Vorm Zahnarzt muss man keine Angst haben

Veröffentlicht am 19 Mai 2020 von Verena Arnold
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Arzttermine sind in der Regel nichts, was man gerne macht, sondern möglichst schnell hinter sich bringen will. Vor allem den obligatorischen Gang zum Zahnarzt scheuen viele. Viel zu groß ist die Angst vor den Behandlungen und den möglichen Schmerzen, wenn an den Zähnen etwas repariert werden muss. Diese Aversion entwickelt sich schon im Kindesalter und bleibt häufig auch im Erwachsenenleben präsent. Die Folge ist nicht selten, dass man Zahnarzttermine vermeidet und aufschiebt. Doch ohne regelmäßige Kontrollen verschlechtern sich die Zähne immer weiter und die Beschwerden nehmen zu. Ideal ist in diesem Fall ein Zahnarzt, der sich der Angst seiner Patienten bewusst ist und einen dementsprechend einfühlsamen Umgang pflegt.  

Dr. Robert Strohkendl MSc. ist 53 Jahre alt und wurde in Wannweil geboren. Seit über 25 Jahren ist er sehr glücklich verheiratet und stolzer Vater von vier Kindern. Nach Abitur, Bundeswehr und Medizinertest studierte er Zahnmedizin an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Er bekam bereits vorab schon viele Informationen von anderen, die das Fach studiert hatten, sodass er wusste, was ihn erwarten würde. Seine Assistenzzeit absolvierte er in Stuttgart-Vaihingen, wo er 1995 seine eigene Praxis eröffnete. 1998 kam sein Praxislabor dazu. 

Nach vielen Fortbildungen zwischen 2004 und 2006 bestand er sein berufsbegleitendes Masterstudium an der Donau-Universität Krems in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn im Bereich ästhetisch-rekonstruktive Zahnheilkunde mit Bravour. Seitdem ist sein Praxisbetrieb auf komplexe Therapiefälle eingestellt. Komplex bedeutet hierbei komplex im Umfang, in der Variation der Therapiegebiete – konservierend, prothetisch, kieferorthopädisch, chirurgisch, implantologisch oder gnathologisch -, in der Variation der Ansprüche und im Bereich der Bürokratie. 50% seiner Patienten sind englischsprachig und er muss mit internationalen Versicherungssystemen umgehen.

Im Moment betreibt er eine Einzelpraxis, welche von Zeit zu Zeit von Assistenzärzten oder angestellten Zahnärzten unterstützt wurde. Natürlich verfügt er über eine entsprechende Anzahl an zahnärztlichen Mitarbeiterinnen und ein eigenes Praxislabor mit zwei bis drei Technikern. Derzeit sind sie ein kleineres Team mit circa zehn Personen. Die Praxis liegt in einem Industriegebiet. 1995 gab es hier schon ungefähr 12.000 Arbeitnehmer und wenn die derzeitigen Baustellen in circa zwei Jahren beendet sind, sollen 44.000 Arbeitnehmer vor Ort sein. 1995 wurde von allen Beratern behauptet, dass eine gut laufende Praxis wegen der Erreichbarkeit in der Innenstadt und Fußgängerzone liegen müsse. Nach 25 Jahren kann Dr. Strohkendl anderes berichten. Es war auch klar, dass er ausbildungsseits mit einem Konzept starten wollte, welches bei einer Übernahme schwer zu installieren gewesen wäre. Mit 360m² ist die Praxis deutlich größer als eine durchschnittliche Einzelpraxis.

Unser Interviewpartner und Zahnarzt Dr. Robert Strohkendl MSc

 

Dr. Strohkendl, was hat Sie dazu bewogen, eine Zahnarztpraxis mit angeschlossenem Labor in Stuttgart zu eröffnen? Auf welche Tätigkeitsfelder sind Sie spezialisiert und worauf legen Sie besonderen Wert in Ihrer Zahnarztpraxis? Wie würden Sie die Philosophie Ihrer Praxis beschreiben?

Nach meinem Abschluss an der Universität Tübingen hatte ich mir viele Assistenzarztstellen angeschaut, bevor ich mich schließlich für meine Stelle in Stuttgart-Vaihingen entschieden hatte. Mir war damals schon klar, dass Ästhetik und Funktion meine Zukunft sein sollen, so dass ich mich nicht unbedingt als Allgemeinzahnarzt in lokaler Umgebung gesehen habe. In den drei Jahren meiner Assistenzarztzeit konnte ich bereits die Entwicklung des Industriegebietes mitverfolgen und habe mich wie gesagt 1995 dann hier mit meiner eigenen Praxis niedergelassen. Durch unsere damals noch eher ungewöhnlichen Arbeitszeiten zwischen 7 Uhr morgen bis 20 Uhr abends und jeden Tag über die Mittagspause konnte wir es den Arbeitnehmern hier im Industriegebiet einfach machen, ihre Zahnarzttermine im beruflichen Alltag zu integrieren. Und wir hatten den Vorteil, dass wir vorwiegend Arbeitnehmer und somit zahlungsfähige Patienten versorgen durften. Homeoffice war damals noch selten ein Thema. Wenn man in der Ästhetik und der Funktion hohe Ansprüche hat, so ist es am einfachsten, den Zahntechniker im Haus zu haben. Nicht nur ist die Kommunikation und die Absprache dadurch sehr einfach, der Techniker kann sich auch immer am Patient ein Gesamtbild von der Situation machen. Durch mein postgraduales Studium kümmere ich mich vorwiegend um Gesamtsanierungsfälle, also wenn Patienten z. B. aufgrund großer Angst vor dem Zahnarzt viele Jahre nicht in Betreuung waren und der Zustand der Zähne dementsprechend desolat ist oder aber auch wenn aufgrund von Knirschen die Zähne großflächig abradiert sind, was dann meist mit Kiefergelenksbeschwerden einhergeht. Zusätzlich trete ich auch oft als Zweit- oder Dritttherapeut in Erscheinung, wenn zuvor etwas nicht zufriedenstellend lief. In meiner Zahnarztpraxis ist mir besonders wichtig, Zeit für meine Patienten zu haben. So bekommt jeder Neupatient eine Stunde von mir „geschenkt“, in der ich mich intensiv mit ihm und seinem Fall beschäftige. Die persönliche Patientenbindung ist mir auch anschließend sehr wichtig, da hinter jedem Fall auch ein Mensch steckt. Da wird auch gerne mal über Privates wie Urlaub gesprochen.

 

Worin unterscheidet sich Ihre Praxis von einer normalen Zahnarztpraxis? Welche Behandlungsmöglichkeiten bieten Sie an? Welche Behandlungen werden im Rahmen der ästhetischen Zahnmedizin besonders oft nachgefragt und welche Lösungen bieten Sie Ihren Patienten, wenn die Zähne nicht dem Schönheitsideal entsprechen?

Wir sind mit Sicherheit keine gewöhnliche „Durchlaufpraxis“, auch wenn wir das gesamte Spektrum der Zahnmedizin anbieten. Durch die Spezialisierung fallen alle Themengebiete der Zahnheilkunde in meinen Bereich. Das fängt bei der Untersuchung an, die bei uns auch etwas aufwändiger sein kann, da wir alle Bereiche des stomatognathen Systems miteinbeziehen. Hinzu kommen meist noch intraorale oder auch extraorale Fotoaufnahmen, damit wir den ganzen Fall, auch wenn der Patient bereits gegangen ist, planen und begutachten können. So wie ein Architekt ein Haus plant, so planen wir den Patientenfall. Dabei ist das Fundament – in unserem Fall der Zahnhalteapparat – genauso wichtig wie die späteren Stützen – hier die Zähne oder Implantate. Essentiell ist dabei, dass nach der Restauration die Belastung gleichmäßig auf alle Pfeiler verteilt ist und hier kommt die Funktion ins Spiel. Ich denke, dass wir uns insofern maßgeblich von anderen Zahnarztpraxen unterscheiden, dass wir die perfekte Situation für den Patienten simulieren und dann per Rückwärtsplanung anschauen, welche einzelnen Schritte oder Therapiegebiete herangezogen werden müssen, um dieses Ergebnis zu erreichen. Dabei ist es unerheblich, ob wir über implantatgetragenen Zahnersatz reden oder über Keramikversorgungen wie Teilkronen oder Veneers. Wir können unseren Patienten in jedem Fall ein vorhersagbares Ergebnis aufzeigen. Anschließend kommt der Patient in unser Nachsorgeprogramm, damit kein weiterer Schaden mehr entsteht.

 

Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden? Mit welchen modernen Geräten ist Ihre Zahnarztpraxis denn ausgestattet und was machen Sie, um ständig auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben?

Natürlich steht die Welt auch in der Zahnmedizin nicht still. Einen großer Schritt vor allem in der Implantologie, aber auch in der Diagnostik, war der Einsatz von sogenannten digitalen Volumentomographen (DVT). Durch das bildgebende Verfahren im dreidimensionalen Bereich können zum Beispiel Implantationen digital geplant und per Bohrschablone in den Patientenmund übertragen werden. Ich besitze mein DVT bereits seit über acht Jahren und möchte es definitiv nicht mehr missen. Durch meine vielen internationalen Fortbildungen und Mitgliedschaften in Gesellschaften bin ich immer am Puls der Zeit, auch wenn man bei der einen oder anderen neuen Technik noch abwarten muss, bis sie aus den „Kinderschuhen“ herausgewachsen ist. Ein neues, spannendes Feld eröffnet sich gerade im 3D-Druck. Diesen Markt beobachte ich bereits seit fünf Jahren und mittlerweile ist die Technik so weit, dass die Präzision nun auch hochwertige Ansprüche zufriedenstellt.

 

Zahnarztangst – das ist wirklich keine Seltenheit. Aber warum ist diese Angst so weit verbreitet und was können Arzt und Patient dagegen tun? Wie viele Patienten sind Ihrer Schätzung zufolge von der Zahnarztangst betroffen und wie weitreichend können die Folgen einer solchen Zahnarztphobie sein? Was können denn Patienten selbst tun, um ihre Angst zu überwinden und den Schritt zum Zahnarztbesuch zu wagen?

Warum die Angst vor dem Zahnarzt so weit verbreitet ist, hat mit Sicherheit unterschiedliche Gründe. Mag es tatsächlich einmal eine schlechte Eigenerfahrung gewesen sein, oder aber Geschichten, die man nur vom Hörensagen kennt. Ich denke, dass zum einen die Tatsache, dass wir im Kopfbereich arbeiten, wo die Reizleitungen sehr sensibel sind, aber auch die Anzahl der Betroffenen – ich denke jeder war schon einmal beim Zahnarzt – die wohl hohe Quote ausmacht. Die Angst vor Schmerz alleine kann es definitiv nicht sein, da viele Angstpatienten durch das Nichtbehandeln bereits oftmals stärkere Schmerzen durchlebt haben, wie es in der heutigen modernen Zahnmedizin überhaupt vorstellbar ist. Auch hier muss man unterscheiden, wovor der Patient Angst hat. Ist es der Geruch oder die Spritze? Gemein haben all diese Patienten, dass bei ihnen eine Art Kopfkino abläuft, welches diesen Ausnahmezustand herbeiführt, unabhängig, wovon es getriggert wurde. Dies führt zu extremem Zittern, Schweißausbrüchen, Weinkrämpfen bis hin zu Ohnmachtsanfällen oder aber im Gegenzug zu vielen Jahren – auch durchaus 10-15 Jahre – Zahnarztsabstinenz, mit allen seinen Folgen.
Wichtig für uns ist dabei immer, dass der Patient offen und ehrlich seine Angst kommuniziert, denn auch Scham wird von vielen Patienten als Zahnarztangst ausgelegt. Zahnärzte kennen diese Situation, für uns ist das nichts Außergewöhnliches. Hat der Patient den ersten Schritt gewagt und uns in der Praxis aufgesucht, können wir versuchen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und mit dem Patient gemeinsam daran arbeiten, sein Kopfkino zu überwinden. So kommunizieren wir z. B. alle Tätigkeitsschritte immer im Detail und geben dem Patienten einen vergleichbaren Wert – dies kann im Schmerzempfinden sein, aber auch in der Anwendungsdauer – damit der Patient weiß, worauf er sich einlässt. Wichtig ist danach immer auch das Feedback des Patienten, ob er unsere Beschreibung auch so empfunden hat. So baut sich Vertrauen auf und dabei arbeiten wir uns in kleinen, aber aufeinander aufbauenden Schritte hin zum Erfolg. Sind wir dann irgendwann am Behandlungsziel angekommen, so kann unser Angstpatient einen doppelten Erfolg feiern: Er hat nicht nur wieder schöne Zähne und sein Lächeln zurück, sondern auch seine Angst vor dem Zahnarzt verloren. 

Natürlich steht die Welt auch in der Zahnmedizin nicht still

 

In kleinen Schritten zu einem strahlenden, angstfreien Lächeln

Dr. Strohkendl nimmt sich in seiner Praxis viel Zeit für seine Patienten. Beim Kennenlerngespräch widmet Dr. Strohkendl jedem Patienten ein Stunde, um den Patienten und seine Wünsche kennenzulernen sich einen umfassenden Eindruck über die Situation des Patienten zu machen. Danach plant er umfangreich die weitere Behandlung, die nötig ist, um dem Patienten wieder schöne Zähne zu schenken. Dabei arbeitet er mit neuester Technik und wendet alle Methoden an, die es in der Zahnmedizin gibt. Die Patientenbindung ist ihm sehr wichtig, er sieht die Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen und plaudert auch gerne über den nächsten Urlaub. Nach der erfolgreichen Behandlung kommen die Patienten in ein Nachsorgeprogramm, damit keine neuen Schäden entstehen. 

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