Yoga ist Lebensfreude

Veröffentlicht am 25 November 2019 von Verena Arnold
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Yoga zu praktizieren, ist für viele Menschen eine Phase tiefer Ruhe und Entspannung. Man findet zu sich selbst und lernt, den eigenen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Durch Atemübungen und das Hineinhören in den Körper lernt man zu spüren, was man braucht. Diese Selbstfürsorge geht uns heute oft verloren, wenn wir durch unseren stressigen Alltag hetzen. Yogakurse sollen als Auszeit dienen, in der man sich nur auf sich konzentriert und sowohl dem Körper als auch dem Geist etwas Gutes tun kann.

Kim Jagannath Hoffmann ist 45 Jahre alt und stammt aus Mittelfranken. Er ist gelernter Fotolaborant und studierte im Anschluss Kommunikationsdesign. Elf Jahre arbeitete er in der Werbebranche als Projektleiter, Ausbilder und Grafiker. Die Kreativität begleitete ihn schon seine gesamte Schulzeit über und da lag es nahe, der ersten Berufung zu folgen und Grafik zu studieren. Das Vermitteln von Wissen bereitete ihm schon immer Freude, weshalb er zehn Jahre lang Auszubildende im Beruf des Mediengestalters unterrichtete. In seinen letzten Jahren als Grafiker saß er auch als IHK-Prüfer im Prüfungsausschuss.

Zum Yogalehrer hingegen kam er durch einen Yogaurlaub, den er seiner Frau zuliebe anging. Dort hatte er seine erste richtige Yogastunde – also mit einer Lehrerin, die „live“ die Stunden gab und nicht irgendjemand auf DVD im heimischen Wohnzimmer. Dass diese Stunde sein Leben grundsätzlich ändern würde, hatte er sich dabei nicht träumen lassen. Sicher, Yoga würde sein Leben nun bereichern, fühlte er sich nach dieser Stunde doch herrlich lebendig, wach und kreativ. Allerdings durfte er feststellen, dass dieser erste Urlaubstag damals der Beginn war von etwas Herrlichem.

Zu Beginn dachte er, das Unterrichten von Yoga würde nur „nebenberuflich“ laufen können. Tagsüber saß er vor dem Rechner als Grafiker, abends auf seinem Meditationskissen als Yogalehrer. Zur damaligen Zeit wollte er sich auch regional verändern, weshalb er Stellenangebote in Nordrhein-Westfalen studierte. Dabei wurde ihm bewusst, dass sich außer einer neuen Stadt und neue Kollegen nichts ändern würde. Noch immer würde er Werbung erstellen. Und hier lag des Pudels Kern – im Druckgewerbe hatte er das Gefühl, Altpapier zu produzieren. Auch hinterfragte er den Wahrheitsgehalt seiner Arbeit, wenn er Models mit Größe zero digital zusätzlich mehr „Shape“ gab, deren dünne Oberschenkel noch weiter verschmälerte oder sogar den Kopf des Models durch einen anderen austauschte. Ein fader Beigeschmack der Lüge überkam ihn bei seiner Arbeit als Grafiker.

Ganz anders war das Gefühl, wenn er Yoga praktizierte. Nach dem ersten Yogaurlaub begann er, interessierte Kollegen vor dem Arbeitsbeginn in diversen Yogaübungen zu „unterrichten“ – eine unkomplizierte Form von Büroyoga, wie er jetzt weiß, die zunehmende Beliebtheit gewann.
Zu Beginn standen vor ihm nur seine Auszubildenden, dann kamen weitere Kolleginnen und Kollegen hinzu. Gut vier Jahre gab es somit jeden Morgen das „Morgenyoga“. Diese kurze Einheit im Büro sollte seine zweite Berufung latent festigen und ihn ermutigen, seinen beruflichen Werdegang grundsätzlich zu überdenken. Denn die leuchtenden Augen der Büro-Yoga-Gruppe waren es, die ihn zum Umdenken brachten – es gab mehr als digital aufgehübschte und ummontierte Models.

So las er also die Stellenangebote für Grafiker und musste feststellen, dass er seinen Grafiker an den Nagel hängen möchte, um sich mit Yoga hauptberuflich neu zu orientieren. Seine Frau unterstützte ihn bei seiner Entscheidung, war sie es schließlich auch, die ihn zu Yoga gebracht hatte. Sie kauften ein Haus und nahmen bauliche Veränderungen vor, damit ein kleiner Yogaraum für sieben Yogis entstehen konnte. Kim Jagannath Hoffmann begab sich vier Wochen in den Ashram, zu YogaVidya, Bad Meinberg, um Yogalehrer zu werden.

Mit der Verteilung von Werbeflyern informierte er seine Nachbarschaft fußläufig. Im ersten Jahr hatte er lediglich zwei bis drei Kurse in der Woche. Die Teilnehmerzahl lag zwischen eins und drei. Mit fortlaufender Tätigkeit als Yogalehrer wuchsen die Teilnehmerzahlen sowie das Kursangebot. Durch Mundpropaganda und Empfehlungen verteilt er seit drei Jahren keine Flyer mehr. Heute bietet er bis zu drei Kurse am Tag an, zudem diverse Privatstunden bei den Yogis zuhause. Die Kurse werden von ihm alleine gehalten. Er ist somit Alleinunterhalter – vom Yogalehrer, Homepageadministrator bis hin zur Buchhaltung übernimmt er alles selbst und ist sehr glücklich und dankbar mit seiner zweiten Berufung.

Unser Interviewpartner Kim Jagannath Hoffmann ist Yoga-Lehrer

Wie ist es, als Yogalehrer zu arbeiten? Warum hast du dich dazu entschieden, Yoga zu unterrichten? 

Für mich ist es erfüllend und fordernd zugleich, als Yogalehrer zu arbeiten. In direkten Kontakt mit Menschen zu stehen, ihre Körperlichkeiten zu berücksichtigen, sie zu fördern und zu fordern und gemeinsam ihre Ziele zu erreichen, die sie mit Yoga erreichen möchten, ist meine Motivation und Freude beim täglichen Unterrichten.
Mit Yoga erfuhr ich selbst „Wahrheit“. Ich nahm meinen Körper wahr, so wie er ist, mit seinem Zippel und Zappel, mit seiner individuellen Tagesform. Meine Wahrnehmung nach außen, zu meinem Umfeld, zu meinem Handeln und Denken wurde ebenfalls positiv verändert. Diese „Wahrheit“ zu vermitteln und die Freude an der zwischenmenschlichen Kommunikation führten mich dazu, Yoga zu unterrichten.

 

Welche Art von Yoga praktizierst du? Was bewirkt Sivananda Yoga? Was zeichnet Sivananda im Vergleich zu anderen Stilen aus?

Es ist der integrale Yogaweg, den ich praktiziere. Ganz in der Tradition von Swami Sivananda, der diesen sechsfachen Yogaweg formulierte. Nach Sivananda geht es nicht nur darum, Hatha Yoga – sprich die Asanas – richtig zu üben, sondern auch die anderen fünf Yogawege zu verstehen und zu praktizieren.
Jnana Yoga: Yoga des Wissens. Hierzu lese ich alte Schriften.
Raja Yoga: Yoga der Selbstbeherrschung, eine Geistesschule. Meditation ist das Stichwort.
Bhakti Yoga: Yoga der Hingabe zum Absoluten, zum Alldurchdringenden. Man könnte auch „Hingabe zum Göttlichen“ sagen.
Karma Yoga: Yoga des Handelns.
Kundalini Yoga: Yoga der Energie.
Yoga ist somit mehr, als nur Körperstellungen zu üben, das hat mir an Sivananda Yoga sofort gefallen. In andere Yogastilen und -traditionen bin ich nicht so tief vertraut, weshalb ich keinen großartigen Vergleich anstellen möchte.

 

Welche Methoden verwendest du für Yoga-Kurse am liebsten und warum? Was sind die wichtigsten Dinge, die du deinen Kursteilnehmern mitgeben möchtest?

Am liebsten unterrichte ich mit Humor und Liebe. Yoga ist Lebensfreude und kein Leistungssport. Mit einem äußeren und inneren Lachen geschieht alles leichter, ungezwungener und ich brauche mich nicht zu verstellen oder eine Rolle zu spielen, wie ich es in meinem vorherigen Beruf oft habe tun müssen.
Als Wichtigstes möchte ich meinen Teilnehmern mitgeben, dass sie ihren Körper so annehmen dürfen, wie er ist. Ihren Körper wahrnehmen und stets in der Reflexion zu sich selbst zu sein, empfinde ich als äußerst achtsam. Seine eigene Yogapraxis mit anderen Kursteilnehmern zu vergleichen macht keinen Sinn. Unsere Körper sind einzigartig und jeden Tag anders in der Wahrnehmung. Sich aus dem Wettbewerbsgedanken zu ziehen, ist der erste und ein guter Schritt für mehr Freude bei der eigenen Yogapraxis.

Wie sieht eine Sivananda Yogastunde aus? Eignet sich der Stil für Yoga-Einsteiger?

Sivananda Yoga eignet sich für Jeden. Ob jung, ob alt, von Einsteiger bis Fortgeschrittener, für Yogis mit körperlichen Einschränkungen oder für Gummimenschen und flexible Yogis.
Eine Yogastunde hat immer einen ähnlichen Aufbau. Begonnen wird mit einer Anfangsentspannung. Der Mittelteil formt die Rishikesh-Reihe. Sie gibt eine energetisch aufeinander abgestimmte Reihenfolge von Asanas vor, die den Körper flexibel und gesund hält. Prana, die Lebensenergie wird dadurch gelenkt und kanalisiert. Diese Rishikesh-Reihe bietet unzählige Varianten, die es ermöglicht, jedem Yogi das zu bieten, was er möchte: Entspannung, Flexibilität und/oder Kräftigung. Sprich: Die indische Eier-legende-Woll-Milch-Sau. Es folgt Pranayama, die Atemübungen. Auch hier gibt es eine Vielzahl an Techniken, um allen Yogis gerecht zu werden. Die Schlussentspannung bietet die Möglichkeit, seinem Körper die Regeneration anzubieten, die er nach der Yogapraxis braucht. Eine kurze Meditation rundet eine Sivananda Yogastunde wohltuend ab.
Dieser Ablauf erscheint womöglich zu Beginn als langweilig, da immer das Gleiche passiert. Doch genau das ist es, was im Unterbewusstsein für Entspannung im Vorfeld sorgt: Ich weiß, was passiert. Ich werde nicht unangenehm überrascht und ich kann mich auf meine Yogapraxis freuen.

 

Eine Yogastunde, die schon für Entspannung im Vorfeld sorgt

Kim Jagannath Hoffmann ist es wichtig, Yoga-Kurse anzubieten, die für jeden geeignet sind – egal, wie alt oder beweglich man ist. Die Stunden laufen immer gleich ab, wodurch man sich vorab darauf einstellen kann und entspannt startet. Auf eine Anfangsentspannung folgen verschiedene Asanas, die auf Entspannung, Flexibilität oder Kräftigung abzielen. Atemübungen, sowie eine Schlussentspannung und Meditation runden die Einheit ab. Kim Jagannath Hoffmann möchte seinen Yogis vermitteln, dass sie ihren Körper so annehmen können, wie er ist und mit einem inneren und äußeren Lachen durchs Leben gehen. Denn Yoga ist Lebensfreude und kein Leistungssport, bei dem man sich mit anderen vergleicht. Jeder praktiziert so, wie es individuell am besten für einen ist.

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