Nach außen freundlich und nach innen stark

Veröffentlicht am 31 März 2020 von Verena Arnold
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Bereits im Alter von 23 Jahren kam Dietrich Rowek mit dem Tai-Chi-Chuan in Berührung. Dietrich ist davon überzeugt, dass ihm die kontinuierliche Ausübung dieser Kampfkunstart sowohl Bandscheibenvorfälle als auch Schmerzen aufgrund seiner Skoliose erspart hat. In den letzten Jahrzehnten hat Dietrich als Tai-Chi-Lehrer selbst vielen Schülern durch Tai-Chi Freude und Wohlbefinden ermöglicht – er durfte mit Kindern, alten Menschen, Blinden, Behinderten und Sportlern arbeiten.

Dietrich ist heute 58 Jahre alt und stammt aus Hagen in Westfalen. Bevor er zum Tai-Chi-Chuan fand, arbeitete er in einer Baumschule und als Friedhofsgärtner. Später absolvierte er eine Ausbildung zum Heilpraktiker, beschäftigte sich mit der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und erlernte die Disziplinen Akupunktur, Kräutermedizin, Massage und Bewegung.

Seit 2009 ist Dietrich als Entspannungstherapeut im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren tätig. Außerdem leitet er als Einzelunternehmer eine Praxis für TCM mit eigener Schule im Kung-Fu-Zentrum Kaufbeuren. Im Allgäu unterrichtet Dietrich in fünf Gemeinden. Inzwischen sind zehn seiner früheren Schüler selbst Tai-Chi-Lehrer geworden. Einige von ihnen betreiben nun eigene Tai-Chi-Schulen.

Unser Interviewpartner und Tai-Chi-Lehrer Dietrich Rowek

 

Seit wann üben Sie Tai-Chi-Chuan? Was ist Ihre Erfahrung mit den Tai-Chi-Chuan und was hat es Ihnen in all den Jahren gebracht?

Ich habe meinen ersten Kurs in Tai-Chi-Chuan im Februar 1983 belegt. Mein damaliger Lehrer hatte sehr viel Erfahrung in Karate, Judo und Aikido, aber sehr wenig im Tai-Chi-Chuan. Nach einigen Jahren kam ich zu meinem ersten Meister aus China und besuchte ihn regelmäßig in London, wo ich 1989 zum Lehrbeauftragten der International Tai-Chi-Chuan-Association wurde. Später habe ich in den Jahren 1999 und 2004 die Meister gewechselt, allerdings immer innerhalb des Yang-Stils. 1994 habe ich ein Buch veröffentlicht und ich muss gestehen, dass das Konzept des lebenslangen Lernens mir zunächst nur theoretisch klar war. Besonders Meister Li Sui Yin aus Xian hat mir gezeigt, wie wenig ich erst vom Gesamtsystem dieser inneren Kampfkunst verstanden habe.

 

Wie würden Sie Tai-Chi-Chuan definieren? Welchen Nutzen können Menschen aus dem Tai-Chi-Chuan ziehen?

Tai-Chi-Chuan ist eine innere Kampfkunst, die sehr vielfältige Trainingsformen enthält und bevorzugt zur Gesundheitsschulung und Meditation geübt wird. Der erste Nutzen ist eine bessere Beweglichkeit und Ausdauer. Das Atemtraining bringt etliche sportliche und psychologische Vorteile mit sich. Ein Schwerpunkt des Trainings ist die Energie-Arbeit. Hier werden zunächst Körperempfindungen wie Kribbeln, Ziehen und Strahlen bewusst gemacht und dann in funktioneller Weise kanalisiert. Der Verlauf der Meridiane aus dem Akupunktursystem spielt dabei eine große Rolle. Die Menschen bekommen stärkere Knochen, elastische Muskeln und ein ausgeglichenes Gemüt. Der Lehrer meines Meisters war ein General im Krieg und ein Volksheld aufgrund seiner kämpferischen Fähigkeiten und seines Mutes. Man sagt, das Tai-Chi-Training macht einen Menschen nach außen freundlich und nach innen stark.

 

Es gibt verschiedene Formen des Tai-Chi – sind deren Prinzipien unterschiedlich? Würden Sie sagen, dass Tai-Chi-Chuan heutzutage noch einen Wert hat?

Die Prinzipien der verschiedenen Familienstile des Tai-Chi-Chuan sollten überall gleich sein. Ebenfalls die Ausrichtung auf Kampfkunst, Meditation und Heilung. Allerdings setzt jeder Lehrer eigene Schwerpunkte, je nach Kenntnisstand und Vorlieben. Daher gibt es zum Beispiel senkrechte oder herausgelehnte Haltungen, allerdings immer ohne die Balance zu verlieren oder die Prinzipien zu verletzen. Tai-Chi hat sogar einen Wert, wenn der Trainer schlecht ausgebildet ist. Allerdings tun sich Welten auf, wenn man Anfänger und Meistergrade vergleicht. Bei täglichem Training ergibt sich eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und der geistigen Fähigkeiten bis ins hohe Alter. Vor allem das Training mit Waffen oder Übungsgegenständen wie Bällen, Wackelbrettern oder anderen Geräten eröffnet vielseitige Aspekte.

 

Für wen ist Tai-Chi-Chuan geeignet? Ist es auch mit gewissen körperlichen Einschränkungen, Alter und Krankheit möglich, Tai-Chi-Chuan zu üben?

Es gibt leider das Missverständnis, Tai-Chi-Chuan sei für alte Leute gedacht. Im besten Fall beginnt man das Training mit 6 Jahren und hört mit 100 Jahren wieder auf. Allerdings beginnen viele Menschen erst viel zu spät oder sogar mit starken körperlichen Problemen wie Morbus Parkinson oder chronischen Schmerzen mit Tai-Chi-Chuan. Die Erfolge ihrer Übungspraxis sprechen zwar für sich, verstärken jedoch das Missverständnis, denn im Idealfall startet man besser gesund und steigert seine Fähigkeiten immer weiter! Ich hatte allerdings auch viele Schüler, die erst spät, mit weit über 70 Jahren mit dem Training begonnen haben. Kinder lassen sich leider schlecht auf langsame Bewegungen ein. Daher muss man viel Erfahrung haben oder mit schnellen Stilen wie Xing-Yi-Chuan starten. Weitere Informationen dazu gibt es auf und auf meiner Homepage und unter www.allgaeu-kinder-kampfkunst.de.

Tai-Chi-Chuan ist eine innere Kampfkunst, die sehr vielfältige Trainingsformen enthält

 

Kinder starten lieber mit dem schnellen Xing-Yi-Chuan

Viele Menschen finden erst zum Tai-Chi-Chuan, wenn sie bereits älter und/oder erkrankt sind. Therapeut Dietrich Rowek findet, dass man am besten jung und gesund mit dieser inneren Kampfkunst starten sollte, die sehr vielfältige Trainingsformen enthält. Denn sie wird hierzulande bevorzugt zur Gesundheitsschulung und Meditation geübt. Neben besserer Beweglichkeit und Ausdauer bringt das kontinuierliche Üben auch psychologische Vorteile mit sich. Ein Schwerpunkt des Trainings ist die Energie-Arbeit. 

Weiter Infos unter: taichichuan.de

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