Tierfotografie, eine besondere und schöne Herausforderung

Veröffentlicht am 22 Mai 2020 von Verena Arnold
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin

Schon wer privat versucht, sein eigenes Haustier zu fotografieren, stellt immer wieder fest, dass dies gar nicht so einfach ist, denn Tiere sind nicht wirklich berechenbare oder gut zu lenkende Fotomodelle. Uns so wie manche Tierbesitzer entnervt aufgeben, wächst bei anderen der Ehrgeiz und die Freude an dieser besonderen Herausforderung. Und manchmal wird dann aus dem Hobby sogar ein Beruf.

So geschehen bei dem am Rande des schönen Spreewaldes geborenen 52-jährigen Dirk Mader. Er hat in der ehemaligen DDR eine Lehre als Elektromonteur abgeschlossen, ist nach dem Mauerfall der Arbeit wegen umgezogen und inzwischen als Güteprüfer bei der Volkswagen AG tätig. Seit 1991 lebt er mit seiner Frau in der Region Hannover, wo auch sein mittlerweile 21-jähriger Sohn geboren wurde, der in Berlin studiert hat und nun auch dort lebt.

Zur Fotografie kam er bereits in seiner Jugend. Schon Großvater und Vater waren leidenschaftliche Hobbyfotografen und schenkten ihm die erste Kamera, eine Beirette. Mit der Zeit genügte diese nicht mehr und er bekam seine erste Spiegelreflexkamera, eine Praktika, welche in der damaligen DDR schon etwas Besonderes war. Bis vor 12 Jahren fotografierte er dann alles, was ihm vor die Linse kam, hauptsächlich seine Familie und ganz besonders seinen Sohn, um dessen Aufwachsen im Bild festzuhalten.

Dass er mal Hunde fotografieren würde, konnte er sich zu dieser Zeit noch nicht vorstellen, denn damals hatte er absolut keine Verbindung zu diesen Tieren und so viel Respekt, dass er selbst bei Kleinhunden die Straßenseite wechselte. Dies änderte sich schlagartig, als seine Mutter den Hund Aaron bekam. Natürlich wurde der Hund auch fotografiert. Und als sein Sohn auch einen Hund haben wollte, entwickelte sich mit den Fotos des neuen Familienmitgliedes die Begeisterung für die Hundefotografie. Über Facebook und Weiterempfehlungen kamen immer mehr Anfragen und die Liebe zur Hundefotografie und dem Kennenlernen so vieler unterschiedlicher Hunde wurde immer größer.

Also entschloss er sich, ein Nebengewerbe anzumelden und die Fotografie professionell zu betreiben. Was als privates Hobby aus Liebe zu den Hunden der eigenen Familie begann, entwickelte sich immer weiter. Inzwischen hat Dirk Mader auch Freude an der Hochzeitsfotografie gefunden und es gibt auch einige mittelständische Unternehmen, Ärzte, Anwälte usw., wo er Bilder für deren Firmenprofil erstellt. Natürlich sind Familien- und Paarshootings auch in seinem Angebot.

Die Freude an der Hundefotografie und das Gefühl, die Besitzer der Vierbeiner mit seiner Art ihre Hunde zu fotografieren, wird allerdings immer im Vordergrund stehen. Diese Freude zu erhalten, gelingt besonders, da er die Fotografie auch weiterhin nur als Nebenerwerb betreibt. 

Unser Interviewpartner Dirk Mader ist Tierfitigrafer

 

Dirk, was ist die wichtigste Eigenschaft eines Tierfotografen?

Die wichtigste Eigenschaft eines Tierfotografen sollte die Liebe zu Tieren sein. Wenn man Tiere nicht mag, braucht man mit dem Fotografieren von ihnen gar nicht erst anfangen. Man sollte sich in sie ein wenig hineinversetzen können und vor allem etwas Geduld haben.

 

Würden Sie sagen, dass Hundefotograf Ihr Traumberuf ist? Was schätzen Sie an diesem Beruf am meisten?

Für mich ist es auf jeden Fall immer wieder etwas besonders Schönes, zu einem Hundeshooting zu fahren, um eine neue Fellnase mit ihren Besitzern kennenzulernen und sie zu fotografieren.  Ob es ein Traumberuf ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht, wenn man, wie ich, nicht nur von der Hundefotografie leben muss. Auf jeden Fall habe ich unwahrscheinlich viel Spaß und noch mehr Freude daran. Ich liebe es!

 

Kann jeder Hund an einem Fotoshooting teilnehmen? Muss der Hund irgendwie auf das Fotoshooting vorbereitet werden?

Ich sage mal zu 95 Prozent ja. Wenn ein Hund nur nach vorn geht und eventuell es ohne Maulkorb gar nicht geht, natürlich nicht. Aber ich denke, mit so einem Hund kommt eh keiner zu einem Hundeshooting.

Mittlerweile habe ich aber schon so viel Erfahrung sammeln dürfen, dass ich behaupten kann, es gibt immer Mittel und Möglichkeiten, den Hund im Bild festzuhalten. Und wenn es nicht als Porträt klappt, dann halt  beim Spielen und Toben. Ein paar Tricks habe ich dann auch auf Lager. 

Eine große Vorbereitung für den Hund auf ein Shooting ist nicht nötig. Der Hund sollte nicht, wie manchmal gesagt wird, vorher „ausgepowert“ werden. Ein Porträt mit hechelnder Zunge will ja keiner. Viel wichtiger wäre es, wenn sich die Besitzer ein wenig vorbereiten. Spielzeug und ausreichend Leckerlies für den Hund einpacken und selber nicht aufgeregt sein, wären da schon von großem Vorteil. Eine Anspannung des Menschen überträgt sich meistens auf den Hund und macht das Shooting nicht leichter. Also, wie bei der Hundeerziehung selbst, ist meistens der Mensch der „ Übeltäter“

 

Wie ist Ihre Vorgehensweise im Studio? Wo liegen die Herausforderungen bei der Hundefotografie? Was ist besonders schwierig?

Wenn gewünscht, bin ich mit meinem mobilen Studio unterwegs und besuche die Hunde dann bei ihnen zu Hause. Meistens ist das ganz entspannt, da die Tiere sich ja dort wohl fühlen und den Stress des kurzen Aufbaus der Blitzlampen und des Hintergrundsystems schnell überwunden haben. Aus verschiedenen Hintergründen können sich die Besitzer vorher einen aussuchen und dann kann es auch zu Hause bei ihnen tolle Studiofotos ihrer Fellnasen geben.

Die größte Herausforderung bei der Hundefotografie sind und bleiben wahrscheinlich auch die Besitzer. Meistens sind sie aufgeregter als ihre Hunde und machen sich Gedanken, ob ihre Lieblinge  auch gut hören und alles das machen, was der Fotograf haben möchte. Dabei ist das gar nicht wichtig. Oftmals entstehen die besten Bilder spontan und einfach aus dem Spiel heraus. Dann, wenn der Hund und der Besitzer gar nicht damit rechnen. Natürlich ist es aber immer von Vorteil, wenn der Hund einen gewissen Grundgehorsam hat. Ein schönes Porträt entsteht natürlich nicht spontan und aus der Bewegung heraus.

Das Schwierige hat meistens gar nichts mit dem Hund, sondern eher mit der Tageszeit und dem dementsprechenden Licht zu tun. Im Sommer ist das Licht halt in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden am schönsten. Manchmal geht es allerdings nicht anders und die Besitzer haben nur mittags Zeit für ein Shooting. Wenn der Hund dann noch Weiß oder Schwarz ist, wird es bei grellem Sonnenlicht schon zu einer Herausforderung und man sollte wissen, wie und wo man dann fotografiert. Und natürlich ist es immer wieder aufregend, wenn einem ein 60 Kilo Hund entgegen sprintet, während man auf dem Bauch vor ihm liegt und ihn genau in solchen Momenten fotografieren möchte. 

Die wichtigste Eigenschaft eines Tierfotografen sollte die Liebe zu Tieren sein

 

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Es gibt wohl nichts Schöneres, als wenn man mit dem, was man am liebsten tut, auch Geld verdienen kann. Wer aus seinem Hobby einen Beruf machen möchte, ist sicher gut beraten, dies zunächst im Nebenerwerb zu tun. Besonders in künstlerischen Berufen kann die Freude an der Tätigkeit leiden, wenn dies die einzige Einnahmequelle ist und man auf eine bestimmte Menge an Aufträgen angewiesen ist. Wir bedanken uns bei Dirk Mader für dieses Gespräch zum Thema Tierfotografie.

Artikel teilen:
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin
Veröffentlicht am von Verena Arnold
Gepostet unter: Fotografie, Ohne Kategorie
TAG:
Ähnliche Artikel:

Laveco e.U.

Reinigungsarbeiten in Bockfließ
geschrieben von Gert O. am 26. November
Ermin Kabaklija und seine Lebensgefährtin haben wirklich tolle Arbeit geleistet. Bei mir wurde letzte Woche die Fas...

Darja Vepritzky Personal Nutrition Training

Ernährungsberater in Brunn am Gebirge
geschrieben von Ekaterina T. am 14. Dezember
Wenn man zu einer Ernährungsberatung geht, dann hofft man auf Verständniss für die eigene Problematik und die Vermi...

DJ Hernandez

DJ in Mutters
geschrieben von Elvedina Z. am 7. März
Sehr gut gewählte Musikauswahl und sorgt für eine gute Stimmung über die gesamte Dauer des Abends. Jederzeit wieder...

TamaraP

Übersetzungen in Leopoldsdorf
geschrieben von Matea T. am 7. Februar
Sie arbeitet detailliert und genau und alles wird innerhalb der Frist geliefert. Eine sehr positive Person und dahe...

Andreas Burgstaller

Fotografie-Dienstleistungen in Wien
geschrieben von Anna S. am 15. Februar
Herr Burgstaller hat von allen Bürokollegen und Kolleginnen Portraitfotos für unser Intranet gemacht und bestens di...

Lacotec e.U

Malerarbeiten in Oberhaag
scritto da Antonio M il 19/11/2017
Ausmalen Altbauwohnung Zimmer, Küche, Kabinett ca. 97. Kompetent, zuverlässig, rasch und ordentlich; Auftrag zur v...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie es funktioniert

Auftrag einstellen
1

Auftrag einstellen

In nur wenigen Klicks angeben, was du benötigst.
Angebote vergleichen
2

Angebote vergleichen

In wenigen Stunden erhältst du bis zu 5 individuelle Angebote.
Such deinen Pro aus
3

Such deinen Pro aus

Nachdem du deine Angebote erhalten hast und die Anbieter verglichen hast, kannst du einfach den überzeugendsten Pro aussuchen.