Tanzen ist mehr als Figuren lernen

Veröffentlicht am 5 März 2020 von Verena Arnold
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Tanzen ist, wenn man von der Musik mitgerissen wird und seine innersten Gefühle ausdrückt. Tanzen ist, wenn man sich frei fühlt. Und das wichtigste: Tanzen kann jeder! Es gibt unzählige verschiedene Stile auf der ganzen Welt, nach denen sich Menschen zur Musik bewegen. Bachata ist einer davon. Der Tanz stammt ursprünglich aus der Dominikanischen Republik, erfreut sich jedoch auch bei uns inzwischen wachsender Beliebtheit. Der Paartanz wird sehr eng und hüftbetont getanzt und weist viele Variationen und verschiedene Bewegungsabläufe auf, was ihn von den Standardtänzen unterscheidet und so einzigartig werden lässt. 

Irina Lichatschow kommt gebürtig aus Russland und wuchs in Deutschland in Oldenburg auf. Sie ist Mutter von bald zwei Töchtern und führt das Bailando Oldenburg seit fünf Jahren. Mit 18 absolvierte sie eine klassische Ausbildung im Friseurhandwerk und war sehr früh die rechte Hand ihres Chefs. Außer der typischen Aufgaben war sie für die Betreuung und den Unterricht von Auszubildenden und Praktikanten zuständig. Daraus entwickelte sich ihre Leidenschaft, Menschen Kenntnisse beizubringen. Bereits als Kind tanzte sie viel und nahm an Wettbewerben in rhythmischer Gymnastik teil. Sport und Bewegung, vor allem Tanzen war schon immer ihre Leidenschaft. Später mit circa 17 Jahren fing sie an, bei Tanzauftritten und Shows mit ihrer damaligen Tanz- und Showgruppe mitzuwirken. Auf der Bühne zu stehen war ihr zweites Zuhause geworden. Sie begleiteten verschiedene Bands als Backgroundtänzer und tourten in ganz Deutschland zu verschiedenen Musikevents. Das machte sie für circa sieben Jahre. 

In der Zwischenzeit entdeckte sie ihre Vorliebe an Paartanz, wollte aber nichts Typisches. Über verschieden Urlaubsziele entdeckte sie Salsa und Bachata und entschied sich deshalb später, für ein Jahr in die USA zu gehen. In Deutschland gab es damals für sie keine Option, in diese Richtung gut ausgebildet zu werden. In den USA durfte sie von vielen tollen und berühmten Trainern und Tänzern sehr viel und intensiv lernen. Sie hatte dort die Möglichkeit, jeden Tag zu trainieren und sich weiterzubilden. Zurück in Deutschland, besuchte sie weitere Fortbildungen während Auslandstrips. Das war die beste Entscheidung, die sie treffen konnte. Dieser Weg brachte ihr die nötige Erfahrung, das internationale Unterrichtsniveau kennenzulernen, das sie bis heute vertritt.

Zum Unterrichten kam sie durch Zufall, indem sie von anderen Tanzschulen eingeladen wurde, in Kursen zu assistieren und Workshops zu geben. Später kam der Wunsch bei ihr auf, eine eigene Tanzschule zu verwirklichen – mit eigenen Ideen und einem eigenen Unterrichtsstil, den sie sich selbst mit den Jahren und der Erfahrung zusammengestellt hat. Das durchkreuzte zwar ihr ursprüngliches Vorhaben, durch die Welt zu reisen, aber sie sah Oldenburg als potenziellen Ort für eine gute Entwicklung in diesen Tanzrichtungen. Ihr Wunsch war es, den Salsatänzern zu zeigen, dass es außer Salsa Cubana und deren paar typische Figuren eine viel größere Tanzwelt gibt. Dass das Tanzen mehr ist, als nur ein paar Figuren zu lernen und immer das Gleiche zu tanzen. Andere tolle Salsa Stile und Bachata sind weltweit beliebt und als Oldenburgerin empfand sie das als ihren Wunsch und ihre Aufgabe, dies auch hier zu etablieren und den Tänzern und tanzinteressierten Mitmenschen schmackhaft zu machen.

Bachata war damals völlig unbekannt. Manche Salsatänzer kannten nur die Basics. Viele mochten den Tanz nicht tanzen, weil sie es zu körperbetont fanden oder zu schwer. Binnen einen Liedes waren nur noch zwei Paare bei Parties auf der Tanzfläche. Mittlerweile ist die Tanzfläche auf ihren Parties während der Bachatamusik genauso voll wie beim Salsa. Es gibt immer mehr Oldenburger, die sich für die Tänze interessieren und sie haben oft Besuch auch von Teilnehmern, die von weiter außerhalb kommen und die Workshops und Kurse besuchen wollen. Irina Lichatschow arbeitete intensiv daran, ihr eigenes Konzept zu verfolgen und ihre Ideen so weit es ihr möglich war, umzusetzen. 

Im Moment warten sie noch auf eine Genehmigung, um größere Tanzveranstaltungen und öffentliche Parties machen zu dürfen. Bailando wäre bereits jetzt schon viel größer, wäre die Bürokratie etwas einfacher. Nachdem die baulichen Maßnahmen und Verbesserungen, die in diesem Jahr anstehen, durch sind, wird es umso schöner und sie können hoffentlich ihre Vorhaben mit noch mehr Motivation durchsetzen. Irina Lichatschow baute das Unternehmen allein auf und hat aber mittlerweile sechs Kollegen, die regelmäßige Kurse und Workshops im Bailando geben. Seit diesem Jahr ist auch ein Trainee dabei und ab Januar für zwei Jahre bei ihnen in Ausbildung zum Trainer für Salsa und Bachata. Weitere Ausbildungsanfragen laufen noch und geplant ist eventuell eine weitere Verstärkung noch in diesem Jahr.

Unsere Interviewpartnerin Irina Lichatschow beschäftigt sich mit dem Tanzen

 

Seit wann beschäftigst du dich mit Bachata?

Das erste Mal hab ich Bachata in der Dominikanischen Republik vor circa 15 Jahren kennengelernt. Es war sofort Liebe auf den ersten Song. Die Tänzer, denen ich zugeschaut habe, waren so schön am Tanzen. Das hatte ich vorher so noch nie gesehen und es hat mich sofort mitgerissen. Wobei der Bachata von heute sich enorm weiterentwickelt hat und man es mit dem Ursprung kaum mehr vergleichen kann. Das Bachata von heute und die Musik-Entwicklung ist in die sensuale Richtung gegangen und dies ist weltweit sehr beliebt. Der Stil ermöglicht viel mehr, mit der Musik zu spielen und diese auszuschöpfen. In Norddeutschland ist dieser Hype erst in den letzten zwei Jahren richtig angekommen.

 

Wie läuft das Bachata Training ab? Wie meldet man sich zu einem Workshop an? Kann man ohne Tanzpartner zu einem Workshop erscheinen?

Wir haben tatsächlich das Glück, dass wir immer mehr männliche Interessenten haben und somit ist das Problem, dass es immer viel mehr Frauen in Tanzkursen gibt, zu 90% aus der Welt. Daher ist es auch für die Frauen einfacher, sich solo anzumelden. Solo-Anmeldungen von Frauen und Männern sind sehr willkommen. Wir achten natürlich darauf, dass es immer im Ausgleich bleibt. Man kann sich über unser Anmeldeformular auf unserer Homepage anmelden. Wir brauchen immer die Namen, Telefon und Email-Adresse für Rücksprachen.
Für das Training und Unterricht haben wir eine Lernsequenz und Übungssequenz. Es wird was gezeigt, zusammen mit langsamen Erklärungen und Tipps, sowie Technik erlernt und anschließend mit Musik getanzt.

 

Welche Methoden verwendest du für das Training am liebsten und warum? Wie viele Stunden muss man täglich trainieren, um Bachata tanzen zu lernen?

Ich setze viel Wert auf Technik und erkläre vieles individuell. Ich höre immer wieder von den Besuchern und Teilnehmern, dass ich das ganz anders mache, als sie es woanders kennengelernt haben und bekomme viel Lob für meinen Unterricht. Darauf bin ich sehr stolz und dankbar. Mein Unterricht hat sich mit den Jahren zu meinem ganz eigenen individuellen Stil entwickelt. Ich kann nicht sagen, welche Methoden ich am liebsten verwende. Meine Methode ist es, es meinen Schülern verständlich und einfach zu machen, sogar schwierige Bewegungen zu verstehen und umsetzen zu können. Ich versuche immer 180% zu geben und meinen Unterricht so zu gestalten, dass meine Schüler sich entfalten können und mitgerissen werden und in dem Moment alles andere außer Tanzen vergessen.
Ich würde sagen, so viel man Zeit und Lust findet. Je mehr man trainiert, desto schneller kommt eine gute Entwicklung. Aber es reichen am Tag auch erstmal 15 bis 20 Minuten. Zu lange ist für Anfänger nicht gut, sie sind schnell frustriert und geben schneller auf. Step by Step ist wichtiger. Ich weiß, dass ich eine Zeit lang sechs Stunden trainiert habe, zum Beispiel vor einer großen Show. Es kommt immer darauf an, was man erreichen möchte. Wichtiger ist, dass man nichts überstürzt und Entwicklungen überspringt. Talentierte lernen schnell die Basics und können leicht quereinsteigen. Trotzdem gehören auch später viele Faktoren dazu, die dann dazu führen, dass man zu schnell vorankommen möchte und viele Technik-Sachen einfach überspringt, weil man es nicht als wichtig betrachtet oder weil Tanzlehrer dies nicht unterrichten. Es gibt so viel wichtiges Fundament, was das Tanzen einfacher, schöner und natürlicher macht. Dieses Fundament sollte man sich selbst nicht vorenthalten.

 

Welchen Tipp würdest du Bachata Anfängern geben? Gibt es bereits Literatur, die Tänzern dabei hilft, die elementaren Rhythmen der Bachata Musik zu erkennen und zu beherrschen?

Im Bachata haben wir einen 4/4 Takt. Es werden drei komplette Schritte gesetzt und ein Tap, welches kaum Belastung enthält. Heißt, man tapt nur mit der Spitze neben dem anderen Fuß, der komplett aufgesetzt wurde. Es gibt später auch Abweichungen, die das Tanzen etwas dynamischer gestalten, aber für den Anfang sind erstmal die Grundlagen relevant. Die Bachata-Musik ist eigentlich ziemlich leicht, jedoch bedarf es für viele eine Erklärung, um das zu verstehen. Die vollen Schritte werden auf den Schlägen gesetzt, die genau in der Musik gehört werden, zum Beispiel als Tack Tack Tack, also drei gleiche Schläge . Der Tap oder Tip findet direkt nach den drei Schlägen statt auf der 4. Dies ist meist ein dumpfer, bassartiger Schlag. Erklären tut sich sowas natürlich am besten mit der Musik zusammen. Als Tipp würde ich den Anfängern geben, immer die Basics zu wiederholen. Stetig in den drei Schritten und Tap zu bleiben und Richtungen zu wechseln. Man gewöhnt sich an den Basicablauf und der Körper wird von Mal zu Mal vertrauter mit den Schritten und die Bewegungen wirken entspannt und natürlich. Deshalb als erstes Basics tanzen, so oft es geht, und immer schön lächeln dabei.

Im Bachata hat man einen 4/4 Takt

 

Tanzen ist Leidenschaft

Irina Lichatschow tanzt schon seit vielen Jahren. Vom Bachata war sie sofort begeistert und wollte den bis dato unbekannten Stil auch nach Oldenburg bringen. Der körperbetonte und dynamische Tanz war den damaligen Salsatänzern erst sehr suspekt. Durch ihre untypischen Unterrichtsmethoden und ihre Liebe für den Tanz konnte sie mit der Zeit jedoch immer mehr Menschen dafür begeistern. Wichtig ist immer, auf die Musik zu achten und die Basic-Techniken einwandfrei zu beherrschen. Nur so wird der Tanz schön und natürlich. Die drei Grundschritte, gefolgt von einem Tap, sollten immer wieder geübt werden, bevor man sich an kompliziertere Figuren wagt. 

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