Kickbox-Aerobic als Alternative zum traditionellen Kampfsport

Veröffentlicht am 6 November 2019 von Verena Arnold
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Obwohl Kampfsport zweifelsohne eine schöne Sportart ist, fühlen sich viele  Menschen durch die darin enthaltenen, kämpferischen Aspekte er abgestoßen. Abhilfe für dieses Problem schafft die Kickbox-Aerobic, kurz auch KIBO genannt. Das Programm wurde von Dr. Daniel Gärtner im Jahr 2002 entwickelt und soll es ermöglichen, das Fitnessprogramm eines Kampfsportlers abzurunden oder aber Menschen, die wenig kampfsportaffin sind, an die Thematik heranzuführen ohne wirklich zu kämpfen.

Um mehr über Kickbox-Aerobic zu erfahren, haben wir Dr. Daniel Gärtner um ein Interview gebeten. Der 39-Jährige arbeitet hauptberuflich als Dozent und Forscher an der Fakultät für Sport und Gesundheitswissenschaften der TU München und hat ebendort Sport und Wirtschaft auf Lehramt studiert. Er hat einen Bachelor in BWL und einen Master in Sportmanagement. 2013 promovierte er in der Biomechanik im Sport und erlangte einen Doktorgrad in den Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.). Wenn er nicht gerade in der Forschung aktiv ist, schreibt er Bücher oder erstellt Videos für seinen YouTube-Channel. Seine Programme und Trainingspläne gibt es zum Download auf das-perfekte-workout.de.  2016 war Gärtner als Co-Moderator von Ruth Moschner in der Fernsehserie “Ewige Helden” auf Vox zu sehen und sein Fitnessprogramm ist seit 2016 online abrufbar. Er ist mehrfacher Kickbox-Weltmeister, deutscher Meister im Kickboxen und Freestyle-Karate und gewann 2003 das Washington Open im Kickboxen.

5Dsports führt er seit 1999 nebenberuflich, als teil dieser Firma entstand das KIBO – Kickbox Aerobic-Programm, um das es heute gehen soll. 5Dsports begann als Einzelgewerbe für Fitnesskurse und Kampfsportshows. Im Laufe der Zeit wurde Gärtner immer häufiger für Fortbildungen und Seminare gebucht und als Experte in Fernsehsendungen eingeladen. Er berät und coached Leistungssportler und betreute die Skisprung-Nationalmannschaft. Sein großer Vorteil ist, dass er neues, in der Forschung gewonnenes Wissen aus seinem Hauptberuf mitbringt und somit leidenschaftlich an Teilnehmer in seiner Trainerausbildung oder Zuhörer in seinen Seminaren weitergibt. Er beschäftigt derzeit 8 Mitarbeiter, welche als Freiberufler seinem Unternehmen zur Seite stehen. Sie übernehmen die Trainerausbildung, sind Teil seines Showteams oder helfen ihm bei der Produktion von Videos für seinen YouTube-Kanal.

Unser Interviewpartner Dr. Daniel Gärtner ist Kickbox-Aerobic-Trainer

 

Die meisten Kampfsportler haben erst über Umwege zu der einen Kampfkunst gefunden, die sie am Ende weiterverfolgt haben. Wie war das bei dir?

Ich habe meinen Weg zum Kampfsport ebenfalls über Umwege gefunden. Ich begann im Alter von 5 Jahren mit dem Turnen, spielte Fußball und war in der Skimannschaft. Danach versuchte ich mich im Fechten, was mir großen Spaß machte. Als mir ein Schulfreund im Alter von 12 Jahren von einem Karate-Verein im Nachbardorf berichtete, war ich Feuer und Flamme. Nach er erste Unterrichtsstunde wusste ich, dass ich angekommen war. Ich übte mit im Kun-Tai-Ko Karate und Kickboxen und wurde 3 Mal Kickbox-Weltmeister.

 

Seit wann bist du als Kickbox Aerobic-Trainer aktiv? Wie hat sich dein Training über die Jahre entwickelt und wie ist dein jetziges Training aufgeteilt? Nimmst du selbst noch Unterricht oder bist du dein eigener Trainer?

Als Kickbox-Aerobic-Trainer bin ich seit 1998 aktiv. In Kooperation mit dem Fachverband für Kickboxen WAKO e.V. habe ich dann 2002 ein Kurskonzept für die Ausbildung von Trainern entwickelt.

Ich selbst fand es schon immer bereichernd, mehrere Sportarten miteinander zu verbinden. So gehörte ein intensives und regelmäßiges Krafttraining an Geräten und mit Freihanteln schon immer in meinen Trainingsplan. Als Ergänzung zum Kickboxen nahm ich mit dem Alter von 15 Jahren Ballettstunden, da ich unbedingt einen Spagat schaffen und geschmeidig werden wollte. Zudem trainierte ich zweimal pro Woche immer noch im Turnverein und turnte an Ringe, Reck und Barren. Dies verhalf mir zu einer ganzheitlichen Fitness, welche ich auf heute nach über 20 Jahren halten konnte.

Jetzt mit fast 40 Jahren und einem Achillessehnenriss habe ich mein Training umstrukturiert. Kickboxen betreibe ich nur noch als Trainer in meinen Wahlfachkursen an der Universität. Ich versuche aber, in jeder Unterrichtseinheit selbst mitzutrainieren und auch etwas zu kämpfen. Das macht Spaß und sorgt für gute Laune. Da ich als Dozent für Sportwissenschaften sehr viel in der Sportpraxis unterrichte, bewege ich mich knapp 14 Stunden wöchentlich in Fitnesskursen, Turnunterricht oder praxisorientierten Seminaren. Die Zeit für das eigene Training wird dann allmählich knapp. Aber ich MUSS 3 mal pro Woche ins Gym und an den Geräten trainieren. Das liebe ich einfach. Zudem gebe ich abends zwei Kickbox-Aerobic-Stunden in der Woche und habe damit mein Ausdauertraining abgedeckt. Insgesamt komme ich dadurch auf etwa 20 Stunden Sport pro Woche – Das reicht, um die Fitness und die Figur zu halten.

 

Was ist deine Definition von Kampfkunst? Welche Methoden verwendest du für Aerobic am liebsten und warum? Fühlst du dich überhaupt einem speziellen Stil zugehörig?

Kampfkunst grenzt sich für mich ganz klar vom KampfSPORT ab. In der Kampfkunst geht es nicht um realistische Selbstverteidigung oder um das Besiegen eines Gegners. Es geht viel mehr, alte Traditionen aus ursprünglichen Stilen zu pflegen und zu sich selbst zu finden.

Im Kickbox-Aerobic beginne ich immer mit einigen ruhigen Übungen aus dem Thai Chi, um abzuschalten und den inneren Fokus zu finden. Danach geht es richtig zur Sache und ich quäle meine Teilnehmer mit kurzen Kombinationen, gefolgt von intensiven und schnelle Bewegungen aus dem Functional Fitness. Dadurch wird mein Kurs zu einer Kombination aus HIIT (Hochintensivem Intervalltraining) und klassischem Aerobic im High Impact Bereich.

Ich selbst fühle mich keinem Stil zugehörig, da kämpfen und die Kunst des Kämpfens im Grunde einen gemeinsamen Ursprung hat – nämlich der Mensch.

 

Worin lag das Hauptziel bei der Einführung von Aerobic? Was erwarten die Teilnehmer von dir und was macht den Reiz dieser Kurse aus?

Als ich im Jahre 2002 das Kurskonzept von KIBO Kickbox-Aerobic entwickelte, wollten wir vor allem Kampfsport-Trainern die Möglichkeit bieten, ihr Angebot zu ergänzen und damit mehr Publikum zu erreichen. Viele Teilnehmer wollen nicht wirklich kämpfen, finden jedoch das Training reizvoll. Später stellten wir fest, dass nicht nur Kampfsporttrainer davon begeistert waren, sondern auch Aerobic-Instruktoren oder Fitness-Coaches, welche ihr Spektrum um einen Baustein erweitern wollten.

„Get the Kick!“ Das ist das Motto von KIBO. Die Teilnehmer erwarten ein intensives Ganzkörperworkout, welches Kickboxtechniken mit Aerobic und Functional Fitness verbindet. Sie powern sich zu Beats aus, verbinden Einzelne Elemente zu einer coolen Choreografie und kommen durch Power-Drills so richtig ins Schwitzen.

In der Ausbildung zum Instructor lernen die Teilnehmer die Basis-Techniken aus dem Kickboxen kennen und diese mit Aerobic und Functional Fitness zu kombinieren. Die Teilnehmer sind danach in der Lage, eine einfache Stunde aufbauen und vor der Gruppe zu präsentieren. Die Choreografien sind kurz und prägnant gehalten und lassen sich mit vielen verschiedenen Übungen aus anderen Gruppenfitnesskursen verbinden. Im theoretischen Teil der Ausbildung wird das Basis-Wissen der Bewegungs- & Trainingslehre sowie Methodik und Didaktik im Gruppenfitness und das Arbeiten mit Musik gelehrt. Zudem werden wichtige Muskeln, welche die Kickbox-Techniken realisieren im Detail erläutert, Gefahren aufgezeigt und Rahmenbedingungen für einen gesunden und effektiven Kurs aufgezeigt.

Kampfkunst grenzt sich für mich ganz klar vom KampfSPORT ab

 

Ein Workout im Kampfsportlook

KIBO soll es ermöglichen Kickboxtechniken und Aerobic zu verbinden und somit ein ganzheitliches Workout bieten. Dahinter stecken viele Aspekte der modernen Sportwissenschaften, welche Gärtner selbst erforscht. Schön ist es, dass am Ende Choreografien stehen, die auch von Außenstehenden bewundert werden können und die Gruppengemeinschaft stärken. KIBO soll nicht nur den Kampfsport für viele andere Gruppen öffnen, sondern auch die Gesundheit fördern und den Sport im Zusammenspiel mit Musik in den Fokus bringen.

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