Mit der Gitarre seinen Lebensunterhalt verdienen

Veröffentlicht am 7 August 2019 von Verena Arnold
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Constantin Einzmann, geboren am 28. August 1990 in Würzburg, hat Maschinenbau an der Hochschule Augsburg studiert und eine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker bei der Firma Eurocopter in Donauwörth absolviert. Derzeit arbeitet der bald 29-Jährige noch in Teilzeit als Entwicklungsingenieur bei der Firma Airbus in Donauwörth. Dort ist er schon seit neun Jahren – inklusive dualem Studium – angestellt.

Seine heimliche Leidenschaft gilt aber der Gitarre. Nicht nur, dass er sich in seiner Freizeit intensiv mit der Musik beschäftigt, nein, Constantin Einzmann hat auch privaten Unterricht genommen, um besser Gitarre spielen zu können. Außerdem wird er seit einigen Jahren von einem Profi aus den USA in Sachen Gitarre, Musik, aber auch Businessangelegenheiten gecoacht.

Mit dem Unterrichten hat Constantin Einzmann im September 2017 begonnen, nachdem er ein intensives Gitarrenseminar von seinem Mentor aus den USA besucht hatte. Constantin Einzmann war derart begeistert von diesem Coachingprogramm für Gitarrenlehrer, dass er diesem Programm beigetreten ist und sich nun als Gitarrenlehrer ein Standbein aufbauen will. 

Unser Interviewpartner Constantin Einzmann ist Gitarrenlehrer

 

Consti, du hast dein Bachelor Studium als Maschinenbauingenieur absolviert. Wie hilft dir dein Studium, im Gitarrenunterricht Probleme zu erkennen und diese gemeinsam mit deinen Schülern zu lösen? Was genießt du an der Zusammenarbeit mit deinen Schülern besonders? Welche Bands zählen zu deinen Lieblingsbands und welche bekannten Musiker gehören zu deinen Vorbildern?

Mein Studium hilft mir insofern, dass ich dort und in meinem bisherigen Beruf jahrelang das systematische Arbeiten gelernt und praktiziert habe. Logisches und strukturiertes Denken ist eine Grundvoraussetzung, um Probleme zu identifizieren, Lösungswege sowie -strategien zu entwickeln und diese den Schülern näherzubringen.

An meiner Arbeit mit meinen Schülern genieße ich es am meisten, wenn ich Fortschritte sehe und meine Schüler Dinge meistern, von denen sie nie gedacht hätten, dass sie so etwas in einer so kurzen Zeit erlernen können. Ich fühle mich gut, weil ich Menschen dabei helfen kann, Musik noch authentischer zu erleben, wodurch sie sich glücklicher fühlen. Dazu gehört natürlich vor allem ein gewisses Stück an Disziplin und kontinuierliche Arbeit seitens meiner Schüler. Wenn meine Schüler das umsetzen, was ich ihnen zeige, steht ihrem Erfolg mehr nichts im Weg.

Zu meinen Lieblingsbands gehören die klassischen Rock- und Metal-Ikonen wie Metallica, Iron Maiden, Megadeth, ACDC etc. Meine musikalischen Vorbilder sind Gitarristen wie Joe Satriani, John Petrucci, Yngwie Malmsteen oder Jeff Loomis – die Liste könnte hier noch ewig weiter gehen. Obwohl ich mit Rock- und Metal-Musik groß geworden bin, finde ich aber auch Gefallen in sehr vielen anderen Musikgenres wie HipHop, Blues, klassische Musik – und natürlich alles, wo eine Gitarre in irgendeiner Form vorkommt.

 

Kannst du uns sagen, wie eine Unterrichtsstunde für gewöhnlich abläuft? Wie gehst du mit Anfängern um und wie häufig sollte man nach deiner Ansicht üben, um das Spielen auf der Gitarre möglichst schnell und sicher zu beherrschen? Wie hilfst du deinen Schülern dabei, das Maximum aus deren Gitarren herauszuholen?

Das Credo meines Unterrichts besteht darin, dass ich so wenig wie möglich rede, sondern viel zeige und meinen Schülern so oft wie möglich die Gitarre in die Hand gebe, damit sie spielen und üben. Ich kann ihnen auf diese Weise am besten weiterhelfen, da ich dann genau sehe, was sie tun und wie sie es tun.

Viele Leute denken, bei Gitarrenunterricht geht es darum, dass der Lehrer dem Schüler ständig neue Inhalte vermittelt. Ich sehe das grundlegend anders. Meine Aufgabe besteht darin, dem Schüler zu helfen seine persönlichen Ziele am Instrument zu erreichen und dazu gehört vor allem, ihm genau zu zeigen was er zu tun hat und wie er zuhause üben muss. So holt man das meiste aus dem Unterricht. Oft geht es mehr darum, jenes anzuwenden und zu vertiefen, was man schon weiß und kann. Das funktioniert nicht innerhalb einer halben Stunde pro Woche.

Meine Schüler haben deshalb die Möglichkeit zwei, drei oder noch mehr Stunden pro Woche bei mir im Unterricht zu verbringen – auch am Stück. So erlangen sie direkte und massive Fortschritte, die sie bei herkömmlichen Unterrichtsformaten nicht erlangen würden. Wenn ein Schüler vier Stunden pro Woche hier ist, dann braucht er zu Hause fast gar nichts mehr zu machen. Man kann sich das wie beim Fußballtraining vorstellen. Man schickt seine Kinder ja auch nicht eine halbe Stunde pro Woche zu ihrem Trainer, damit der ihnen zeigt, was sie dann zuhause zu tun haben. Die Qualität unserer Fußballspieler wäre mit dieser Denkweise wohl ziemlich desaströs.

Wenn jemand aber nicht so oft beim Unterricht sein kann, dann bin ich der Meinung, dass 30 bis 60 Minuten Übung pro Tag ideal sind. Natürlich unter der Voraussetzung, dass man weiß was man zu tun hat. Je mehr, desto besser versteht sich. Mir ist aber völlig klar, dass für die meisten mehr als eine Stunde am Tag eher unrealistisch ist.

Für Anfänger ist es wichtig, dass sie einen unmittelbaren Sieg erringen, wenn sie das Instrument das allererste Mal in der Hand haben. Deshalb ist meine oberste Priorität für meine Beginner, dass sie von Anfang an etwas beigebracht kriegen, was sich nach Musik anhört und nicht kompliziert zu spielen ist. Erst kommt die Motivation und dann kann man das Niveau langsam steigern.

 

Mit welchen Utensilien arbeitest du im Gitarrenunterricht? Welches Zubehör verwendest du? Welche Art von Gitarre legst du Anfänger nahe? Welche Materialien und Notenblätter verwendest du und welche sonstigen Dinge verwendest du im Unterricht?

Ehrlich gesagt, brauche ich nicht allzu viel Schnickschnack hier im Unterricht. Ich habe mein MacBook immer da, der hat sehr viele wichtige Funktionen, denn hier sind Programme installiert wie Drumcomputer, Metronom, Youtube, Spotify. Ich kann außerdem Notizen machen und Emails verschicken. Zudem habe ich einen Gitarrenverstärker, ein Whiteboard, um Sachen aufzuschreiben – und meine Schüler haben ein Notenpult.

Welche Gitarre ein Anfänger wählt, hängt ganz davon ab, was ihn motiviert, das Instrument zu lernen. Wer zum Beispiel Rockmusik mag, sollte nicht mit der Akustikgitarre, sondern direkt mit der E-Gitarre anfangen. Was die genauere Wahl angeht, empfehle ich Anfängern immer, in ein lokales Musikgeschäft zu gehen, wo man verschiedene Instrumente direkt in die Hand nehmen kann und auch eine bessere und unmittelbarere Beratung als online bekommt.

Welche Materialien meine Schüler im Unterricht bekommen, ist ganz unterschiedlich und davon abhängig, was gerade ansteht. Manchmal bekommen sie Notenblätter ausgedruckt, mal bekommen sie Videos, Audiofiles, Noten in digitaler Form, PDFs. Ich verwende letzten Endes alles, was hilfreich ist.

 

Oft fehlt vor allem Anfängern die Motivation, regelmäßig das Spielen auf der Gitarre zu üben. Mit welchen Tipps und Tricks motivierst du deine Schüler?

Das stimmt durchaus. Gerade im ersten halben Jahr ist bei Anfängern die Absprungrate am höchsten. Mir ist wichtig, dass meine Schüler so schnell wie möglich lernen, etwas Authentisches zu spielen, etwas, was sich nach waschechter Musik anhört. Für Anfänger gibt es da eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ich habe dafür mein eigenes kleines Buch mit Übungen verfasst, die jeder Anfänger schnell lernen kann.

Ansonsten ist die Motivation immer davon abhängig, was der Schüler für ein Typ Mensch ist. Ich unterrichte in erster Linie nicht Musik, sondern individuelle Personen mit individuellen Eigenschaften und Beweggründen, warum sie das Instrument erlernen wollen. Wenn man das für den Schüler herausgefunden hat, dann sollte man ihm immer wieder klar machen, wie man das, was man gerade vermittelt bekommt, mit seinen Zielen in einer Verbindung steht. So kann man seine Motivation kontinuierlich aufrechterhalten. 

Oft fehlt vor allem Anfängern die Motivation

 

Unternehmen noch in den Anfängen

Wie Constantin Einzmann erzählt, war ihm vor diesem Seminar nie in den Sinn gekommen, dass er als Musiklehrer seinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Aber der amerikanische Coach konnte ihn davon überzeugen, es auszuprobieren. Noch befindet sich das Unternehmen von Constantin Einzmann, die ShredFactory-Augsburg, in den Startlöchern, sodass er zurzeit noch allein arbeitet. Sein Ziel ist es nun, erst einmal mit seinem Unternehmen Fuß zu fassen. Alles andere ergibt sich dann mit der Zeit.

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