Vom Patienten zum Hypnosetherapeuten

Veröffentlicht am 31 Juli 2019 von Verena Arnold
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Bernhard Tewes, 39 Jahre alt, aufgewachsen in Osnabrück, hat zwölf Jahre als Eventmanager gearbeitet. Das war ein sehr stressiger Job, sodass er ein Burnout erlitt. Er hatte Angst- und Panikattacken sowie Schlafstörungen. Zudem hat er sehr stark geraucht. Schließlich bekam er eine chronische Magenschleimhautentzündung. Es war an der Zeit etwas zu verändern.

Er versuchte aus eigener Kraft, aus dieser Stresssituation zu kommen, scheiterte jedoch. Die Wende kam erst, wie er sagt, als er einen Hypnose-Termin vereinbarte. In einer 20-minütigen Sitzung gelang ihm, was er in fünf Jahren nicht geschafft hatte. Diese Erfahrung brachte den heute 39-Jährigen dazu, selbst Hypnotiseur werden zu wollen.

Also hat er eine private Hypnose-Ausbildung absolviert und zunächst angefangen als Hypnose-Coach zu arbeiten. Nachdem er erfolgreich die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie absolviert hatte, konnte er auch therapeutisch arbeiten. Er zog mit seiner Praxis «Kiez Hypnose» ins Ärztehaus am Petersburger Platz/Berlin, wo er bis heute seine Praxis führt. Mehr dazu unter www.kiez-hypnose.de. 

Unser Interviewpartner und Hypnotiseur Bernhard Tewes

 

Wie war für dich der Übergangsprozess vom Veranstaltungskaufmann zum Heilpraktiker für Psychotherapie? Was waren deine größten Bedenken?

Mir war sehr schnell klar, dass mein neuer Beruf mit Hypnose zu tun haben sollte. Natürlich sind da Bedenken: Zum einen hatte ich keine finanzielle Sicherheit mehr, die ich als Senior Event Manager hatte. Und zum anderen war da natürlich auch die Frage, ob ich als Coach/Therapeut überhaupt gut genug sein würde und ich Menschen mit Problemen wirklich helfen kann: Weiß ich genug, kann ich genug?

Ich hatte zum Glück Übergangsgeld und bekam vom Staat Gründungszuschuss, sodass ich mich in der schwierigsten Zeit über Wasser halten konnte. Was das Know-how anbelangt: Ich habe intensiv zu lernen angefangen. Das meiste Geld, das ich durch die Sitzungen einnahm, steckte ich wieder in weitere Ausbildungen und Fortbildungen.

 

Du erklärst, dass Hypnose eine Art Neuprogrammierung ist. Kann sie auf allen Gebieten eingesetzt werden?

Prinzipiell ja, denn wie wir mittlerweile wissen, sind Körper und Geist untrennbar miteinander verkoppelt. Nur fünf Prozent unserer täglichen Entscheidungen treffen wir bewusst, den Rest bestimmt das Unterbewusstsein. Unser Unterbewusstsein ist also der «wahre Chef» und bestimmt auch, wie wir uns fühlen. Konflikte finden dann in uns statt, wenn Bewusstsein und Unterbewusstsein nicht zusammenarbeiten oder unterschiedlich entscheiden. Deshalb fällt es den meisten Rauchern auch so schwer aufzuhören, denn das Unterbewusstsein entscheidet: zu rauchen, rauchen, rauchen.

Das Unterbewusstsein wird von einer Art Filter vor Veränderungen geschützt. In der Hypnose wird dieser Filter durchlässig, sodass neue Verhaltens- und Gedankenvorschläge aufgenommen werden können.

Es ist also wichtig, zu wissen, wie ich mein Unterbewusstsein programmieren kann und mit meinen bewussten Zielen in Einklang bringe. Damit dies jedem möglich ist, habe ich die HypnoBox-App entwickelt, die man auf www.hypnobox.de runterladen kann. Es ist eine Selbsthypnose-App und beinhaltet über 500 Suggestions-Bausteine, mit denen sich der User eigene Sessions zusammenstellen kann. Es gibt hier kaum ein Thema, das wir nicht anbieten. Allerding ersetzt eine App keine Therapie – die App kann die Therapie aber wunderbar ergänzen. Viele Themen wie Erfolgsprogrammierung oder innere Ruhe kann man aber durchaus nur mit der App erarbeiten.

 

Du hast vier verschiedene Entspannungsmöbel, gibt es ein Mobiliar, auf das du gar nicht verzichten möchtest?

Mein Zero-Gravity-Stuhl liegt mir besonders am Herzen. In diesem liegt man wie in der Schwerelosigkeit. Außerdem habe ich ein System entwickelt, das sich HypnoExperience nennt. Im Stuhl ist ein Bass-Shaker verbaut, der meine Stimme und die Hintergrundmusik zusätzlich als Vibrationen überträgt. Der Klient hat außerdem Kopfhörer auf: ich agiere somit während der Session wie ein DJ, der ein hypnotisch-musikalisches Live-Set spielt, das genau an die Prozesse des Klienten angepasst ist. Dies macht die Erfahrung der Hypnose umso intensiver, denn der Klient taucht ohne Ablenkungen von außen tief in die Hypnose ein.

 

Spielt Alter bei Hypnose eine Rolle? In welchem Alter sind deine Patienten zum größten Teil?

Generell kann man sagen, dass jüngere Klienten schneller Veränderungen zulassen als ältere. Kinder befinden sich in einem besonders lernfähigen Zustand und ihr Unterbewusstseinsfilter ist noch nicht ganz ausgeprägt oder in ganz jungen Jahren erst gar nicht vorhanden. Ältere Menschen dagegen haben sich zum Teil Muster zugelegt und die neuronalen Autobahnen sind entsprechend breit. Nichtsdestotrotz ist die Neuroplastizität des Gehirns, sprich die Fähigkeit sich zu Verändern bis ins hohe Alter gegeben.

Entscheidend für den Erfolg einer Sitzung ist aber die Motivation des Klienten zur Veränderung und das Verhältnis zum Therapeuten. Deshalb ist es so wichtig, dass es von beiden Seiten aus passt.

Ich habe ein breites Spektrum an Klienten und Themen, aber die meisten meiner Klienten sind Mitte/Ende 30 Jahre alt. 

Hypnose ist eine Art Neuprogrammierung

 

Schwester stößt dazu

Ursprünglich hat sich Bernhard Tewes zum Veranstaltungskaufmann ausbilden lassen. Inzwischen hat er seine eigene Praxis. In dieser arbeitet er als Hypnosetherapeut. Als Einzelunternehmer ist er allein, allerdings soll seine Schwester Sara bald als Partnerin in das Geschäft einsteigen. Schließlich kennt sie sich mit dem Thema Kinderhypnose aus. Für die Selbsthypnose-App HypnoBox arbeiten etwa 40 Freelancer für Bernhard Tewes, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn Arbeiten im Bereich der App zu erledigen sind.

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