Kinderyoga – mal laut, mal leise, aber immer lustig

Veröffentlicht am 9 Dezember 2019 von Verena Arnold
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Viele Menschen schwören auf regelmäßiges Yoga als Ausgleich zum Alltagsstress und Möglichkeit, innere Ruhe und Gelassenheit zu erlangen. Doch nicht nur Erwachsene profitieren von Yoga – auch Kinder können viel aus Yogakursen mitnehmen. Das eigene Körperbewusstsein wird gestärkt und Kraft und Flexibilität gesteigert. In den Einheiten muss man sich auf der einen Seite konzentrieren und den Bewegungen der Yogalehrer folgen. Auf der anderen Seite sind aber Kreativität und Spaß unerlässlich! Es wird viel gelacht, gespielt und soziale Kompetenzen gestärkt. Yoga bietet somit auch für Kinder auf vielen Ebenen zahlreiche Vorteile.

Julia Schweiger (E-RYT® 200, RCYT®, YACEP®, RCYS®, Yogaju – Yoga Alliance Registered Children’s Yoga School) ist eine passionierte und sehr erfahrene Yoga- & Kinderyogalehrerin sowie Ausbilderin. Mit einem One-Way-Ticket nach Costa Rica gab sie 2010 ihrem Leben eine völlig neue Wende und machte ihre Yoga-Begeisterung zum Beruf. Nach Jahren des Lehrens, Reisens und Lernens in Costa Rica, Panama, Peru, Ecuador und den USA gründete sie zurück in Österreich YOGAJU und bietet eine breite Palette von Kursen, Workshops, Retreats, Aus- und Weiterbildungen an. 

Die Arbeit mit Kindern sowie die Ausbildung von Kinderyogalehrenden liegt ihr dabei ganz besonders am Herzen. Julias Unterricht zeichnet sich durch Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und eine große Portion Natürlichkeit und Humor aus. Absolventen ihrer Aus- und Weiterbildungen schätzen vor allem die erfrischende und mitreißende Art ihres Unterrichts, ihre Erfahrung und Integrität.

YOGAJU ist ein Ein-Personen-Unternehmen. Die Kinderyoga-Ausbildung sowie monatliche Eltern-Kind-Yoga Workshops sind im Yogastudio Amazing Yoga Vienna beheimatet. Für Yogakurse und Workshops mit Kindern ist sie an Schulen und Kindergärten in ganz Wien mobil unterwegs. Dies bietet sie aus dem Grund an, dass es oft einfacher für Kinder und Eltern ist, wenn Yoga dorthin kommt, wo die Kinder sind, anstatt zusätzlicher Wegzeiten nach Schule oder Kindergarten. Auf ihrer Webseite https://www.yogaju.at finden sich weitere Informationen.

Unsere Interviewpartnerin Julia Schweiger ist Kinderyogalehrerin

 

Julia, wo hast du deine Yogalehrer Ausbildung gemacht und wie ging es nach deiner Ausbildung weiter? Was fasziniert dich an Kinderyoga und was gefällt dir an der Arbeit mit Kindern besonders?

Meine erste (Erwachsenen-)Yogalehrerausbildung habe ich 2010 bei Jacqueline Chiodo (USA) im Regenwald von Costa Rica gemacht. Danach folgten Aus- und Weiterbildungen bei verschiedenen internationalen Lehrenden. Die von der Yoga Alliance zertifizierte Kinderyoga Ausbildung habe ich bei Susanne Eichinger in München gemacht. Zusatzausbildungen für Kinderyoga absolvierte ich zum Beispiel bei Jamie Amor in Großbritannien und Casey Feicht in den USA.
Einzutauchen in die Yoga-Welt der Kinder hat mein Leben und meine Arbeit grundlegend verändert. Das kann ich heute ohne Übertreibung sagen. Als ich Anfang 2010 meine erste Kinderyogastunde unterrichtet habe, da war dies ein Sprung ins kalte Wasser. 17 kleine Costaricaner saßen da vor mir – und mein Spanisch war damals noch rudimentär. Doch die Neugier der Kinder und ihre Begeisterung, sich auf diese Gringa mit ihren lustigen Tierlauten und Yogahaltungen einzulassen, hat uns in einen Flow gebracht. Und ich habe ganz schnell begriffen, dass das Wesentliche in der Yoga-Arbeit mit Kindern ein offenes Herz ist, gute Erdung und Spaß an der Freude. Zu diesem Kern kommt eine fundierte Kinderyoga-Ausbildung dazu, regelmäßige Weiterbildungen und ganz viel Praxis, Praxis, Praxis.

 

Wo liegen die Vorteile von Yoga? Wieso sollten Kinder Yoga machen? Welche positiven Auswirkungen hat Yoga auf unsere Kinder? Welche seelischen Schmerzen und Probleme kann Yoga heilen oder zumindest bei der Heilung unterstützen?

Yoga – regelmäßig praktiziert – kann Kinder dabei unterstützen, ein positives Körperbewusstsein und Selbstvertrauen zu entwickeln. Sie lernen zu erkennen, was ihnen gut tut und dass jeder Mensch und jeder Körper einzigartig ist. Dazu trägt auch bei, dass Yoga ohne Leistungsdruck, Bewertung und Konkurrenz auskommt. Die Yogaübungen fördern die Konzentrationsfähigkeit, kräftigen und dehnen die Muskeln und trainieren die Grob- und Feinmotorik. Achtsamkeits- und Entspannungsübungen helfen dabei, zur Ruhe zu kommen. Abwechslungsreiche Stundenbilder fördern Fantasie und Kreativität. Yoga sensibilisiert für menschliche Werte wie Mitgefühl, Toleranz und Hilfsbereitschaft und fördert das soziale Miteinander.
Genau wie bei Erwachsenen auch, ist Yoga aber nicht für jedes Kind zu jedem Zeitpunkt und in jedem Kontext das Passende. Die Erwartungen daran, was Yoga kann und bewirken soll, sind heutzutage zum Teil sehr hoch. Es gilt aber immer, den Kontext zu beachten. Yoga kann sehr vieles. Aber wenn es ein Thema oder Problem gibt, bei dem Yoga helfen soll, macht es zum Beispiel einen großen Unterschied, ob es in einer Gruppe geübt wird oder ob ich mit einem Kind zuerst One-on-One arbeite, um auf spezielle Bedürfnisse wie Stresssymptome oder Aufmerksamkeitsstörungen gezielt eingehen zu können. Manchmal ist es auch sinnvoll, wenn die ganze Familie gemeinsam Yoga übt.
Wo Yoga unterstützen oder helfen kann ist zum Beispiel Entspannung, aber nicht nur im Sinne von “es wird ganz still und leise” – etwas, das Erwachsene oft mit Entspannung verbinden -, sondern vor allem auch im Sinne von “den Leistungs- und Erwartungsdruck raus nehmen”.
Yoga kann in Abstimmung mit Psychotherapeuten, Ärzten oder Physiotherapeuten psychische und physische Themen in deren Heilung unterstützen, eine Therapie aber nicht ersetzen. Und Yoga ist ein Prozess, der durch Regelmäßigkeit seine Wirkung entfaltet.

 

Wie gestaltest du einen Kinderyoga Kurs? Kannst du uns den Ablauf einer Kinderyogastunde etwas näher beschreiben? Was erwartet die Kinder bei einer Kinderyogastunde normalerweise und was sollten Kinder in die Yogastunde alles mitbringen?

Yoga mit Kindern ist nicht nur ruhig und still. Es ist auch mal wild und laut und vor allem lustig! Yogaübungen werden altersgerecht in ausgewählte Geschichten, Spiele und Reisen um die Welt eingeflochten, Partner- und Gruppenyogaübungen ermöglichen ein besonderes Gemeinschaftserlebnis. Kreative Stundenbilder regen die Fantasie an. Eine achtsame, wohlwollende innere Haltung der Kursleitung begleitet und unterstützt die Kinder in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ihres Selbstvertrauens.
So könnte eine Yogastunde aussehen: Am Anfang kommen wir gemeinsam im Kreis auf Matten  oder kleinen Sitzteppichen an. Wir begrüßen einander und die Aufmerksamkeit wird fokussiert – zum Beispiel mit Zimbeln oder Klangschalen oder einem kleinen Lied/Mantra. Vielleicht möchte jedes Kind sagen, wie es ihm heute geht, was es Lustiges, Schönes oder Freudiges erlebt hat oder ob sie oder ihn etwas beschäftigt. Dann kommen wir mit einem lustigen Sonnengruß oder einem Bewegungsspiel gut in den Körper. Es folgen Geschichten, Spiele oder Reisen, in die Yoga-Übungen eingeflochten sind. Da die meisten Yoga-Übungen wie Tiere oder Dinge in der Natur oder um uns herum heißen, ist das für Kinder besonders gut greifbar. Zwischendurch und vor allem am Ende entspannen wir uns zum Beispiel mit einer kleinen Massagegeschichte oder Traumreise.
Mitzubringen sind bequeme Kleidung und rutschfeste Socken, vielleicht auch eine Trinkflasche.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen Kinderyoga und Yoga für Erwachsene? Was ist beim Kinderyoga anders? Können Kinder die gleichen Asanas praktizieren wie Erwachsene? Im welchen Yogastil sollten Kinder beginnen?

Beim Yoga mit Kindern ist der ganzheitliche Zugang zentral. Yoga mit Kindern ist im Unterschied zum Yoga mit Erwachsenen sehr interaktiv. Kinder bringen ihre Ideen mit ein, wollen gehört und gesehen werden, gestalten die Yogastunde mit. Und das macht das Ganze so lebendig! Emotionen und Konflikte werden nicht vertagt, sondern wollen aufgegriffen werden. Es wird mal wild und laut und dann wieder still und leise, aber diese ruhigen Phasen dauern viel kürzer als bei Erwachsenen. Das soziale Miteinander, die Gruppendynamik spielen eine viel größere Rolle als bei Erwachsenen, wo jeder für sich still und leise auf seiner Matte Yogaübungen macht, sich am Ende entspannt und dann wieder nach Hause geht – vielleicht ohne mit jemand anderem im Kurs überhaupt ein Wort gewechselt zu haben. Mit Kindern wird Yoga so richtig lebendig. Denn neben den Yogaübungen geht es auch um die soziale Komponente und um eine innere Haltung. Kinder nehmen nicht nur einzelne Übungen mit nach Hause, sondern die Gesamterfahrung, wie sie sich beim Yoga gefühlt haben.
Bei der Auswahl der Asanas gilt es, die anatomische Entwicklung der Kinder zu beachten. Nicht alle Asanas, die Erwachsene praktizieren, sind für Kinder geeignet.
In welchem Yogastil Kinder beginnen sollen – ich denke, es geht weniger um den Stil, als um die kindgerechte Vermittlung. Viele Menschen, die Yoga und seine Wirkungsweisen mit Kindern teilen wollen, wissen nicht so recht, wie sie Kinder dafür begeistern sollen. Eine Kinderyoga Ausbildung bringt da viele Aha-Erlebnisse. Und es hilft sehr, wenn die Kursleitung gut in Kontakt mit dem eigenen inneren Kind ist! 

Yoga mit Kindern ist nicht nur ruhig und still

 

Kinderyoga bietet viele Vorteile

Yogastunden mit Kindern unterscheiden sich stark von Kursen für Erwachsene. Mit Kindern werden die Einheiten interaktiv, kreativ und spielerisch gestaltet. Die Kleinen stärken soziale Kompetenzen und entfalten ihre eigene Persönlichkeit. Gruppenübungen fördern das Miteinander und sind mit viel Spaß verbunden. Einen spielerischen Zugang zu den Übungen finden die Kinder zum Beispiel auch, indem die Asanas in Geschichten eingebaut werden. Beim Kinderyoga steht neben kurzen ruhigen Entspannungsphasen, wo es auch mal ganz still und leise wird, Entspannung vor allem im Sinne von „Rauskommen aus dem Leistungsdruck“, dem auch Kinder im Alltag schon häufig gegenüberstehen, im Vordergrund. Mit viel Freude vergessen sie für kurze Zeit alles andere, konzentrieren sich auf die verschiedenen Übungen und dürfen dabei ganz Kind sein.

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