Krampfadern: Therapieansätze für ein häufiges Leiden

Veröffentlicht am 12 November 2019 von Verena Arnold
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Krampfadern sind eine weit verbreitete Erkrankung. Sie betreffen viele Menschen und haben oftmals unangenehme Folgen. Was vor Jahren noch zur Tortur wurde, kann heute auf vielen unterschiedlichen Wegen behandelt werden und muss nicht zwangsläufig mit einer Operation enden. Diese drastische Art der Behandlung ist heutzutage häufig der letzte Schritt. 

Um mehr über das Thema zu erfahren haben wir Dr. Marc Junger aus München zum interview gebeten. Der 44-Jährige studierte Medizin in Leipzig und ist seit 2002 im Fachgebiet der Chirurgie unterwegs. Seine Facharztausbildung beendete er im Jahr 2007. 2014 erhielt er die Zusatzbezeichnung Viszeralchirurgie und 2018 das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Er stammt aus einer Arztfamilie, entschied sich jedoch, anders als Vater und Großvater zuvor, für die Laufbahn als Chirurg.

Die Chirurgische Praxisklinik Landshut besteht seit 40 Jahren. Seit 2017, als er die Zulassung von Dr. L. Stötter übernahm, der bereits auf Venenerkrankungen spezialisiert war, ist Junger als Partner in der Gemeinschaftspraxis mit Dr. Walter Richter. Die Praxis beschäftigt über 20 medizinische Fachangestellte und neben den Partnern zwei weitere Ärztinnen. Spezialisiert ist sie auf die Diagnostik durch Lichtreflexionsrheologie und Duplexsonografie, sowie die konservative, also operative Behandlung von Venenerkrankungen.

Unser Interviewpartner Dr. Marc Junger ist Partner in der Chirurgischen Praxisklinik Landshut

Warum hast du dich dafür entschieden, dich auf dieses spezielle Gebiet der Humanmedizin zu spezialisieren? Was macht dir an dieser Arbeit besonders Spaß?

Erkrankungen des Venensystems sind in der Bevölkerung weit verbreitet und werden oftmals in ihren Auswirkungen unterschätzt.  Patienten die an den Folgen einer tiefen Venenthrombose oder einer chronischen venösen Insuffizienz (Krampfaderleiden) leiden, sind oftmals erheblich in ihrem Alltag eingeschränkt. Bei nicht ausreichender Diagnostik und Therapie sind die Folgen dieser Erkrankungen nicht ausschließlich ästhetischer Natur, in Extremfällen kann das sogenannte „offene Bein“ (Ulcus cruris) die Folge sein. Als spezialisierter Arzt habe ich die Möglichkeit meine Patienten von der ersten Untersuchung, bis hin zur konservativen und operativen Therapie selbst zu betreuen und individuell zu beraten. 

Welche Möglichkeiten und Verfahren gibt es, Krampfadern zu entfernen? Auf welche Risiken müssen sich die Patienten dabei einstellen?

Vor der Therapie einer Venenerkrankung ist eine eingehende Untersuchung und Diagnostik notwendig, denn nur dann kann eine fachgerechte Therapieentscheidung getroffen werden. Heutzutage haben wir eine Vielzahl an konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Nur noch selten müssen Krampfadern klassisch entfernt werden.  Das Behandlungsspektrum reicht von „Veröden“ (Sklerosierung) mit flüssigen oder geschäumten Äthoxysklerol, über die Radiowellen-/Lasertherapie, bis hin zur klassischen Operation mit der Entfernung der Krampfadern (Crossektomie und Stripping). Insgesamt handelt es sich bei allen Verfahren um risikoarme Eingriffe. Die häufigsten Risiken sind sicher Blutergüsse, Hautverfärbungen und Gefühlsstörungen in den behandelten Arealen. Schwerwiegende Komplikationen wie Thrombosen oder Wundheilungsstörungen treten sehr selten auf. Hier spielt vor allem das individuelle Operationsrisiko (Begleiterkrankungen, Voroperationen u.ä.) eine größere Rolle für die Risikoabschätzung. Daher stimmen wir die optimale Therapie auf jeden Patienten individuell ab, um bei möglichst geringem Risiko den größtmöglichen Nutzen zu erreichen.  

Welche Produkte kommen bei der Behandlung der Narbe zu Einsatz? Inwiefern verfolgen diese einen ästhetischen Nutzen?

Bei den meisten Behandlungen eines Venenleidens, insbesondere der Sklerotherapie, Radiowellen- und Lasertherapie, werden nur stecknadelkopfgroße Nadelstich im Bereich der Krampfadern gesetzt. Diese werden nur mit Steristrips (Klammerpflaster) behandelt, im Verlauf heilen diese minimalen Wunden fast vollständig ab, sodass hier keine dauerhaften Narben sichtbar sind. Bei sehr ausgeprägten Krampfadern und der klassischen Operation erfolgen kleine Hautschnitte, die mit einer „Intrakutannaht“ mit selbstauflösenden Fäden versorgt werden. Dabei werden die Einschnitte so gesetzt, dass eine geringe Narbenbildung zu erwarten ist. Beispielsweise in der Leistenbeuge, sodass die Narbe später (fast) nicht mehr sichtbar ist. 

Dass eine Krampfader optisch nicht ansprechend ist, ist vielen bewusst. Aber welche gesundheitlichen Risiken birgt eine solche mit sich?

Zunächst kann jede Krampfader oder Besenreiser, Hinweis auf eine chronisch venöse Insuffizienz, das heißt

 ein weitreichenderes Venenleiden des tiefen Venensystems sein. Aus diesem Grund sollte jeder Patient/in mit einem entsprechenden Befund eingehend medizinisch untersucht werden. Denn nur dadurch können sich spätere Komplikationen wie dauerhafte Hautveränderungen, wiederkehrende Venenentzündungen oder das „offene Bein“ vermieden werden. Häufige Symptome für ein Venenleiden sind Schwellneigung, Spannungsgefühl, schwere und müde Beine, Krämpfe und Hautverfärbungen. Bei einem fortgeschrittenen Venenleiden können schlecht heilende Wunden oder chronische nicht heilende Wunden mit chronischen Entzündungen die Folge sein. 

Die moderne Behandlung von Krampfadern

Heutzutage bedeutet die Diagnose “Krampfadern” nicht zwangsläufig, dass es zu einer Operation kommen muss. Moderne Eingriffe ermöglichen es, den Patienten auf andere Weise und minimalinvasiv zu behandeln. Ein individueller Behandlungsansatz, der auf alle bei dem Patienten zu beachtenden Aspekte eingeht, sollte in der modernen Medizin Standard sein. Außerdem sollten nicht nur die Symptome bekämpft, sondern auch Ursachen festgestellt werden, damit ein möglichst beschwerdefreies Leben ermöglicht werden kann.

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