Yoga Retreat – Rückzug in die Spiritualität

Veröffentlicht am 12 Februar 2020 von Verena Arnold
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Yoga kennen viele als sportlichen Ausgleich zum stressigen Alltag. Unter Anleitung eines Yogalehrers nimmt man gemeinsam in einer Gruppe verschiedene Positionen ein und hält diese für eine Zeit. Doch Yoga ist viel mehr, denn er beinhaltet auch wichtige meditative und philosophische Aspekte. Durch Meditationen finden man zu sich selbst und kommt zur Ruhe. Man sammelt Kraft und entwickelt sich sowohl persönlich als auch spirituell weiter. Wer dies besonders intensiv erleben möchte, kann sich für ein Yoga-Retreat entscheiden und von einem vorübergehenden Rückzug aus dem Alltag profitieren. 

Florian Palzinsky stammt aus Oberösterreich und wuchs im wunderschönen Salzkammergut auf. Nach seinen „Pflichtjahren“ als Gymnasiast und Zivildiener hatte er das Glück, aber auch den Willen, das Durchhaltevermögen, die Fähigkeit und die materielle und soziale Unterstützung, Berufung und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Nach dem Zivildienst verbrachte er bis zu seinem 40. Lebensjahr die meiste Zeit im Ausland – davon ein dutzend Jahre als buddhistischer Mönch in Asien. In Sri Lanka lernte er vor 15 Jahren seine Frau kennen, die ursprünglich aus Deutschland stammt. Sie leben jetzt in der Gegend, in der Florian Palzinsky aufgewachsen ist, gönnen sich aber jedes Jahr den Luxus, in wärmeren Klimazonen zu überwintern.

Nach der Matura auf einem humanistischen Gymnasium in Salzburg zog er mit 19 für fast zwei Jahre nach Amerika, um dort auf Farmen und landwirtschaftliche Kommunen zu arbeiten und leben. Zurück in Europa studierte er in einem buddhistischen Zentrum und einem Kloster die Lehre des Buddha. Mit 21 Jahren gab er in der Heimat alle seine weltlichen Sachen auf, um buddhistischer Mönch in Thailand zu werden. Auf diese asketischen Lebensweise verbrachte er dort drei Jahre und weitere neun Jahre in Sri Lanka. In den letzten Mönchsjahren organisierte er Sozialprojekte und begann, intensiv Hatha-Yoga zu praktizieren. Nach der Rückkehr ins weltliche Leben absolvierte er 2004 seine erste Yogalehrer-Ausbildung in Australien – weitere folgten dort und in London folgten

Schon in seiner Schulzeit unterrichtete er als Windsurflehrer. Außerdem ließ er sich damals durch Bücher wie „Siddhartha“ (Hermann Hesse) oder „Der Sprung in den Brunnen“ (Hubertus Halbfas) spirituell inspirieren. Als buddhistischer Mönch begann er in Sri Lanka, Meditation in Schulen und Gefängnissen zu unterrichten. Mittlerweile macht er nur noch selten offiziell berufliche Weiterbildungen, aber die persönliche Weiterbildung durch seine regelmäßige Praxis, durch spirituelle Lehrer, Literatur und sonstige Inputs geht weiter und wird hoffentlich nie aufhören.

Von seinem abgesicherten unbekümmerten Mönchsleben in die weltliche Selbstständigkeit zu wechseln, war ein Wagnis mit unbekanntem Ausgang. Seine Eltern unterstützten ihn anfänglich, aber schon bald konnte er beruflich auf eigenen Füßen stehen. Da er sowohl geographisch als auch inhaltlich relativ breit aufgestellt ist, hat sich sein Berufsleben Schritt für Schritt und Jahr für Jahr auf natürliche Art weiterentwickelt. Jedes berufliche Projekt beinhaltet für ihn drei essentielle Fragen: Wie stimmig fühlt es sich für mich an? Wie stimmig fühlt es sich für die Beteiligten an? Wie ausgeglichen ist der finanzielle und energetische Input und Output? Durch die Berücksichtigung dieser Erfahrungen werden die meisten Veranstaltungen und Projekte über einen längeren Zeitraum fortgesetzt – einige davon schon seit 15 Jahren.

In seinem derzeitigen Job organisiert und hält er Yoga- und Meditations-Veranstaltungen, ist Gastlehrer bei Yogalehrer-Ausbildungen und schreibt regelmäßig Artikel für ein Yoga-Magazin und seinen eigenen Blog. Notwendige organisatorische Arbeiten, die nicht seinen persönlichen Input brauchen, erledigen verlässliche Mitarbeiterinnen, oder jene Personen, die für ihn Veranstaltungen organisieren. Seine Frau ist ebenfalls bei seinen Projekten beteiligt: Sei es, dass sie als ayurvedische Köchin für die Teilnehmer kocht, oder indem sie bei der Organisation in der Oedmühle (www.millretreats.at) mithilft. Dies ist eine ehemalige Wasser-Mühle im Salzkammergut, wo seine Mutter wohnt, und wo die meisten seiner Veranstaltungen stattfinden. 

Unser Interviewpartner Florian Palzinsky ist Yoga-Meister

 

Florian, seit wann übst du Yoga? Und wie kam es, dass du dich entschieden hast, Yogalehrer zu werden? Gibt es etwas, was du an Yoga besonders zu schätzen gelernt hast?

Vorweg möchte ich betonen, dass „Yoga“ ein Begriff ist, der im Westen oft zu eng und einseitig verstanden wird. Ich selber verstehe unter Yoga nicht nur eine physische Praxis (Asanas), sondern es beinhaltet auch energetische Übungen (Pranayama), Meditation und den philosophischen und transpersonalen Aspekt (die eigentliche Essenz des Yogas). Meditation praktiziere ich seit der Mittelschule, Hathayoga seit meinem 32. Lebensjahr. Als buddhistischer Mönch stand die geistige und meditative Praxis im Vordergrund, dabei wurde in meiner Mönchszeit keinerlei Wert auf körperliche Übungen gelegt. Dank meiner ersten australischen Yogalehrerin und meines ersten indischen Yogalehrers habe ich noch als Mönch damit begonnen, dieses Vakuum mit täglichen Hathayoga-Übunge zu füllen. Dabei entstand eine ganz natürliche psychosomatische Brücke zwischen den körperlichen und den meditativen Übungen.
Beim Yoga schätze ich die vielen unterschiedlichen Zugänge und Facetten, bei denen es um Aspekte geht, die den Körper, die Lebensenergie, den Geist und das seelische Bewusstsein betreffen. Yoga bedeutet nicht nur einer Tradition oder einem Lehrer zu folgen, sondern er bietet auch die Freiheit, sich auf die eigene Intuition und auf persönliche Erkenntnisse zu vertrauen, um mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit im Leben zu entfalten. 

 

Was ist ein Yoga Retreat? Worin liegt das Hauptziel bei der Einführung in ein Yoga Retreat? Wie funktioniert effektives Training? 

Yoga-Retreat bedeutet wörtlich „Rückzug“ und der englische Begriff wurde ursprünglich im militärischen Kontext verwendet. Im Zusammenhang mit Spiritualität bedeutet der Begriff, dass man sich von jenen notwendigen, intensiven und zuweilen stressigen Alltagsfaktoren wie Beruf und Familie zurückzieht. Man ignoriert dabei auch die meist bedrückenden Weltnachrichten, um in einem stimmigen und ruhigen Ambiente wieder mehr bei sich anzukommen. Erst wenn wir eine innere Stille und Stimmigkeit erfahren, können wir wieder Kraft und Klarheit schöpfen und uns selber, anderen, dem Leben und der Umwelt interessiert, unvoreingenommen und liebevoll zuwenden. Das Hauptziel besteht, meiner Meinung nach, darin, zwei Faktoren zu erkennen und zu transzendieren, die für eine wirkungsvolle Meditation und für ein erfülltes Leben und hinderlich sind: Erschöpfung oder „Lebensmüdigkeit“ und Unruhe oder Stress. Wenn das gelingt, dann entsteht ein meditativer Zustand, der Wachheit, Klarheit und Gelassenheit miteinander verbindet. Mit gezielten körperlichen, energetischen und mentalen Übungen ist dies tatsächlich auch für Menschen erfahrbar, die noch kaum Erfahrung mit Yoga oder Meditation gemacht haben.
Effektives Training bedeutet für mich, eine Praxis, die eine alltagstaugliche und anhaltende Wirkung zeigt. Die beste Voraussetzung dafür sind Offenheit, Neugier, Interesse und eventuell eine Notwendigkeit. Anschließend geht es darum, sich auf bestimmte Übungen einzulassen, um herauszufinden, ob sie eine positive Wirkung hinterlassen. Einer der wesentlichen Erfolgs-Faktoren ist schließlich Disziplin und Geduld, um die erlernten Übungen regelmäßig zu wiederholen und zu vertiefen. Wenn sich danach ein spürbarer Erfolg oder eine tiefgreifende Erkenntnis zeigt, wirkt das automatisch als Inspirationsschub, um weiterzumachen. Wenn sich trotz konsequenten Übens nichts zum Positiven verändert, dann sollte man sich nach einer anderen Praxis oder einem anderen Lehrer umsehen.  

 

Welche Methoden verwendest du für Yoga am liebsten und warum? Wie würdest du deinen eigenen Yoga Stil beschreiben? Was sind die wichtigsten Dinge, die du deinen Schülern mitgeben möchtest?

Für mich ist die meditative Praxis das Alpha und Omega des Yoga. Aber die physische Praxis hat für mich aus gesundheitlichen Gründen ebenso einen wichtigen Stellenwert.
Es fällt mir schwer, meinen Yoga-Stil in Worte zu fassen. Es geht mir aber immer wieder darum, jene schon erwähnten Facetten des Yoga zu vertiefen und miteinander zu verbinden: den körperlichen Aspekt, die Lebensenergie, die Meditation und die Philosophie und das transpersonale Bewusstsein.
Wir selber haben den Schlüssel zu einem zufriedenen und glücklichen Leben in der Hand. Lehrer, Mitmenschen, Bücher, und die Umwelt können uns in unterschiedlichste Weise inspirieren, aber wir müssen selber dieses Wissen in die Praxis, ins Leben und in den Alltag umsetzten. Dabei geht es immer wieder um diesen einzigartigen Augenblick, um diesen Lebensschritt, um diesen Tag. Wenn dabei die Absicht stimmt, dann wird sich auch das Ziel irgendwann einmal stimmig sein. 

 

Kannst du sagen, was Yoga Retreat für dich persönlich bedeutet? Wem empfiehlst du Yoga Retreat besonders und was dürfen die Teilnehmenden erwarten? 

Die Zeit eines Retreats beinhaltet, dass ich dabei berufliche, soziale und weltliche Verpflichtungen in der Hintergrund stelle. Dadurch kann ich mich bewusster meinen eigenen bekannten und unbekannten Bereichen in mir widmen. Aber es ist auch eine Zeit, um manchmal jenen Dingen nachzugehen, die mir Freude bereiten, aber im Alltag auf der Strecke bleiben.
Yoga Retreats machen Sinn, wenn man lernen will, wie man mit Unruhe, Stress, Erschöpfung, körperlichem und mentalem Unbehagen umgeht und sie hinter sich lässt. Bei ernsthaften physischen oder psychischen Problemen sollten man aber unbedingt einen Arzt oder einen Therapeuten konsultieren. Auf einer tieferen spirituellen Ebene besteht dabei auch die Möglichkeit, über den persönlichen und alltäglichen Tellerrand zu blicken, um transpersonale und absolute Erfahrungen zu machen.  

Yoga-Retreat bedeutet wörtlich „Rückzug“

 

Wir halten den Schlüssel in der Hand

Jeder kann von Yoga profitieren, um besser mit Erschöpfung oder Stress im Alltag umgehen zu können. Die Übungen beruhen dabei nicht nur auf dem körperlichen Aspekt, sondern beziehen auch energetische und mentale Faktoren mit ein. Ein Yoga Retreat bietet die Möglichkeit, für kurze Zeit die Probleme und Belastungen des Alltags hinter sich zu lassen und sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Inspiration für einen Lebenswandel findet sich überall – man muss nur offen und neugierig genug sein.

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