Wie man im Büro-Dschungel überlebt

Veröffentlicht am 31 Juli 2019 von Verena Arnold
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Anabel Schröder, 50 Jahre alt, wurde zwar in München geboren, wuchs aber im Ausland auf. Als Kind war sie auf einer internationalen amerikanischen Schule im Nahen Osten und auf einer deutschen Schule in Spanien. Das hat sie sehr geprägt – sowohl was die Sprachen angeht – Englisch und Spanisch spricht sie fließend – als auch was das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft angeht: So entstand auch ihr Motto für ihre Coachings und Seminare: «Für ein erfolgreiches Miteinander».

Doch bevor Anabel Schröder dazu kam, Coachings und Seminare zu leiten, arbeitete sie nach ihrem Wirtschaftswissenschaften-Studium zehn Jahre lang in Konzernen als Projektleiterin und Teamleiterin. In dieser Zeit keimte auch ihr Interesse für die Psychologie auf. Sie wollte wissen, was die Menschen antreibt, was Chefs zu guten oder schlechten Führungskräften macht oder wieso manche Personen sich besser verstehen als andere.

Diese Neugierde führte dazu, dass sie ihren Job aufgab und sich zur psychologischen Beraterin und in der Krisenintervention ausbilden ließ. Doch die Tätigkeit als psychologische Beraterin füllte sie nicht aus. Sie wollte zurück in die Firmenwelt, um Mitarbeitern und Führungskräften dabei zu unterstützen, im täglichen Büro-Dschungel zu überleben. Sie wollte ihr Wissen mit anderen teilen. Deshalb gründete sie 2004 ihr Unternehmen anabel.consulting in Hamburg. Heute lebt sie in Neunkirchen-Seelscheid. 

Unsere Interviewpartnerin und Coach Anabel Schröder

 

Anabel, was ist dein Antrieb? Warum hast du dich gerade dieser Aufgabe gewidmet?

Mein Antrieb ist es, die Firmenkultur so zu verändern, dass ein förderliches Miteinander entsteht. Erstens kostet das Sägen am Stuhl des anderen nicht nur dem «Säger» und dem «Abgesägten» Kraft, es beeinflusst die ganze Firma: die Stimmung, die Leistung und all das leidet. Zweitens kann man ein Unternehmen noch so effizient gestalten, Abläufe optimieren oder Prozesse verschlanken – wenn die Kommunikation und das Miteinander nicht funktionieren, bringt die beste Optimierung wenig bis nichts. Drittens sind Mitarbeiter umso demotivierter, je weniger sie beachtet werden: Wer kein Lob erhält, nicht in Entscheidungen eingebunden wird, nicht gesehen wird, der verkümmert emotional und hat innerlich schon gekündigt.

Durch gute Kommunikation und ein Verständnis für andere Menschen entsteht ein erfolgreicheres Miteinander, das nicht nur den Einzelnen in der Firma motiviert sondern der Firma auch einen Innovations- und Leistungsschub beschert und sich in einem höheren Umsatz auszahlt. Am Ende hängt alles von der Kommunikation und dem Verständnis füreinander ab. Diese werden aber leider selten geschult.

Geschult werden stattdessen Fachkompetenz, Entspannungstechniken, vielleicht noch Präsentationskompetenz. Aber das Verständnis für andere, die Psychologie des Menschen, die Kommunikation in schwierigen Situationen, die Selbstreflexion – all das wäre genauso wichtig, um einen Betrieb und das Miteinander so zu gestalten, dass Mitarbeiter und Vorgesetzte intrinsisch motiviert sind, sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern. Auch selbständig Konflikte zu erkennen und zu lösen gehört dazu.

Führungskräfte könnten mit einigen wenigen Kommunikationsmitteln große, positive Veränderungen erzielen. Mitarbeiter könnten mit mehr psychologischem Verständnis entspannter mit manchen Aussagen der Kollegen umgehen. Firmen, die Wert auf Kommunikation, Transparenz und Miteinander legen, haben auch weniger Nachwuchssorgen als die Old-School Firmen, die noch hierarchisch denken und das Motto haben: «Wenn ich nichts sage, ist das Lob genug.»

 

Würdest du dein Unternehmen als innovativ und visionär bezeichnen? Was zeichnet es in diesem Sinne aus?

Innovativ sind meine Methoden, die ich im Coaching verwende. Seien es systemische Ansätze, die die Historie eines Betriebs aufarbeiten und deren Auswirkung auf heute analysieren oder das pferdegestützte Coaching, das in meinen Augen die effizienteste Coachingmethode ist. Visionär bin ich insofern auch, weil ich schon heute Menschen auf das vorbereiten darf, was morgen auf uns zukommt. Damit ich das kann, muss ich mich über Trends in der Wirtschaft informieren und Zukunftsszenarien berücksichtigen.

Ich arbeite auch digital und virtuell. Einige Coachings werden nämlich über Skype durchgeführt. Das Coaching, das am weitesten weg war, war für eine deutsche Kundin, die in Costa Rica stationiert war und dauerte zwei Stunden. Auch Seminare und Workshops können über Videokonferenz stattfinden, wobei hier natürliche ein Teil der Kommunikation verloren geht, da ich nicht alle Personen gleichzeitig im Blick habe und ich auch die Körpersprache und die Atmosphäre nicht von allen gleichzeitig wahrnehmen kann. Diese Seminarform ist deshalb weniger effektiv als ein live Seminar. Mein schwierigstes virtuelles Seminar war ein Kommunikationsseminar, bei dem sieben Teilnehmer in Frankfurt waren, zwei in New York, drei in Paris und fünf in London. Es hat funktioniert – war aber sehr anstrengend, da ich zusätzlich noch mit der Technik zu kämpfen hatte.

 

Welches Equipment darf bei deiner Arbeit mit Kunden auf keinen Fall fehlen?

Sowohl bei einem Einzelcoaching als auch einem Workshop/Seminar ist ein Flipchart für mich das wichtigste Utensil. Ich visualisiere gerne Beziehungen und die Kommunikation zwischen Menschen, zeichne Kommunikationsmodelle oder notiere Beispiele. Das bleibt den Teilnehmern besser im Gedächtnis, weil das Visualisieren einen weiteren Sinn anspricht.

Und was nicht fehlen darf, sind natürlich Wasser und Kekse. Denn die Selbsterkenntnis und die Selbstreflexion fordern viel Arbeit von unseren grauen Zellen ab. Das Gehirn will dann zwischendurch gerne «gefüttert» werden.

 

Mit welchen Branchen arbeitest du häufig zusammen?

Ich arbeite als Coach für Einzelpersonen, die gerne beruflich etwas verändern möchten oder vorankommen wollen. Ich arbeite als Mediatorin für Unternehmer und Geschäftsführer, die einen Konflikt austragen und professionelle Hilfe durch eine Mediation benötigen, um einen Streit zu lösen. Und ich arbeite als Seminar- und Workshop-Leiterin viel für Banken und Versicherungen, Dienstleistungsbetriebe oder Industrie. Meine Hauptkunden als Seminarleiterin sind Unternehmen, die mehr oder weniger international arbeiten, 100 bis 20`000 Mitarbeiter beschäftigen und erkannt haben, dass Kommunikation und Psychologie wichtige Aspekte sind, um ein Unternehmen voran zu bringen. 

Innovativ sind Anabels Methoden

 

Man hat nie ausgelernt

Bis heute belegt Anabel Schröder immer wieder Kurse und absolviert Ausbildungen, mit dem Ziel, sich weiter voranzubringen. Schließlich, so die 50-Jährige, sei man ist ja nie fertig mit dem Lernen. So hat sie sich zum Beispiel zum European Businesscoach ausbilden und international zertifizieren lassen (ICF). Zudem ist sie international zertifizierte Mediatorin und SCRUM Master. Sie kann Ausbildungen in systemischer Arbeit (ROOTFINDER®), Kommunikationspsychologie, Stärkencoaching nach Gallup® und Cultural Intelligence Certified Fascilitator (CQ, USA) vorweisen.

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