Kraft und Eleganz an der Stange

Veröffentlicht am 12 Februar 2020 von Verena Arnold
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Mit dem Begriff Poledance verbinden viele Menschen als erstes freizügige Tänzerinnen, die sich in schummrigen Licht um eine Stange verbiegen. Doch wird dieses klischeehafte Bild dem Trendsport schon lange nicht mehr gerecht, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Viele Frauen sind so fasziniert von den eleganten Figuren und Drehungen, dass sie es selbst versuchen möchten – und dann merken, wie viel Kraft, Ausdauer und Körperbeherrschung hinter den scheinbar mühelos Bewegungen steckt. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Bereits nach wenigen Einheiten wird man merken, wie die Tricks leichter fallen und der Spaß am Tanz an der Stange wird immer mehr zunehmen. Man muss es nur ausprobieren!

Jessica Nicolau wurde 1984 in Bobingen geboren. Die zweifache Mutter lebt seit November 2019 mit ihrer Familie auf Ibiza und leitet von dort aus ihre Studios. Die studierte Modedesignerin machte schon von klein auf Akrobatik – mit fünf Jahren begann sie mit Leistungsturnen, worauf die Sportakrobatik folgte. Als sie dann in den Medien mitbekam, dass es den Sport Poledance gibt, wartete sie solange, bis es in Augsburg angeboten wurde und meldete sich direkt an. Das war im Herbst 2010, nach der Geburt ihres Sohnes. Durch ihre Vorgeschichte ging es ziemlich schnell vorwärts und sie nahm 2012 an der Bayerischen Meisterschaft teil, welche sie auch gewann. 2013 machte sie ihren Trainerschein, suchte sich einen kleinen Raum und fing nebenbei an, Stunden zu geben. Anschließend kündigte sie ihren Job als Designerin und beschloss, es mit Poledance hauptberuflich zu probieren, was zum Glück bis jetzt auch klappte.

Angefangen hat also alles mit einem kleinen Raum in Augsburg, mit der Unterstützung von zwei sehr guten Freundinnen, welche inzwischen beide wegen Nachwuchs nicht mehr dabei sein können. Die Nachfrage wuchs ständig und sie brauchte mehr Trainer. Nina, ihre Augsburger Studioleitung und sehr enge Freundin kam damals als Privatschülerin zu Jessica Nicolau und sagte nach einiger Zeit zu, die Trainerausbildung zu machen. Sie wurde zur rechten Hand im Studio. Das kleine Studio reichte schon bald nicht mehr aus, und Jessica Nicolau machte sich auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten. 

2016 wurde dann der zweite Standort in Augsburg (Rehmstraße) eröffnet – ein großes, helles Studio, in dem sie zusätzlich zum Poledance auch Luftakrobatik (Aerial Hoop & Aerial Silk) anbieten. 2018 beschlossen sie dann mit ihrer fleißigen Schülerin Anja einen weiteren Standort in Kempten zu eröffnen. Aufgrund des Umzugs nach Ibiza legten sie 2019 die zwei Augsburger Standorte auf einen zusammen, sodass es Pole Circus jetzt in Augsburg, Kempten und bald vielleicht auch auf Ibiza gibt. Jessica Nicolau macht dabei die ganze Hintergrundorganisation und Officearbeit, während die beiden Standorte vor Ort jeweils von einer Studioleitung gemanaged werden. Zusätzlich sind in Augsburg noch vier Trainerinnen und in Kempten zwei weitere angestellt, was insgesamt acht Angestellte ergibt.

Unsere Interviewpartnerin Jessica Nicolau leitet das Tanzstudio Pole Circus


Du leitest das Tanzstudio Pole Circus und bist seit vielen Jahren als Discoveries Dance Pole Dance Instructor und Ausbilderin tätig. Was hat dich dazu bewegt, Pole Dance auszuprobieren? Würdest du behaupten, dass es auch heutzutage immer noch viele gibt, die gegenüber dem Pole Dance sehr voreingenommen sind und Pole Dance in ein schlechtes Licht rücken?

Ausbilderin bin ich nicht für Discoveries Dance, dort habe ich nur meine eigene Ausbildung absolviert. Wir haben unsere eigene Trainerausbildung ausgearbeitet, die wir inzwischen offiziell anbieten und gerade auch an einer internationalen Anerkennung arbeiten. Da ich aus der Akrobatik komme, hat es mich einfach total interessiert. Viele Figuren sind ähnlich, nur eben an der Pole anstatt auf anderen Personen. 

Ja leider gibt es die immer noch… Durch die Medien wird Poledance als Sport zwar immer populärer, aber trotzdem haben wir vereinzelt immer noch mit starken Vorurteilen zu kämpfen. Wir wurden zum Beispiel vom Street Food Festival – bei dem wir regelmäßiger Showact waren – „verbannt“, nachdem sich eine Mutter beschwert hatte. In diesem Jahr waren wir sogar mit unserer Kindergruppe vertreten, was das Ganze noch unverständlicher macht. Es gab sogar einen großen Zeitungsartikel in den lokalen Medien darüber, der zu unseren Gunsten ausfiel. Trotzdem entschieden die Veranstalter sich letztendlich leider gegen uns.

 

Wie läuft eine Trainingsstunde im Pole Circus für gewöhnlich ab? Welche verschiedenen Kurse gibt es? Welche davon sind besonders für Anfänger geeignet? Welche Körperregionen werden beim Pole Dance trainiert?

Unsere regulären Kursstunden starten immer mit einem ausgiebigen Warmup, das auch ein Krafttraining und Stretching beinhaltet. Danach gehts dann an die Pole und es werden je nach Stundeninhalt neue Figuren, Combos oder eine Choreographie geübt. Beendet wird die Stunde dann mit einem kurzen Cooldown. Bei uns gibt es Kurse für jedes Level. Los gehts mit Pole Basics – hier können auch Anfänger jederzeit einsteigen. Dann kommen Intermediate I, II, Advanced und die Masterclass. In jedem Level gibt es verschiedene Kernfiguren, die sitzen müssen, um ins nächste „aufzusteigen“. Außerdem bieten wir Polexotic, Aeriel Hoop, Aerial Silk und Flexibility Stunden an.
Poledance ist auf jeden Fall ein Ganzkörpersport – man merkt es nach der ersten Stunde am Muskelkater!

 

Welche Ausstattung benötigt man zum Pole Dance? Welche Kleidung sollten Kursteilnehmer tragen? Was gehört beim Pole Dance zu deiner persönlichen Grundausstattung?

Man braucht eigentlich nicht viel, das wichtigste ist die Stange selbst und eventuell ein Gripmittel. Poledancer brauchen nicht allzuviel Kleidung, eine Shorts oder Hotpants und ein kurzes Top sind perfekt. Der Hautkontakt ist nötig für den Halt an der Stange, und umso akrobatischer es wird, um so mehr Körperstellen werden benötigt. Deswegen fangen die meisten mit T-Shirt und Leggings an und mit der Zeit wird das Outfit dann immer knapper. Für Exotickurse dürfen die High Heels natürlich nicht fehlen. Zu meiner Grundausstattung gehören immer Stulpen und Pleaser Heels.

 

Welche Tipps hältst du für Anfänger bereit, die Pole Dance zum ersten Mal ausprobieren? Auf welche Details sollte man beim Pole Dance achten? Wie lange muss man in der Regel trainieren, bevor man die erste Figuren an der Stange machen kann?

Unbedingt beidseitig trainieren, sauber arbeiten und Sicherheit geht immer vor! Lieber ordentlich und „gesund“ trainieren, anstatt schnell die Figuren „durchzurattern“. Die ersten Figuren lernt man direkt in der ersten Stunde, das können verschiedene Drehungen sein, Klettern oder das Sitzen an der Pole – je nachdem, was in der Stunde gerade ansteht. Am Anfang macht man relativ schnell Fortschritte. Für die richtig akrobatischen Tricks muss man natürlich länger trainieren und entsprechend Körperspannung, Kraft und Flexibilität aufbauen. Die individuelle Dauer hängt dann ganz von den persönlichen Voraussetzungen, der Vorgeschichte und der Motivation ab.

Unbedingt beidseitig trainieren, sauber arbeiten und Sicherheit geht immer vor

 

Ein akrobatisches Ganzkörpertraining

Für Poledance braucht man vor allem Kraft. Die Figuren zu halten, ist sehr anstrengend und man wird die ungewohnten Bewegungen anfangs noch länger als Muskelkater spüren. Doch wird man auch schnelle Fortschritte feststellen können und immer spektakulärere Figuren lernen. Eine saubere Ausführung der Tricks ist besonders wichtig, welche unbedingt von beiden Seiten trainiert werden sollten. Um sich optimal zu steigern, sind die Kurse bei Jessica Nicolau in verschiedene Level eingeteilt. So findet jeder die passende Schwierigkeitsstufe – oder kann als Anfänger mit einem Basic-Kurs starten, um den Sport an der Stange selbst einmal kennenzulernen.

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