Mit Taijiquan gegen Migräne

Veröffentlicht am 4 Dezember 2019 von Verena Arnold
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Unter Migräneanfällen leiden zahlreiche Menschen und werden während der Anfälle stark eingeschränkt. Auch Claudia Mohr litt bereits seit ihrer Kindheit unter regelmäßigen Kopfschmerzen, welche sie teilweise tagelang ans Bett fesselten. Nach zahlreichen Versuchen und Anwendungen der Schulmedizin, entschied sich die Migränepatientin, nach alternativen Heilungsmethoden zu suchen. Warum ihr genau Taijiquan half, ihre Migräne in den Griff zu bekommen, verrät sie uns in diesem Interview.

Die Ausbilderin Claudia Mohr begann mit dem Training des Chen Stil Taijiquan 1998 in Hamburg bei der WCTAG. Dies ist ein deutscher Zweig der WCTA, World Chen Taijiquan Association, des von Großmeister Chen Xiaowang gegründeten Weltverbands für das Taijiquan seiner Familie. 

2007 absolvierte sie die Prüfung zur Ausbilderin und weitere Zertifizierungen von Großmeister Chen Xiaowang. Sie arbeitet als selbstständige Lehrkraft unter der Schirmherrschaft der WCTA und unterrichtet das System des Chen Stils weltweit in Seminaren und Privatstunden.

Unsere Interviewpartnerin Claudia Mohr ist Taijiquan Trainerin


Warum Taijiquan? Wie bist Du zum Taijiquan gekommen? Wie lange trainierst du schon?

Ich begann 1998 Taijiquan zu trainieren, da ich seit meiner Kindheit von schlimmsten Migräneanfällen geplagt worden bin, die mich tagelang ans Bett gefesselt haben. Da die Schulmedizin mir nicht mehr weiterhelfen konnte, habe ich nach Alternativen gesucht und bin über die Homöopathie und die Akupunktur schließlich beim Taijiquan gelandet, das mir durch sein ganzheitliches Konzept zu einer grundlegenden Verbesserung meiner körperlichen Verfassung verholfen hat. Daher habe ich die Ausbildung bei der WCTA (World Chen Taijiquan Association, 1994 von Großmeister Chen Xiaowang gegründet) in Deutschland begonnen und 2007 mit dem höchsten Ausbildungsgrad zur Ausbilderin abgeschlossen, um diese besondere Bewegungskunst an andere weitergeben zu können.

 
Setzt du dir Ziele im Training? Gibt es Dinge, die du im Taijiquan erreichen willst?

„Der Weg ist das Ziel“ ist sehr zutreffend für das Training des Taijiquan. Es gibt kein Ziel, sondern eher ein immer größeres Vertiefen und Verfeinern des Prinzips im Taijiquan. Ich vergleiche es gerne mit dem Klavierspielen. Am Anfang muss ich mich mit dem Piano vertraut machen, Noten lernen, die Technik verinnerlichen. Ist der praktische Teil abgeschlossen, bringe ich meine eigene „ Note“ in mein Spiel, was mir dann zu Virtuosität verhilft. Geduld, Disziplin und Wille helfen mir, den Weg immer weiter zu gehen.

 

Was unterscheidet Taijiquan von anderen Kampfkünsten? Was sind die wichtigsten Elemente in dem Training? Was führt zu Fortschritten im Taijiquan?

Ich persönlich habe keine andere Kampfkunst trainiert, für mich hat in dem von mir erlernten System nie etwas gefehlt, das mich hätte weiter suchen lassen. Mich erfüllt mein Training mit einer tiefen Befriedigung, ein bisschen so wie wenn man auf einer langen Reise war und dann einen Platz findet, an dem man sich zu Hause fühlt, von dem man nicht mehr weg möchte.

Daher die Frage, was treibt den Menschen an, sich zu verändern? Unzufriedenheit mit sich selbst und seiner Lebenssituation, Krankheit, der Wunsch nach Veränderung, körperliche Herausforderung, Neugier, die Suche nach einem Sinn? Es gibt viele Gründe, warum Menschen die Veränderung suchen, selbst wenn keiner der oben erwähnten Gründe zutrifft. Manchmal ist es einfach ein Folgen einer inneren Stimme, eines Gefühls, ein unbewusster Impuls, der uns vorantreibt.

Der Mensch hat darüber hinaus eine Faszination für das Außergewöhnliche, das nicht Erklärbare, für besondere Fähigkeiten. Jeder von uns möchte, bewusst oder unbewusst, ein Held sein und über sich selbst hinauswachsen.

Und dazu gehöre auch ich. Meine Faszination für das System des Taijiquan erwachte mit meinen Lehrern Jan Silberstorff und Großmeister Chen Xiaowang, 19. Generation Chen Stil Taijiquan, direkter Nachfahre des Begründers des Chen Stil im 17. Jahrhunderts in China.

Das von Großmeister Chen Xiaowang vermittelte System besteht aus Basisübungen, wie die stehende Säule und die Seidenübungen, Hand- und Waffenformen, Partnerübungen, Pushhands und Selbstverteidigungskonzepten.
Von großer Wichtigkeit sind dabei die Basisübungen, stehende Säule und Seidenübungen. Man stelle sich das hinter den Übungen stehende Konzept ein bisschen wie eine Inspektion für den Körper vor, um den wir uns meistens nur dann kümmern, wenn er Schmerzen signalisiert oder nicht mehr richtig funktioniert.

Wie bei einer Inspektion wird in einer individuellen Korrektur die Grundstruktur des Körpers verbessert. Die Struktur wird dahingehend verändert, dass der Körper mehr im Lot steht, die Knochen natürlicher zueinander bzw. aufeinander stehen und sich die Muskulatur entspannen kann. Der Körperschwerpunkt sinkt in die Körpermitte bzw. Unterbauch. Man kann sich das ein bisschen so vorstellen, wie wenn jemand den ganzen Tag die Hand zur Faust geballt hat und dann langsam beginnt, diese immer öfter zu öffnen, wodurch sich dann auch die Muskulatur lösen kann.

Um diese körperliche Neustrukturierung zu festigen, bleibt der Übende längere Zeit in der Position stehen. Mit der Zeit treten sehr positive Effekte ein, der gesamte Körper entspannt sich, und damit auch unser Geist, insgesamt werden wir entspannter, leistungsfähiger und widerstandsfähiger, gegen Krankheiten oder auftretende Probleme.

Bei den Seidenübungen wird in einfachen Bewegungsabläufen versucht, die neue Körperstruktur in Bewegung beizubehalten. In den Hand- und Waffenformen, in komplexeren Bewegungsabläufen, vertiefen wir diese Arbeit.

Für mich persönlich ist der faszinierendste Bereich der des Pushhands (schiebende Hände), der Partnerübungen und der Selbstverteidigungskonzepte. Ich bezeichne diesen immer als die Überprüfung, insofern, ob mein Training tatsächlich effektiv ist.

Als kurze Erklärung; beim Pushhands stellen sich zwei Personen einander gegenüber auf und versuchen mit dem Kontakt der Hände an Ellenbogen und Brustbereich dem Gegenüber das Zentrum bzw. das Gleichgewicht zu nehmen. Je besser die eigene körperliche Struktur, desto leichter ist es, dem anderen das Zentrum zu nehmen. Mit fortschreitendem Training kann sich körperliche Masse bzw. das Gewicht des Gegners immer mehr erhöhen, ohne dass der Geschobene sein Zentrum verliert.

 

Hast du allgemein einen Tipp für das eigene Training? Was empfiehlst du dem Trainierenden?

Von großer Wichtigkeit ist ein verständiger Lehrer, der das Prinzip des Taijiquan verstanden hat und umsetzen kann, damit der Schüler Vertrauen zu seinem Lehrer aufbauen kann, da am Anfang die Neustrukturierung des Körpers etwas verwirrend ist. Auch sollte der Lehrer selber weiter für sich trainieren und nicht so viele verschiedene Sachen unterrichten, da es viel Zeit erfordert, viele Dinge zu vertiefen. Ein guter Musiker spielt meistens auch nur ein Instrument wirklich gut. 

 

Der Ursprung von Chen Stil Taijiquan

Chen Stil Taijiquan findet seinen Ursprung im 17. Jahrhundert in Chenjiagou, Henan Provinz, China, in der Familie Chen, deren Familienmitglieder als Begleitschutz für Karawanen gearbeitet haben. Nach einem politischen Machtwechsel verlor General Chen Wanting (ca.1597-1664) sein Ansehen und seine Titel und zog sich in sein Heimatdorf Chenjiagou zurück. Dort entwickelte er aus seinen Erfahrungen im Kampf unter Einbezug von Qigong Übungen(qi=Energie; gong= Arbeit) das System des Taijiquan. (taiji= das höchste Letzte; quan= Faust). Seit jener Zeit wird das Taijiquan in der Familie Chen von Generation zu Generation weitergetragen und erlangte durch die unermüdliche Arbeit, das hohe Level und genaue Ausarbeitung des Prinzips des Taijiquan von Großmeister Chen Xiaowang weltweite Bekanntheit.

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