Show me how you Burlesque!

Veröffentlicht am 27 April 2020 von Verena Arnold
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Seit dem Film “Burlesque” mit Christina Aguilera ist dieser elegante, feminine und sexy Tanzstil vielen ein Begriff. Ursprünglich handelte es sich um eine Art des Unterhaltungstheaters des frühen 20. Jahrhunderts, welche in den USA zu finden war. Dabei ging es nicht um das vollständige Entkleiden. Vielmehr war es eine Kunst, das Ausziehen einiger weniger Kleidungsstücke – oder nur eines Handschuhs – derart aufwändig und tänzerisch zu gestalten, dass allein dieser Vorgang die Show füllen konnte und die Zuschauer begeisterte. Heute werden zahlreiche Tanzkurse und Workshops angeboten, um diese Kunst zu erlernen und selbst zu erleben, wie wohl man sich im eigenen Körper fühlen kann und wie viel Spaß Burlesque macht.   

Emma Sass ist 38 Jahre alt und wuchs zweisprachig auf – halb Deutsch, halb Australien. Die Mutter eines 10-jährigen Sohnes ist verheiratet und studierte früher Environmental Management in Perth in Westaustralien mit dem Ziel, Ranger zu werden. Das Tanzen begleitet sie, seit sie drei Jahre alt war. Ihre Anfangskarriere begann mit Stepptanz und Cabaret, bis sie einige Jahre nichts mehr gemacht hat. Burlesque tanzt sie seit 2011. Ihr Sohn war 1,5 Jahre alt, als sie das Tanzfieber wieder gepackt hat. Sie genoss zwar das Muttersein, dennoch wollte sie noch ein bisschen mehr als nur Windeln und Haushalt. Anfangs war sie selbst nur an Auftritten interessiert. Irgendwann kam dann die erste Anfrage, ob sie einen Junggesellinnenabschied unterrichten könnte. Hierfür überlegte sie sich ein Konzept. 

Zwei Jahre unterrichtete sie nur Junggesellinnenabschiede, bis die Anfragen mehr wurden, ob sie auch was Permanentes anbieten könnte. Hierzu entstanden Kurse innerhalb der Frankfurt School of Burlesque. Sie bietet Cabaret und Burlesque Tanz für Auftritte bei Hochzeiten, Jubiläen, Geburtstags- und Weihnachtsfeiern an. Außerdem kooperiert sie mit einer Reihe von anderen Künstlern. Parallel dazu bietet sie regelmäßig Kurse in Burlesque Basics, Burlesque Dancing, Charleston und Vintage Dancing/Showtanz an. Darüber hinaus steht sie auch als Model ab und zu vor der Kamera. Sie hat ein Kleinunternehmen, dessen Buchhaltung von einer externen Kraft übernommen wird. Website und deren Pflege übernimmt ihr Ehemann und Marketing, Kurse und Auftritte macht sie selbst.

Unsere Interviewpartnerin Emma Sass ist bei RuSaTi, der Frankfurt School of Burlesque tätig

 

Du bist bei RuSaTi, der Frankfurt School of Burlesque, tätig. Seit wann tanzt du Burlesque? Was ist für dich das besondere an dem Tanzstil? Was motiviert dich dazu, auch andere im Burlesque zu unterrichten?

Burlesque tanze ich, seitdem ich 2011 selbst einen Workshop besucht habe. Das hat mich so fasziniert, dass ich unbedingt weitermachen wollte. Mein tänzerischer Hintergrund kam mir hier sehr gelegen. Die Frankfurt School of Burlesque habe ich 2017 gegründet. Sie hat sich durch Anfragen von außerhalb praktisch von allein ergeben. Ich unterrichte mittlerweile für mein Leben gern, geplant hatte ich das aber nicht. Burlesque verbindet jung mit reif und zelebriert alle Arten von Frauen – groß, klein, kurvig, dünn sowie alle Hautfarben. In meine Kurse kommen nicht nur Karrierefrauen, sondern auch Büromäuschen, die sich nach und nach immer mehr trauen. Diese Entwicklung begleiten zu können, finde ich immer wieder sehr spannend. Dies ist auch meine Hauptmotivation weiterzumachen und mir immer wieder neue Choreographien auszudenken.

 

Im RuSaTi wird Burlesque, Cabaret und Showdance angeboten. Was ist das Besondere an den Shows? Welche Workshops finden regelmäßig im Rusati statt?

RuSaTi bedeutet zunächst „Rumours have it it‘s Sassy Time“. Ich wollte bei dem Titel etwas Verruchtes wählen, was nicht gleich alles verrät. Alle meine Solo Tänze sind sehr unterschiedlich und breit gefächert, also mal schnell, mal langsam, mal elegant, mal humoristisch. Ich spiele gerne mit verschiedenen Charakteren und Geschichten. Bei Auftritten ist es mir immer sehr wichtig gewesen, eine breite Abwechslung dem Publikum zu präsentieren – nichts ist langweiliger, als wenn man immer wieder denselben Strip sieht. Somit steigen die Chancen, dass für jeden etwas dabei ist.
Regelmäßige Kurse finden vor allem Mittwoch abends statt. Hier unterrichte ich Burlesque Dancing. Meine Schülerinnen bekommen hier immer wieder neue Choreographien, welche sie dann bei Interesse bei Stadtteilfesten auch öffentlich aufführen können. Ich habe hierzu zwei Tanzgruppen gegründet, die Oberräder Showgirls und die Sizzling Sisters.
Burlesque Basics Workshops unterrichte ich primär im Rahmen eines Junggesellinnenabschieds. Hier kommen in zwei Stunden gebündeltes Wissen über Tanztechnik sowie eine kleine Choreographie zum Tragen. Ich habe aber schon fünf Wochen Kurse in Burlesque Basics angeboten. Eine neue Kursreihe ist in Planung. Da jedoch derzeit gerade viele schon irgendwo die Burlesque Basics mitgemacht haben, ist eher ein Bedarf an einem Fortgeschrittenenkurs, welchen ich mittwochs im TSG Oberrad auch anbieten kann. 

 

Burlesque orientiert sich an den wilden 60ern aber auch an den Hollywood Starlets der 50er Jahre. Mit welchen Utensilien sind die Tänzerinnen auf der Bühne ausgestattet? Auf welche Accessoires kann man beim Burlesque keinesfalls verzichten? 

Burlesque ist sehr vielseitig. Gerade das macht den Reiz aus. Praktisch alle tänzerischen Hintergründe lassen sich mit Burlesque kombinieren. Ich arbeite jedoch gern mit der klassisch- eleganten Variante, also mit Samthandschuhen, High Heels und der Federboa. Burlesque schafft jedoch auch Verbindungen zur Fetisch-Szene. Die Accessoires unterscheiden sich demnach je nach Interessenlage enorm. Was alle verbindet, ist das sich-Zeit-lassen und das Spielen mit den eigenen Reizen. Gerade in der heutigen hektischen Zeit bietet Burlesque eine Art Ruhepol, bei dem man sich auf sich selbst zurück besinnen kann und auf seinen eigenen Körper stolz sein kann. Ich glaube fest daran, dass es für jeden Typ Frau das perfekte Outfit gibt, bei dem Frau sich am besten in Szene setzen kann. Es liegt nur daran, dieses Outfit zu finden und offen für Neues zu sein. Je wohler man sich dann in seiner eigenen Haut und dem Outfit fühlt, desto offener wird man für die Kunst der Verführung. 

 

Viele halten Burlesque für einen sehr verruchten Tanzstil. Würdest du dieser Behauptung zustimmen oder wie würdest du den Tanzstil beschreiben? 

Burlesque ist zweigeteilt. Es gibt Pinup, welche sich an der Rockabilly-Bewegung, in der man sich eher niedlich und süß durch Posen in Szene setzt, und dann gibt es natürlich klar auch den Vamp. Letzterer hat leider ab und an eine negative Konnotation bekommen, was mich persönlich sehr schmerzt. Burlesque heißt vor allem nicht immer blank zu ziehen, sondern vielmehr durch Andeutungen Spannung zu erzeugen. Burlesque kann auch nur das Ausziehen eines Handschuhs sein. Es müssen nicht gleich Pasties und Tassles her. Im Gegenteil. Weniger ist oft mehr. Burlesque sollte vielmehr als Spaß und als ein Necken mit schönen Kostümen verstanden werden. Manche Künstler sind wirklich sehr kreativ und haben wunderschöne Kostüme, in denen sie das Publikum verzaubern. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen die wahre Kunst dieses Genres sehen und mit uns den Spaß an der Verführung entdecken können.

Im RuSaTi wird Burlesque, Cabaret und Showdance angeboten

Spannung durch Andeutungen erzeugen

Burlesque ist für jede Frau geeignet, unabhängig von ihrem Körper. Beim Tanzen lernt man, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen und stolz auf sich zu sein. Mit dem perfekten Outfit kann man sich gekonnt in Szene setzen und mit den eigenen Reizen spielen. Dabei bietet Burlesque einen Ruhepol. Man lässt sich Zeit, macht oft nur Andeutungen und neckt das Publikum. Wunderschöne Kostüme können verzaubern und Spaß an der Kunst der Verführung vermitteln. High Heels, Federboas und Samthandschuhe sind dabei beliebte Accessoires. Emma Sass bietet Interessierten verschiedene Kurse an, um in die Welt des Burlesque zu schnuppern oder den eigenen Junggesellinnenabschied mit einem Workshop zu einem Highlight werden zu lassen.  

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