Yoga als Geburtsvorbereitung

Veröffentlicht am 6 November 2019 von Verena Arnold
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Die Schwangerschaft ist eine ganz besondere Zeit im Leben einer Frau und die heran nahende Geburt wird von sehr unterschiedlichen Gefühlen begleitet. So ist es wichtig, sich sowohl mental, aber auch körperlich auf diesen besonderen Tag vorzubereiten. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, von den allgemein üblichen Geburtsvorbereitungskursen bis zur Geburtsvorbereitung im Wasser. Eine besondere Form ist Yoga für Schwangere, da mit Yoga die mentale und die körperlich Vorbereitung eine Einheit bilden.

Um mehr über Yoga in der Schwangerschaft und zur Geburtsvorbereitung zu erfahren, haben wir mit Nora Katharina Kremeskötter gesprochen. Die 33-jährige Mutter von 3 wunderbaren Kindern, die in Essen, im Ruhrgebiet geboren wurde, lebt und arbeitet heute in Petersberg. 

Die Körperarbeit und Yoga haben sie  schon lange fasziniert, ebenso der Bereich bewusste und selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt. Schon während ihres Studiums ist sie in die Arbeit als Yogalehrerin hineingewachsen und der Fokus auf den Bereich Schwangerschaft, Geburt und Familie hat sich ganz natürlich ergeben. Studiert hat sie „Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis“ an der Universität Witten/Herdecke und zeitgleich mit der 2-jährigen Ausbildung zur Yogalehrerin begonnen und anschließend Fachfortbildungen zu Prä-&Postnatalem Yoga und Kinderyoga absolviert. Sie hat dann auch schon angefangen, entsprechende Kurse zu geben, zuerst nur für die Studenten an der Universität und später auch im Studio ,an Schulen oder in der sozialen Gruppenarbeit des Jugendamtes.

Sie hat aber auch schon Erfahrungen mit der Selbstständigkeit gemacht, als sie mit einer Kommilitonin zusammen einen kleinen Online-Shop und lokales Geschäft für ökologische Babykleidung, Stoffwindeln und Tragehilfe geleitet hat. Später hat sie dann mit einer Kollegin ein kleines Yogastudio geleitet. .

Nach ihrer dritten Elternzeit hat sie dann die Entscheidung getroffen, am Geburtshaus ihre Kurse anzubieten und primär in diesem Bereich zu arbeiten. Mittlerweile hat sich ihr Berufsfeld erweitert und so arbeitet sie, neben den Yogakursen in und nach der Schwangerschaft, als Doula, also als Geburtsvorbereiterin und Geburtsbegleitung, wo sie Achtsamkeitskurse für Eltern und werdende Eltern, individuelle Geburtsvorbereitungssitzungen, Geburtsbegleitung und Wochenbettbegleitung anbietet.

Als freiberufliche Yogalehrerin und Doula arbeitet sie alleine, ist aber gut vernetzt mit vielen anderen Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, wie Yogalehrer, Hebammen, Doulas, Geburtshäuser und Familienzentren. 

Unsere Interviewpartnerin und Yoga-Meisterin Katharina Kremeskötter

 

Nora, warum genießt du die Arbeit mit Schwangeren so sehr? Wie kamst du auf die Idee, dass du sie mit Yogakursen durch die Schwangerschaft begleiten kannst?

Schwangere sind Frauen in einem ganz besonderen Abschnitt ihres Lebens und in einem tiefgreifenden Transformationsprozess von Frau zu Mutter. Dieser Prozess ist mit unterschiedlichsten Emotionen verbunden: Hoffnung, Freude, Angst, Unsicherheit und vielen mehr. Es ist eine intensive Zeit im Leben einer Frau und auch eines Paares. Diese Fülle und Veränderung reizt mich, mit allem was dazu gehört. Und ich wünsche mir, in dieser Zeit Hilfestellung geben zu können. Ich verstehe Geburt als Transformationsakt, aus dem Frauen gestärkt hervorgehen können und möchte gerne dazu beitrage, dass möglichst viele Frauen eine stärkende, positiv transformierende Geburtserfahrung machen können.  Für mich persönlich waren meine eigenen Schwangerschaften immer mit einer Vertiefung meiner eigenen Yogapraxis verbunden und ich habe dies als sehr hilfreich, sowohl für die Schwangerschaft als auch für die Geburt, empfunden.

Yoga in der Schwangerschaft ist eine ideale Geburtsvorbereitung und Begleitung der Schwangerschaft:  Es ist Körperarbeit, die die Verbindung zum eigenen Körper und die Wahrnehmung des Körpers unterstützen kann, die Kraft des Atems und wie dieser mit Bewegung synchronisiert werden kann werden erfahrbar gemacht und die Entspannung, die auch Teil des Yoga ist, ist essentiell in der Schwangerschaft und später auch für den Geburtsprozess. Die Praxis des Yoga lädt ein, den Fokus (zumindest für die Stunde) weg vom Denken, das unser modernes Leben sonst dominiert, hin zum Körper zu lenken. Und da Geburt (auch) ein Prozess der Hingabe an körperliche Prozesse bedeutet, ist die Verbindung zum eigenen Körper eine wertvolle Ressource. Letztendlich kann Yoga das Vertrauen in die eigene Fähigkeit zu gebären stärken durch die Verbindung zum Körper, zum Atem, zum Kind und so als ideale Vorbereitung auf die Geburt dienen.

 

Du begleitest werdende Mütter intensiv durch die letzten Stufen der Schwangerschaft und die Geburt. Wie sieht eure Zusammenarbeit in dieser Zeit generell aus? Wie oft finden in dieser Zeit Yogakurse statt?

Die Frauen, die meine Yogakurse besuchen, kommen einmal wöchentlich in die Kurse für mindestens 6 Wochen – einige auch für den Großteil ihrer Schwangerschaft. Die Kurse finden entweder vormittags oder am Abend statt, je nachdem, wie es in die Lebenssituation der Frau passt. Die Zeit des Yogakurses soll eine Zeit für Entspannung für die werdenden Mütter sein. Vor und während der Kurse ist aber immer auch Raum für Fragen und aktuelle Themen.

Die Zusammenarbeit kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Einige Frauen begleite ich auch über die Yogakurse hinaus als Doula- dann wird die Zusammenarbeit intensiver.

 

Mit welchen Übungen arbeitest du in deinen Schwangerenkursen? Warum sind sie eher geeignet als andere? Auf welche Kriterien gilt es zu achten?

Die Yogapraxis für Schwangere in meinen Kursen ist eine sehr sanfte Praxis mit Fokus auf Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung. In den Stunden erfahren die Frauen Meditationsübungen, Körperübungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama), sowie Entspannungsübungen. Ich lege einen Fokus auf die Arbeit mit dem Atem, da dieser sowohl für die Geburtsarbeit ein hilfreicher Begleiter ist als auch als Helfer für Entspannung erfahrbar wird.

Darüber hinaus lade ich ein, die Körperwahrnehmung bzw. Selbstwahrnehmung zu schulen, sowie Raum für die Wahrnehmung des Babys zu schaffen. In den Kursen gibt es einen Schwerpunkt auf hüftöffnende Übungen, um den Bereich des Beckens zu öffnen und zu dehnen, sowie Übungen zum wahrnehmen und entspannen des Beckenbodens. Das Loslassen und Öffnen des Beckenbodens ist essentiell für den Geburtsprozess und darum im Schwangerenyoga ein wichtiger Bestandteil. Außerdem gibt es noch verschiedene Übungen, die Schwangerschaftsbeschwerden vorbeugen, oder sie lindern können.

Die Entspannung ist ein wichtiger Teil, da viele Frauen noch voll im Berufsleben stehen und die Yogastunden für die Ruheinseln im Alltag darstellen.

 

Wie erlebst du diese emotionale Phase im Leben einer Frau mit? Wie sehr nimmt dich das selbst mit und wie bewältigst du selbst den Stress einer solchen Zusammenarbeit?

Ich erlebe es immer wieder als ein Geschenk, wenn ich eingeladen bin daran teilhaben zu dürfen. Manches beschäftigt mich, nimmt mich nicht mit, sondern lässt mich nach Lösungen suchen, wie eine gute Unterstützung dieser Frau in dieser Situation aussehen könnte.

Meine eigene Yogapraxis hilft mir, mich immer wieder zu erden und auch das Zusammensein mit meiner Familie. Ich nehme mir regelmäßig Zeit, auch gut für mich zu sorgen (Yoga, laufen gehen, Zeit mit Freunden und für Gespräche) und dann fühle ich mich gestärkt und aufgeladen.

Yoga in der Schwangerschaft ist eine ideale Geburtsvorbereitung

 

Entspannt in die Geburt

Das ist möglich, wenn Frauen sich mit Yoga auf die Geburt vorbereiten, denn Yoga für Schwangere ist weitaus mehr als ein alternativer Geburtsvorbereitungskurs. Auch wenn man zuvor keine Erfahrung mit Yoga gemacht hat, ist es möglich, sich auf diese spezielle Art körperlich und seelisch optimal auf die Geburt vorzubereiten und sich so entspannt diesem großen Ereignis zu stellen. Wir bedanken uns bei Nora Katharina Kremeskötter für ihre Zeit und dieses informative Gespräch über ihre Arbeit.

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