Zurück zur Wertschätzung

Veröffentlicht am 11 November 2019 von Verena Arnold
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Schon länger leben wir in einer sogenannten Wegwerfgesellschaft, in der es völlig normal ist, dass Dinge nur kurz genutzt und dann weggeworfen werden. Und ein defektes Gerät wird schnell durch ein neues ersetzt, obwohl eine Reparatur möglich und sogar kostengünstiger wäre. Dank des neuen Umweltbewusstseins ändert sich dies aber langsam wieder. Immer mehr Menschen denken daran, dass es nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch Ressourcen schont, wenn man zum Beispiel einen Handwerker mit der Waschmaschinen Reparatur beauftragt, statt sofort ein neues Gerät zu kaufen.

Da es aber immer noch sehr viele Menschen gibt, die gar nicht wissen, dass dies in der heutigen Zeit noch möglich ist, möchten wir am Beispiel eines besonderen Unternehmens diese Möglichkeiten ein bisschen bekannter machen und haben mit Stefan Langenwalter von Bliitzblume, einem unabhängigen Elektro-Dienstleister in Augsburg gesprochen, wo er für die Abteilung Reparatur und Verkauf von Haushaltsgeräten zuständig ist.

1970 in Augsburg geboren, hat er den Beruf Energieanlagenelektroniker bei der Stadt Augsburg gelernt und kam schon 1990 über die Linke und Grüne Szene zur Blitzblume, da ihm die Auswirkungen der Wegwerfmentalität auf die Umwelt schon zu dieser Zeit bewusst war und er mit seiner Arbeit dazu beitragen wollte und immer noch will, dass Umwelt und Rohstoff-Ressourcen geschont werden.  Momentan besteht das Team von Blitzblume aus 4 Mitarbeitern, die diese Einstellung teilen, wobei zwei Kollegen meist im Elektroinstallationsbereich, beziehungsweise in der Telefon-, Beleuchtungs- und Netzwerktechnik tätig sind.

 

Stefan, was versteckt sich hinter dem Firmennamen Blitzblume und was ist nach deiner Ansicht das Besondere an der Unternehmensphilosophie?

Blitzblume ist ein Betrieb ohne Chef und Hierarchie, der schon 1982 gegründet wurde und sich vor allem gegen die Wegwerfgesellschaft, Umweltverschmutzung und Rohstoffausbeutung richtet. Aus diesem Grund entstand auch der Firmenname Blitzblume. Blitz für Strom und Blume für Natur.

 

Die Blitzblume bezeichnet sich auf der Website als der etwas andere Elektro-Dienstleister für Augsburg und Umgebung. Wodurch unterscheidet sich das Unternehmen von gewöhnlichen Firmen in der Branche? Was gilt als Besonderheit an der Blitzblume?

Freies Arbeiten, kein Mobbing, reparieren statt wegschmeißen. Kollektiver Umgang mit Kollegen und Kunden, kein Abzocken. Im Durchschnitt liegt eine Reparatur im Kundendienst ohne Materialaufwand bei ca. 80-120 € incl. Anfahrt und MwSt.

Tätig bin ich rein im Haushaltsgerätekundendienst aller Marken und Geräte, Kleingerätereparaturservice. Alles was ein Stecker oder Akku hat – Espressovollautomaten haben wir seit ein paar Jahren auch im Programm.

Den Zweig Gebrauchtgeräte-Verkauf mussten wir leider aufgeben, was uns 1,5 Arbeitsplätze gekostet hat. Die Qualität der neuen Geräte ist eine reine Katastrophe und somit auch das zu hohe Risiko der Kurzlebigkeit. Garantiefälle und vor allem unzufrieden Kunden. Maschinen hatten in den neunziger Jahren eine Laufzeit von durchschnittlich 10-15 Jahren bis zur 1. Reparatur. Im Vergleich zu heute ca. 3-6 Jahre – mit ein bisschen Glück!!!!

 

Welche speziellen Werkzeuge sind nötig, um Haushaltsgeräte zu reparieren? Was benötigt man zur Elektroinstallation und worauf sollte man bei der Installation besonders achten?

Werkzeuge brauchst du nichts Besonderes. Ein paar Schraubendreher, Zangen, Messgerät und einen Lötkolben.

 

Als Motto der Blitzblume gilt: Reparieren statt wegwerfen. Tendiert die heutige Generation nach deiner Erfahrung eher dazu, Dinge, die auf den ersten Blick defekt sind, wegzuwerfen und durch neue Geräte zu ersetzen? Wodurch entsteht dieser Trend? Weshalb empfindest du es als wichtig, sich vielmehr mit der Reparatur der Gegenstände zu beschäftigen?

Das mit dem wegwerfen und neu kaufen ist so eine Sache. Vor 20, 30 Jahren gab es meiner Meinung nach keinen Billigwarenmarkt. Das Zeug hat richtig Geld gekostet und war meist Made in Germany. Sehr gute Qualität. Von Elektroartikel bis hin zur Kleidung oder Möbel. Das ist heute so nicht mehr. Wenn sich jemand eine Waschmaschine für 200 € oder einen Föhn für 15 € oder Wasserkocher für 20 €  im Discounter oder bei Amazon kauft, lässt er das nach 4 Jahren nicht mehr reparieren für 1oo€, oder mehr. Während bei hochwertigen Geräten, die ja auch immer noch zu kaufen sind, wenn`s Kleingeld passt, hat sich meiner Meinung nach die Bereitschaft zur Reparatur etwas erhöht.

Ich bekomme immer noch Bügeleisen, Wasserkocher, Staubsauger, Bohrmaschinen usw. zur Reparatur in die Werkstatt. Aber wie gesagt, die haben meist richtig Geld gekostet, was sich ein nicht so gut verdienender Mensch gar nicht leisten kann oder will.

Natürlich ist es wichtig, sich mehr mit Reparaturen zu beschäftigen “ich bring sogar noch meine Klamotten zum Schneider“ und nicht nur über schlechte Luft und Energielabels. Aber da tut sich ja gerade etwas, z.B. Ersatzteilbestellungen bei Herstellerfirmen, zwecks Reparaturfreundlichkeiten.

Wobei ich da ganz ehrlich noch nie Probleme gehabt habe die richtigen Ersatzteile zu bekommen. Ich weiß echt nicht was es damit auf sich hat. Der Kunde muss sich letztendlich beim Kauf eines Produktes die Frage stellen: “reparieren oder wegschmeißen?“

 

Nicht immer ist ein Neukauf notwendig

Und wenn, dann lohnt es sich, in etwas hochwertige Geräte zu investieren, die zum einen länger halten und später repariert werden können und nicht gleich wieder ersetzt. Da lohnt es schon, zu alten Gewohnheiten zurück zu kehren und für die Anschaffung eines Haushaltsgerätes einen Betrag anzusparen, der es ermöglicht, bessere Qualität zu kaufen. Langfristig schon dies nicht nur die Umwelt, sondern spart auch Geld. Wir danken Stefan Langenwalter für dieses inspirierende Gespräch.

 

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