Wenn das Hobby zum Beruf wird

Veröffentlicht am 7 August 2019 von Verena Arnold
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Die Fotografie spielte im Leben von Julia Sidorenkova, die in Russland geboren wurde, aber vor 20 Jahren nach Deutschland auswanderte, schon immer eine große Rolle. So war ihr Vater ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf, der ein kleines Fotolabor zu Hause aufgebaut hatte und wunderschöne – damals noch analoge – Familienportraits von seiner Familie aufnahm. Es war deshalb nicht verwunderlich, dass sich auch Julia Sidorenkova bald als Hobbyfotografin betätigte.

Die Fotografie sollte aber vorerst ein Hobby bleiben, denn Julia Sidorenkova schloss zuerst eine Ausbildung in der Drucktechnologie ab. In Deutschland hängte sie dann noch ein Informatikstudium an. Danach widmete sie sich eine Weile komplett der Familie. Erst nach dieser Phase kam ihre Leidenschaft für die Fotografie wieder zum Vorschein.

2009 war es dann soweit: Die junge Frau entschied, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Sie ergatterte einen Praktikumsplatz in einem Fotostudio in Frankfurt, wo sie drei Jahre lang als Aushilfsfotografin arbeitete. Danach fasste sie den Entschluss, sich selbständig als Fotografin zu machen. Heute ist sie Inhaberin des Fotostudios Direktpositiv in Frankfurt am Main. 

Unsere Interviewpartnerin Julia Sidorenkova ist Babyfotografin

 

Julia, du bist Babyfotografin in Frankfurt. Wieso hast du dich dazu entschlossen, dich hauptsächlich auf Bereiche wie Neugeborenen-Fotografie und Kinder- sowie Familienfotos zu fokussieren? Seit wann beschäftigst du dich grundsätzlich mit der Fotografie? Welche Details in deinen Fotos machen deine Bilder aus?

Diese Themen – Familie und vor allem Kleinkinder – liegen mir einfach. Es bereitet mir große Freude, den Kindern zuzuschauen und ihre Emotionen, die so herrlich ehrlich sind, in den Bildern festzuhalten. Kinder waren meine ersten Motive überhaupt, als ich mir 2009 meine erste Spiegelreflexkamera gekauft habe.

Neugeborenen-Fotografie verlangt viel Können, Erfahrung und Feingefühl. Als ich damit 2011 angefangen habe, gab es kaum Fotografen, die sich darauf spezialisiert hatten. Das war ein komplett neuer Bereich, der mich sehr schnell fasziniert hat und in dem ich mich immer noch sehr wohl fühle. Es ist wundervoll und erfüllend, das neue Leben in den Händen zu halten und die ersten Fotos von Neugeborenen machen zu dürfen. Sie verändern sich von Tag zu Tag. Diese erste Zeit ist so aufregend und vergeht viel zu schnell. Unser Sohn ist bereits 15 Jahre alt und ich weiß ganz genau, wovon ich spreche.

Einen großen Wert – vor allem bei den Babyfotos – lege ich auf Natürlichkeit. Und das schätzen meine Kunden auch sehr. Sinnlichkeit, Lebensfreude, pure Liebe – genau das möchte ich mit meinen Bildern vermitteln.

 

Worin besteht für dich als Fotografin die Herausforderung bei Baby- und Kinderfotos. Welche Tipps und Tricks wendest du als Fotografin an, um Kinder zum Posieren zu motivieren? Was ist dir bei den Kinderfotoshootings ganz besonders wichtig?

Die größte Herausforderung bei der Kinderfotografie ist die Geduld. Man muss es wirklich lieben, denn es funktioniert selten nach Plan. Man muss flexibel sein und spontane Ideen haben.

Am besten funktioniert es, wenn man sich auf Augenhöhe mit den Kids begegnet. Was geht in dem Kind gerade vor? Worauf hätte es eventuell Lust? Diese Fragen muss man sich jedes Mal stellen.

Kinder lieben es, Spaß zu haben und überrascht zu werden. Nichts darf zu lange dauern, kein Druck darf ausgeübt werden. Auch negative Momente, in denen sogar mal ein paar Tränchen fließen, müssen feinfühlig gemeistert werden.

 

Welche Kamera und welches Foto-Equipment verwendest du für deine Shootings. Auf welches spezielle Zubehör kannst du als professionelle Fotografin auf keinen Fall verzichten?

In den vielen Jahren als Fotografin habe ich mir ein sehr umfangreiches Fotoequipment angeeignet und bin praktisch für jede mögliche Situation perfekt ausgerüstet. Alles hier aufzuzählen, hat wenig Sinn. Worauf ein professioneller Fotograf aber auf keinen Fall verzichten darf, ist die Ersatzausrüstung inklusive einer zweiten gleichwertigen Kamera.

In der Welt der digitalen Fotografie spielt die Nachbearbeitung der Fotos mindestens eine genauso große Rolle wie das Fotografieren selbst. Oft vergisst man, dass dafür nur professionelle und ziemlich teure Bildschirme infrage kommen genauso wie ein leistungsstarker Computer, bestimmte Bildbearbeitungsprogramme und andere Software. Dazu muss man sich ein umfangreiches Wissen aneignen, was auch nicht unterschätzt werden sollte. Ohne all das kommt man als professioneller Fotograf nicht sehr weit.

 

Neben deiner Arbeit mit Babys und Kindern bist du zudem auf Hochzeiten als Fotografin tätig und erstellst Hochzeitsreportagen. Welche Bilder sind für Brautpaare nach deiner Erfahrung besonders wichtig? Auf welche Momente fokussierst du dich als Fotografin?

Eine Hochzeit ist ein Fest der Liebe. Hier sind in erster Linie ebenfalls Natürlichkeit und echte Emotionen gefragt. Neben den wichtigsten Momenten wie die Trauung, das Anschneiden der Torte und der erste Tanz versuche ich das Geschehen um das Brautpaar herum zu dokumentieren, sodass die beiden beim Anschauen der Fotos später öfters einen Grund zum Lächeln haben.

Besonders wichtig – das war schon immer so und wird auch immer so bleiben – sind meiner Meinung nach die Fotos mit den Menschen, die dem Brautpaar sehr nahe stehen. Denn wie oft hat man schon die Gelegenheit, professionelle Fotoaufnahmen zum Beispiel mit den Eltern und vor allem mit den Großeltern zu machen? Darüber denkt man leider viel zu selten nach. Weiter lege ich großen Wert darauf, kleine Details und flüchtige Momente festzuhalten, die dem Brautpaar im großen Trubel des Geschehens entgehen.

Eine Hochzeit wird meist monatelang geplant, jede Kleinigkeit wird durchdacht und mit Sorgfalt ausgesucht. Ohne die entsprechenden Fotos wird vieles schnell in Vergessenheit geraten – und das wäre doch wirklich sehr schade!

Die größte Herausforderung bei der Kinderfotografie ist die Geduld

Weniger ist mehr

Laut Julia Sidorenkova leben wir in einer Zeit, in der man buchstäblich von Bildern und Videos überrollt wird. Jeder hat auf dem Handy tausende von Fotos, die nicht mal gesichert werden. Qualität und Einzigartigkeit verlieren da immer mehr an Gewicht. Julia Sidorenkovas Aufgabe bestehe deshalb darin, diesem Trend entgegenzuwirken. Denn: Weniger ist mehr – vor allem wenn man es dem Profi überlässt. Das Fotostudio betreibt Julia Sidorenkova zusammen mit ihrer Kollegin Katrin Probst.

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