Wie die Arbeitslosigkeit zum eigenen Unternehmen führt

Veröffentlicht am 6 Dezember 2019 von Verena Arnold
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Christian Wiese, geboren am 20. April 1963 in Hamburg, absolvierte 1982 das Abitur in Hamburg. Anschließend begann er eine Ausbildung zum Dachdecker, die er nach zwei Jahren als Landessieger abschloss. Bis zur Einberufung zur Bundeswehr 1985 arbeitete er als Dachdeckergeselle in seinem Ausbildungsbetrieb.

1985 wurde er zu den Pionieren in Lübeck eingezogen und verpflichtete sich dort für eine Dienstzeit von zwei Jahren (ROA). Als 1987 seine aktive Dienstzeit endete, bewarb er sich als Dachdeckergeselle und ging nach München. Bis 1989 arbeitete er dort. Er lernte eine andere Stadt und andere Menschen kennen – doch vor allem lernte er, Verantwortung für die eigene Arbeit zu übernehmen. 1989 bis 1990 besuchte er die Meisterschule des Dachdeckerhandwerks in Mayen / Eifel, im Anschluss versuchte er sich als Meister in Augsburg.

1991 zog es Christian Wiese zurück nach Norddeutschland, denn der freie, weite Blick über die Nord- und Ostsee war auch durch die schönsten Bergpanoramen nicht zu ersetzen, wie er erklärt. Bis 1999 war er in verschiedenen Unternehmen als Bauleiter tätig mit Objekten in Hamburg und Berlin. 1999 gründete er schließlich sein eigenes Unternehmen. Die Firma «Christian Wiese Dachdeckermeister» entstand auch einer Arbeitslosigkeit heraus, wie Christian Wiese sagt.

Unser Interviewpartner ist Dachdecker Christian Wiese

 

Wie würden Sie uns Ihr Unternehmen vorstellen? Was waren die wichtigsten Momente in der Geschichte des Unternehmens? Wofür wurden Sie ausgezeichnet?

Wir sind ein Dachdeckerfachbetrieb mit Schwerpunkt auf die energetische Sanierung von Ein- und Mehrfamilienhäusern nach ENEV / GEG und KFW-Förderstandard. Wir führen Reparaturen aus, bauen Dachfenster ein – kurz, wir bieten alles an rund um das Dach.

Unsere Kundschaft besteht zu 90 Prozent aus Privatkundschaft. Wir arbeiten aber auch für ein paar Industriebetriebe und Hausverwaltungen. Nach Fertigstellung lassen wir alle Objekte von einem Fotografen professionell in Szene setzen, davon bekommen die Kunden einen Abzug zugesendet, die großen Bilder wandern in die Referenzmappe und zieren im Bilderrahmen unseren Mitarbeiterraum.

Mit zwei Projekten sind wir 2014 in die Shortlist der letzten 20 Teilnehmer des «Sanierungspreis des deutschen Dachdeckerhandwerks» gekommen. 2012 hat einer unserer Auszubildenden als Landesbester, sprich Landessieger die Ausbildung abgeschlossen.

Gefreut hat mich, daß wir für unsere Auszubildenden immer eine kleine Wohnung gefunden haben, in der sie mit der Arbeit beginnen können – sogenannte «Starter-Wohnung». So finden die jungen Menschen gut den Übergang in die Eigenverantwortung eines Erwachsenen.

Fast alle Mitarbeiter haben mindestens einmal die Elternzeit in Anspruch genommen. Das ist ein gesetzlicher Anspruch, der jedem zusteht und den ich jedem wirklich gönne.

Diese Zeit dient dem neuen Familienleben, dem Wohlbefinden und der inneren Erholung der Mitarbeiter.

Aber die Elternzeit bringt den planerischen Ansatz in der Firma immer durcheinander.

Meine Aufgabe ist, die Baustellen vorzubereiten, die Materialzuführung zu organisieren und im Wesentlichen die fachliche Aufsicht zu übernehmen. Da habe ich aber genug Vertrauen in alle meine Mitarbeiter, sodass diese fachliche Führung in den meisten Fällen darin besteht, unvermutet auftretende Imponderabilien zu klären, sprich man muss besprechen, wie was wann gelöst wird. Des Weiteren gebe ich gerne einen Kaffee zwischendurch aus, denn ein kurzer Schnack hebt die Stimmung und sorgt für kurzes Innehalten.

 

Für welche Leistungen können sich die Kunden an Sie wenden? Worauf haben Sie sich spezialisiert?

Das ist in der Hauptsache die energetische Sanierung von Dachflächen nach Förderstandard KFW. Diese Dächer werden bezuschusst oder können über sehr günstige Darlehen, sprich mit Steuergeldern finanziert werden. Darum hat man hier eine besondere Verantwortung gegenüber dem Gewerk und dem Geldgeber.

Seit 2008 vertreiben wir das Tageslichtsystem names Solatube. Mit diesem System wird über eine verspiegelte Röhre Tageslicht ins Gebäudeinnere geleitet. Diese Sytem bewerben wir auf Verbrauchermessen im Großraum Hamburg, zum Beispiel an der «home²» in den Messehallen «Bergedorfer Bautage», und in Printmedien.

Wir arbeiten zuverlässig und übernehmen die Verantwortung für unsere Leistungen.

 

Ohne welche Werkzeuge kann man als Dachdecker nicht arbeiten?

Man braucht einen Hammer und ein Team. Mit dem Hammer kann man Dinge lösen und befestigen, das hilft immer für den Anfang. Und alleine ist man ziemlich schnell aufgeschmissen. Darum arbeiten wir im Minimum zu zweit.

 

Was ist ein Dach für Sie? Arbeiten Sie mit Social Media? Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ein Dach ist der obere Abschluß eines Hauses. Ich betrachte das Haus und das Grundstück als Ganzes. Ziel nach einer Sanierung soll sein, daß das neue Dach so wirkt, als sei es schon immer genau so gewesen. Das Dach ist zudem Ausdruck eines Lebensgefühls der Besitzer, sprich unserer Kunden.

Ja, ich nutze Social Media, ganz eindeutig ja. Seit Februar sind wir auf instagram sichtbar. Ich stelle regelmäßig Kurzbeiträge rein. Diese Präsenz führte zu Veröffentlichungen in regionalen Fachzeitschriften, zum Beispiel im Nordhandwerk und in (im) „Bild-Hamburg“ sowie zu einem Beitrag im NDR-Fernsehen „Hamburg Journal“. Ich möchte damit zeigen, daß unser Handwerk cool ist. Wir beteiligen uns zudem am Girlsday (26.3.2020) und unterstützen die Handwerkskammer Hamburg dabei, das Berufsbild des Dachdeckers in Schulen vorzustellen.

 

Die Not wird zur Tugend

Christian Wiese hatte anfangs nie die Selbstständigkeit als Ziel vor Augen gehabt. Er hielt sich immer an den Spruch «Ein guter erster Geiger ist nicht immer ein guter Dirigent», weshalb er zunächst nach einem Angestelltenverhältnis suchte. Als ihm aber das Schicksal keine andere Wahl ließ, wagte er 1999 den Sprung in die Selbstständigkeit. Es war der richtige Entscheid, denn die Firma wuchs ständig an. Inzwischen besteht sie bereits seit 20 Jahren und hat sich einen guten Namen erarbeitet.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Zurzeit suche Ich ganz dringend zwei Mitarbeiter! Ich möchte nicht bei Kollegen abwerben, weil ich es umgekehrt auch nicht wollte. Darum: Ich suche Dachdecker aus der Ferne, die Lust auf Hamburg haben. Ich suche aber auch Dachdecker aus der Nähe, die in ihrer jetzigen Situation nicht richtig zufrieden sind und die Lust auf etwas Neues und Veränderung haben. Mehr Informationen finden Interessierte unter https://wiesedach.com/ und https://www.instagram.com/wiesedach.de/.

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