Von der ersten Froschbewegung hin zum Meistertitel über alle Bruststrecken 

Veröffentlicht am 17 Juli 2019 von Verena Arnold
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Gute Erfolge zeichnen sich durch hartes Training aus. Ausschlaggebend ist dabei jener, der uns leitet und der uns lehrt. Jemand, der uns vorantreibt und dazu auffordert, durchzuhalten. Jemand, der uns dazu bringt, nicht aufzugeben, der motiviert und hinter uns steht.  Im Sport sind Ehrgeiz und die harte Arbeit an sich selbst die wesentlichen Punkte, welche entscheidend sind für Sieg oder Niederlage. Zudem zählen Willensstärke und Entschlossenheit, Kontinuität und Strebsamkeit zur Ausstattung des erfolgreichen Sportlers.

In diesem Zusammenhang gilt es vor allem auch folgende Stärke in den Vordergrund zu heben  – Ausdauer. Ausdauer bezogen auf unseren Atem, welcher nicht ausgehen darf, unsere Leistung, unseren Willen, welcher nicht schwach werden darf, unsere Motivation, unsere Kraft, welche uns nicht verlassen darf, unsere Disziplin, welche nicht wanken darf, unseren Ehrgeiz, unseren Mut, unser Vermögen sich bis zum Schluss durchzukämpfen und unseren Biss, gewinnen zu wollen. Insbesondere im Schwimmsport nimmt Ausdauer eine zentrale Rolle ein – vom Erlernen erster Froschbewegungen bis hin zum Meistertitel über alle Bruststrecken. 

Im Interview mit einem Experten, wenn es um Ausdauer geht, erlangten wir einen spannenden Einblick in die Welt des Trainings und des Trainer-Seins. Georg Schneider kennt Beides. Als aktiver Schwimmer und Triathlet trainiert er acht Jahre lang hart und feiert entsprechende Erfolge, bevor er sich dann immer mehr in der Rolle des Trainers sieht. Inspiriert durch Lothar Schubert, von welchem Georg Schneider viel über Sport lernt, entscheidet er sich schließlich dazu, was er selbst einst lernte, anderen zu lehren. Der 25-Jährige besitzt die B-Lizenz im Leistungssport Schwimmen. Was Ausdauer und Ehrgeiz im Alltag bedeuten, beweist Georg Schneider unter anderem durch sein derzeitiges Bachelorstudium im Bereich des Sportmanagements, welches er parallel zu seiner Tätigkeit als Schwimm-und Triathlon Coach absolviert. 

Im Team mit tollen Trainern ermöglicht Georg Schneider mit der Unterstützung der Funktionäre im Vorstand des Vereins den beeindruckenden Trainingsbetrieb im SSV Bingen. Der Verein wurde 1971 gegründet und nimmt sich der Förderung des Schwimmsports sowie der kulturellen und sportlichen Jugendarbeit an. Da der Verein Teil der SG EWR Rheinhessen/Mainz ist, besteht für seine aktiven Mitglieder die Möglichkeit, am Landesleistungszentrum ihre sportliche Leistung auszubauen.  

Unser Interviewpartner Georg Schneider ist Schwimmtrainer

 

Georg, als Cheftrainer des SSV Bingen trainierst du die 1. Mannschaft des Vereins und kümmerst dich zudem um die Wasserflöhe. Auf welche persönlichen Erfolge im Schwimmen kannst du zurückblicken und auf welche Titel bist du besonders stolz?

Zum 01.08.2018 habe ich beim SSV Bingen als Cheftrainer begonnen. Dies ist gerade mal 10 Monate her. Dazu kam, dass vor meinem Amtsantritt viele Sportler den Verein zusammen mit der ehemaligen Trainerin verlassen haben. Somit würde ich mir selbst keinen Gefallen tun, meinen Erfolg nur an den Wettkampfergebnissen zu messen.

Den Erfolg der letzten 10 Monate sehe ich in der Weiterentwicklung jedes einzelnen Sportlers, der Weiterentwicklung der Schwimmschule und dem Ausbau der Trainerstrukturen.  Ab dem Sommer 2019 wird es im SSV Bingen das erste Mal die Möglichkeit geben einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Unsere Schwimmkurse werden wir nach dem Prinzip von SwimStars gestalten und somit versuchen, die Qualität unserer Angebote weiterhin zu steigern. Dies sind für mich wichtige Zwischenerfolge, um nachhaltige Strukturen zur Ausbildung von jungen Sportlern zu schaffen.

 

Wie viele Mannschaften gibt es im SVV Bingen? An welchen Wettkämpfen nehmen die Schwimmer des Vereins teil und welche besonderen Schwimmrekorde wurden im Verein bereits erreicht? Anhand welcher Methoden werden die Schwimmer trainiert?

Anschließend an unsere Schwimmschule haben wir vier Nachwuchsmannschaften, in denen die Kinder auf den Wettkampfsport vorbereitet werden. Dazu kommen zwei Freizeitgruppen, Masters und ein Schwimmkurs für Erwachsene.

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf dem Schwimmen lernen und der Vorbereitung auf den Wettkampfsport. Das Ziel ist es die Aktiven im Alter zwischen 10 und 12 Jahren an die Trainingsgruppen der SG EWR Rheinhessen/Mainz weiterzugeben, da sie dort mehr Trainingsmöglichkeiten haben.

In der Vergangenheit hat der SSV Bingen immer wieder sehr starke Sportler-/innen hervorgebracht, bis hin zu deutschen Meistertiteln und deutschen Altersklassenrekorden. Erst letztes Jahr konnte Mathis Schönung drei deutsche Meistertitel über alle Bruststrecken und einen deutschen Altersklassenrekord über die 200m Strecke erlangen. Aktuell trainieren 17 Sportler des SSV Bingen in der 1. Mannschaft der SG EWR Rheinhessen/Mainz. Dies ist der konstanten und guten Arbeit des SSV Bingen in den letzten Jahren zu verdanken.

Wie wir arbeiten, ist denke ich nicht nur einer Methode zuzuordnen. In der Schwimmschule arbeiten wir nach dem Prinzip von SwimStars. Während und nach der Schwimmerlernung versuchen wir möglichst vielfältig und kreativ zu arbeiten. Die Aktiven sollen Spaß im Wasser haben und dabei noch vielseitig ausgebildet werden.

Beim Thema Belastungssteuerung bin ich ein großer Fan von Jan Olbrecht und versuche seine Ideen mit in das Training einfließen zu lassen.

 

Welche Ausstattung braucht man als professioneller Schwimmer? Welche Tools dürfen bei Wettkämpfen keinesfalls fehlen?  Und welche Wettkampfschwimmbekleidung empfiehlst du, damit die Schwimmer sich möglichst schnell und problemlos im Wasser bewegen können?

Die Grundausstattung, die jeder Schwimmer für das Training haben sollte, besteht meiner Meinung nach aus: Badekappe, Poolkick, Flossen, Fußfessel, Schnorchel und Fingerpaddles/Paddles. Dazu natürlich Schwimmbekleidung und eine passende Schwimmbrille. Die genannten Tools können auch vor dem Wettkampf zu Erwärmung eingesetzt werden. Im Wettkampf ist auf eine gutsitzende Schwimmbrille zu achten, da diese sonst beim Start verrutschen könnte. Bei der Fortbewegung im Wasser spielt das Thema Widerstand eine sehr große Rolle. Daher sollte die Wettkampfbekleidung besonders eng anliegend und somit widerstandarm sein. Dabei ist die Passform entscheidend und nicht eine bestimmte Marke.

 

Welche Ratschläge gibst du an Schwimmer während der Wettkampfvorbereitungen weiter? Wie häufig sollte man als Profischwimmer traineren? Wie bereitet man sich nach deiner Erfahrung am besten auf die Wettkämpfe vor?

Da Training und Wettkampfvorbereitung sehr individuell ablaufen, ist es schwer pauschale Aussagen darüber zu treffen. Die Trainingshäufigkeit eines Profischwimmers variiert je nach Zielstrecke im Wettkampf. Ein Langstreckenschwimmer ist in der Regel häufiger im Wasser zu sehen, als ein Sprinter. Den wiederum wird man häufiger im Kraftraum antreffen als den Langstreckenschwimmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: 7-12 Wassereinheiten und 2-4 Kraft- und Athletik Einheiten sollte ein Profischwimmer wöchentlich absolvieren.

In der direkten Phase, ca. 10Tage vor dem Wettkampf, kann ich den Sportlern empfehlen kein Krafttraining mehr zu machen und die Umfänge und Intensitäten im Training langsam zu reduzieren. Hier geht es nicht mehr darum neue Trainingsreize zu setzen. Im Vordergrund steht jetzt die Erholung, um dann am Wettkampftag möglichst ausgeruht auf dem Block zu stehen.

Dazu kommt die mentale Vorbereitung auf den Wettkampf. Der Sportler muss sich vor seinem Rennen immer gedanklich damit auseinandersetzen und zu 100% wissen, was er nach der Startphase zu tun hat.

Im Rennen selbst bleibt keine Zeit zu überlegen wie er diese Strecke am besten bewältigen kann. Ich kann jedem empfehlen Rennabläufe sowohl physisch als auch psychisch im Training zu üben.

Zur mentalen Vorbereitung gehört auch die Auseinandersetzung mit seinem inneren Schweinehund. Wie reagiere ich Wettkampf, wenn mein Körper nicht mehr will? Diese Frage sollte man sich vor dem Rennen beantworten, sonst wird man im Rennen schnell von seinem Schweinehund überrascht und verliert die entscheidende Sekunde wenn es hart auf hart kommt. 

Georg als Cheftrainer des SSV Bingen trainiert die 1. Mannschaft des Vereins

 

Eintauchen 

Während Georg Schneider die ersten Basics des Schwimmens lehrt, erste Bewegungen zeigt, erste Ratschläge und Tipps zu Schnelligkeit und Wendigkeit gibt, haben kleine Wasserflöhe danach die Möglichkeit ihren ganz eigenen Stil zu entwickeln. So gelingt es ihm ein erstes Eintauchen in eine Welt in und unter dem Wasser zu ermöglichen und folgend Schritt für Schritt die Strecke zum siegreichen Schwimmer zu bahnen.

Mit dem Spaß und der Freude am Tun im Vordergrund, werden aus anfänglichen Sprüngen in kaltes, unbekanntes Wasser, über die Jahre gekonnte Startsprünge direkt hinein in die Wettkampfsaison. Unter der sich ständig wiederholenden Parole der Ausdauer, gelingt es Georg Schneider und dem Team des  SSV Bingen so, aus Kleinen ganz Große zu machen. Wir bedanken uns herzlich bei Georg Schneider für das beeindruckende Interview und dieses sprichwörtliche Eintauchen in seine Welt. 

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