive. 

Danke für das interessante Interview und deine Zeit Karl!

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